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29. Sep 2026

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Gesellschaft

Großspeicher werden zum Schlüssel der Energiewende – mit Prof. Dr. Maximilian Fichtner, Direktor des Helmholtz-Instituts Ulm

Journalist: Armin Fuhrer

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Foto: Elvira Eberhardt, ismail Enes Ayhan/unsplash

Jahrelang galten große Batteriespeicher als zu teuer und technisch begrenzt. Heute treiben sinkende Kosten und neue Technologien einen rasant wachsenden Markt an. Prof. Dr. Maximilian Fichtner, Direktor des Helmholtz-Instituts Ulm, erklärt im Interview, warum Netzakkus künftig eine zentrale Rolle für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung spielen.

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Prof. Dr. Maximilian Fichtner, Direktor des Helmholtz-Instituts Ulm

Herr Fichtner, jahrelang hieß es, Großspeicher seien unbezahlbar. Warum boomt der Markt für Netzakkus plötzlich doch? Zum einen sind die Batterien deutlich sicherer und umweltfreundlicher geworden – zum anderen hat es einen mächtigen Preisverfall gegeben. Die Preise für Li-Ionenbatterien sind in den letzten 15 Jahren um über 90 % gesunken und liegen mittlerweile um oder unter 100 USD/kWh. Damit ist es nicht nur möglich, E-Autos zu bauen, die genauso teuer oder sogar billiger sind als Verbrenner, sondern auch große Stationärspeicher, mit denen man unsere Stromnetze stabilisieren und den Überschussstrom über Stunden oder sogar Tage bedarfsabhängig im Netz verteilen kann. Der Markt für diese Stationärspeicher wächst um rund 40 bis 50 % pro Jahr.

Aber stoßen Akkus nicht noch immer an ihre Grenzen? Batterien können mittlerweile mehrere Tage bis in den Wochenbereich hinein abpuffern. Wie viel, das hängt eher von den verfügbaren Investitionsmitteln und der Situation vor Ort ab. Das macht man dann zum Beispiel mit Li-Ionenbatterien, wie das derzeit in Kalifornien und anderswo geschieht. In Masdar, Abu Dhabi, wird gerade ein Großspeicher mit 19 GWh Speicherkapazität errichtet. Das ist eine Anlage, die über den Tag so viel Strom liefern kann wie ein größeres Kernkraftwerk. Vertragsunterzeichnung war 2025, Inbetriebnahme ist 2027. Davon können konventionelle Kraftwerksbetreiber nur träumen. Wenn ich heute beabsichtigen würde, ein Kernkraftwerk zu errichten und dafür auch bereits Investoren hätte, ginge das realistischerweise irgendwann in den 2040er Jahren ans Netz.

Die Kosten sind natürlich auch hier ein wichtiger Punkt, insbesondere bei Großspeichern. Hier geht die Entwicklung deshalb dahin, Batterien auf der Basis von einfachen, billigen, überall auf der Welt vorkommenden, ungiftigen Rohstoffen zu bauen – wie zum Beispiel Eisen.

Die Frage ist aktuell weniger, was uns eine eigene Batteriezellfertigung kosten würde, sondern eher, ob wir es uns überhaupt leisten können, keine Batterieproduktion in Europa zu haben.

China dominiert den Weltmarkt bei Batterien und Zellchemie. Hat Europa den Anschluss bereits endgültig verloren? Das hängt von den nächsten Entwicklungen ab. Die Frage ist aktuell weniger, was uns eine eigene Batteriezellfertigung kosten würde, sondern eher, ob wir es uns überhaupt leisten können, keine Batterieproduktion in Europa zu haben. Batterien sind kritische Bestandteile unserer Infrastruktur, vom Militär über den Verkehr bis zu den Netzspeichern, die unsere Energieversorgung sicherstellen. Aber ich gebe Ihnen recht – da wurde viel verschlafen, gebremst oder gezögert.

Und in der Forschung? Auf der Forschungsseite sind wir sehr gut aufgestellt. Aber es hapert an der Umsetzung und der Skalierung hin zu großen Stückzahlen. Hier haben wir durch eine Reihe von Gründen viel Boden verloren. Ich sehe aber, dass Europa derzeit Maßnahmen unternimmt, um die heimische Industrie zu schützen, ähnlich wie das China oder die USA bereits seit langem machen. Deutschland gilt aber leider unter den Investoren wegen der ständigen Richtungswechsel in der Energiepolitik zunehmend als unsicher.

