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24. Sep 2026

Vier der härtesten Rennen der Welt – mit Max Riese, Extremradsportler

Journalist: Chan Sidki-Lundius

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Foto: Action im Atlas: Stephen Shelesky

Vier der härtesten Rennen in einem Jahr: Max Riese gehört zu den besten Extremradsportlern der Welt.

Was möglich wird, wenn körperliche Belastbarkeit und mentale Stärke aufeinandertreffen, beweist Max Riese immer wieder. Ob beim Weltrekord im Triple-Everesting, wo die dreifachen Höhenmeter des Mount Everest an einem Berg gefahren werden, oder bei den härtesten Ultrarennen der Welt. Max Riese zählt zu den Ausnahmeathleten, die 2026 bei allen vier wichtigen Mountain Races starten: Atlas (Marokko), Hellenic (Griechenland), Silk Road (Kirgisistan) und Taurus (Türkei). Die Teilnehmenden sind ohne Unterstützung („unsupported“) unterwegs und müssen tagelang mit Schlafmangel, Einsamkeit, schlechtem Wetter, Navigation, Reparaturen oder Hunger kämpfen. Unsere Autorin, Chan Sidki-Lundius, hat mit Max Riese gesprochen.

Max, wann hast du deine Liebe für Ultrarennen entdeckt? Das war 2019 bei meinem ersten Silk Road Mountain Race. Die weite Landschaft Kirgisistans, die Abgeschiedenheit und damit verbundene Herausforderungen wie Navigation, Planung und Selbstversorgung haben mich gepackt – ein krasser Einschnitt in meinem Leben. Nach elf Tagen und rund 2.000 Kilometern dachte ich mir, davon will ich mehr erleben.

2026 stehen für dich gleich vier Ultras an? Richtig, drei davon habe ich bereits absolviert. In Griechenland habe ich gewonnen, in Kirgisistan war ich Zweiter und im Atlas leider nur Siebter. Unter dem Strich bislang ein traumhaftes Jahr! Jetzt bin ich gespannt, wie die Premiere des Taurus Race läuft.

Wie bereitest du dich auf deine Rennen vor? Einerseits studiere ich die Strecke akribisch und bereite sehr genau vor, was ich mitnehmen muss. Dann fahre ich täglich bis zu vier, fünf Stunden Rad, Krafttraining mache ich zwei- bis dreimal pro Woche.

Wie viele Personen starten meistens mit dir? Zwischen 200 und 250. Etwa die Hälfte der Teilnehmenden kommt durch. Gründe fürs Aufgeben sind oft Lebensmittelvergiftungen, Defekte am Rad, mentale und körperliche Probleme.

Was ist dein Rezept fürs Durchhalten? Eine gute Vorbereitung und Planung, die Kombination aus Neugier und Herausforderung. Ich will wissen, was möglich ist – körperlich wie mental. Und ich kann mich gut pushen, um meine Zeitziele zu erreichen.

Welches Rad nimmst du für die Ultras? In diesem Jahr ein vollgefedertes Mountainbike. Weil ich immer auf der Jagd nach dem perfekten Kompromiss für die unterschiedlichen Streckenprofile bin, sind alle meine Räder umgebaut und auf meine Bedürfnisse abgestimmt.

Und was sind deine nächsten Pläne? Gut in der Türkei durchzukommen, noch fünf bis sechs Jahre weiterzufahren und mit Hilfe meiner Gravel- und Bikepacking-Plattform gravgrav.cc den Radsport in Europa mit neuen Ideen, Routen und Events voranzubringen. Wir haben hier so viele Möglichkeiten. Das will ich stärker sichtbar machen und kommunizieren.