24. Sep 2026

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Gesellschaft

Gemeinsam statt allein: Warum Vereinssport Ihr Leben verlängert – Ein Beitrag von Michaela Röhrbein, Vorständin Sportentwicklung des Deutschen Olympischen Sportbundes

Ich verrate Ihnen einen Geheimtipp, wie Sie Ihr Leben, wissenschaftlich belegt, um fast zehn Jahre verlängern können. Sie benötigen dazu keine teuren Medikamente, müssen sich keiner Operation unterziehen, nichts einfrieren lassen. Trotzdem gibt es erstaunlich wenig Menschen, die davon wissen – und noch weniger, die es tatsächlich umsetzen. Dabei ist der Tipp ganz einfach: Spielen Sie Tennis. Das zumindest sagt die dänische Copenhagen City Heart Study, eine Langzeituntersuchung über einen Zeitraum von fast 25 Jahren mit mehr als 8.000 Teilnehmenden. Die Forscher:innen untersuchten, ob Menschen, die regelmäßig Sport treiben, länger leben als solche, die das nicht tun. Die Antwort dürfte auf der Hand liegen. Spannender war deshalb die zweite Frage: Welche Sportarten sind besonders gesundheitsfördernd? Verglichen wurden unter anderem Tennis, Fußball, Joggen, Radfahren und Schwimmen. Die Ergebnisse sind erstaunlich. Menschen, die Tennis spielten, lebten im Durchschnitt fast zehn Jahre länger. Selbst wenn man andere, gewichtige Faktoren wie den sozioökonomischen Status einbezog, blieben die Ergebnisse eindeutig. Tennis verlängert das Leben. Die gute Nachricht: Alle untersuchten Sportarten haben laut Studie einen lebensverlängernden Effekt, manche mehr, manche weniger. Aus anderen Untersuchungen wissen wir außerdem etwas mindestens genauso Wichtiges. Nämlich, dass Sport und Bewegung die Lebensqualität verbessern. Das heißt, Sie leben nicht nur länger, wenn Sie regelmäßig Sport treiben, sondern auch länger gesund. Das ist ja großartig, sagen jetzt die einen. Warum handeln wir nicht danach, fragen die anderen. Die Frage ist berechtigt. Denn eigentlich hätten diese Ergebnisse, als sie vor acht Jahren erschienen sind, ein Weckruf für Politik und Gesellschaft sein müssen: Sport ist kein netter Zusatz, Sport ist lebensentscheidend, lebensverlängernd, er hält Menschen gesund und beugt Krankheit vor. Eine angemessenere Förderung von Bewegung und Sport könnte unser angeschlagenes Gesundheitssystem entlasten. Der Bewegungsmangel in Deutschland verursacht jedes Jahr fast drei Milliarden Euro an Gesundheitskosten. >Wer mit anderen zusammen Sport treibt, trifft Menschen, kommt ins Gespräch, knüpft soziale Kontakte, spürt Zusammenhalt. Schauen wir uns die Forschungsergebnisse noch einmal im Detail an, sticht eine Erkenntnis heraus, die erklärt, warum die aufgeführten Sportarten das Leben so beträchtlich verlängern können. Dass Sport und Bewegung gut für den Körper sind, ist durchaus bekannt und eher kein Geheimnis. Aber warum verlängern manche Sportarten das Leben so maßgeblich? Eine wichtige Antwort der Studie: Der Gemeinschafts-Faktor. Wer mit anderen zusammen Sport treibt, trifft Menschen, kommt ins Gespräch, knüpft soziale Kontakte, spürt Zusammenhalt. Die Forschung zeigt immer deutlicher, dass Gemeinschaft und soziale Kontakte bis ins hohe Alter ein entscheidender Faktor für ein längeres, glücklicheres Leben sind. Diese soziale Komponente entsteht aber nicht einfach so, sie braucht einen Rahmen: feste Trainingszeiten, ein Vereinsheim, ein Team, das einen erwartet, Verlässlichkeit und Zusammenhalt. Genau das bietet der organisierte Vereinssport wie kaum eine andere Struktur in Deutschland – und genau deshalb ist es unsere Aufgabe als Dachverband des Sports, dafür zu arbeiten, dass diese Erkenntnisse Einzug in politische Entscheidungen finden und der Sport, insbesondere der Vereinssport, angemessen gefördert wird. Wir wollen mehr Menschen in Bewegung bringen und ihnen ein gesünderes und glücklicheres Leben ermöglichen. Welche Sportart am besten zu Ihnen passt, das bleibt Ihre Entscheidung. Jede Bewegung ist besser als keine Bewegung. Wovon wir überzeugt sind, ist, dass Sport im Verein mit anderen Menschen am meisten Spaß macht – und er hält, wie die Wissenschaft zeigt, obendrein am längsten jung.