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31. Mär 2021

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Gesellschaft

3 Arten des Studiums

Journalist: Armin Fuhrer

Ob duales Studium, Fernstudium oder triales Studium: alle Wege können zum Ziel führen. 

Duales Studium: Viele Varianten möglich

Studieren und gleichzeitig praktisch arbeiten ist das Prinzip des dualen Studiums. Absolventen und Absolventinnen eines solchen Studiums haben verschiedene Vorteile. Vor allem sparen sie viel Zeit, sie lernen neben der praktischen Tätigkeit in ihrem Unternehmen aber auch die theoretische Seite ihres Berufes kennen. Außerdem bekommen sie von ihrem Arbeitgeber ein Gehalt ausgezahlt, auf das normale Studenten verzichten müssen. 

Wer sich für ein duales Studium entscheidet, muss sich aber auch klar machen, dass eine anstrengende Zeit auf einen zukommen kann. Das gilt vor allem für diejenigen, die ein berufs- oder ausbildungsbegleitendes Studium absolvieren, denn dieses läuft neben dem Beruf in der Freizeit ab. Einfacher haben es Absolventen, deren Studium in den Beruf oder die Ausbildung integriert ist. Hierzu ist eine Absprache mit dem Arbeitgeber nötig. 

Auch wenn sich Fächer wie Betriebswirtschaftslehre für ein duales Studium besonders anbieten, so können heute viele Fächer im Rahmen eines solchen Studiums absolviert werden. Als Voraussetzung benötigt man eine Hochschulzugangsberechtigung. Wer sich nicht mit dem Bachelor zufrieden gibt, sondern auch den Master machen möchte, muss meistens auch eine mehrjährige Berufspraxis vorweisen. Für den Ablauf des Studiums gibt es verschiedene Zeitmodelle wie Block- oder Wochenendunterricht. Für ein duales Studium fallen in der Regel Gebühren an.

Informationen gibt es unter: www.wegweiser-dua-les-studium.de/infos/was-ist-ein-duales-studium/

Foto: Sarah Shaffer/unsplash

Fernstudium: Studieren von Zuhause

Keine Seminare, keine Anwesenheitspflicht an der Uni, kein Stundenplan – klingt gut, oder? Ist es auch, zumindest für solche Studierenden, die nicht die Möglichkeit haben, in Vollzeit an einer Universität zu studieren. Deshalb muss man trotzdem nicht auf ein Studium mit Abschluss verzichten. Denn für diese Studierenden bietet sich ein Fernstudium an. Es ermöglicht ein Studium von Zuhause. 

Die Absolventen erhalten den Lernstoff von ihrer Fernuniversität per Post oder digital zugeschickt und arbeiten dann in Eigeninitiative in den eigenen vier Wänden damit. In manchen Fällen kann eine kurze Phase der Präsenzpflicht aber obligatorisch sein, und zu einem bestimmten Zeitpunkt muss schließlich am Hochschulstandort eine Prüfung abgelegt werden. Am Ende können der Bachelor- oder Masterabschluss erlangt werden. Die Zugangsvoraussetzungen sind in vielen Fällen dieselben, die auch für das normale Präsenzstudium gelten, also in der Regel die Hochschulreife. Es gibt aber eine ganze Reihe von Ausnahmen, in diesen Fällen wird auf das Abitur verzichtet.

Das Fernstudium bietet eine Reihe von Vorteilen, aber Achtung: Es birgt auch Risiken. Vor allem sollte sich ein solches Studium nur aufbürden, wer sich wirklich sicher ist, dass er die nötige Motivation und Selbstdisziplin aufbringt. Die Gebühren für ein Fernstudium können hoch sein, aber es gibt Möglichkeiten für eine Förderung.

Informationen gibt es unter: www.studieren-berufs-begleitend.de/fernstudium/was-ist-das/

Foto: c d x/unsplash

Triales Studium: Drei Fliegen mit einer Klappe

Vor mehr als zehn Jahren „erfand“ die Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) einen Studiengang, mit dem Studierende gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen können: Das triale Studium. Im Rahmen dieses berufsbegleitenden Studiums, das in Hannover, Köln und Bielefeld angeboten wird, können sie innerhalb von nur viereinhalb Jahren drei Abschlüsse gleichzeitig machen: Geselle/-in und Meister/-in im Handwerk sowie Handwerksmanagement Bachelor of Arts (B.A.). Der Anspruch der FHM ist es, gleichermaßen wissenschaftlich und praxisnah auszubilden. Der Studiengang richtet sich nicht nur an die Handwerker, die bereits selbstständig sind oder einen eigenen Be-trieb gründen wollen. Unter den künftigen Studenten sind auch Arbeitnehmer, die sich für anspruchsvollere Aufgaben im Unternehmen qualifizieren wollen, beispielsweise eine größere Abteilung leiten wollen.

„Der Studiengang ist exakt auf das Handwerk zugeschnitten“, sagt FHM-Rektorin Anne Dreier. Er vereine die beruflich-praktische mit der akademischen Ausbildung und bereite potenzielle Nachwuchsunternehmer und -unternehmerinnen sowie Führungskräfte in kompakter und abgestimmter Form auf ihre Leitungsaufgaben in modernen Handwerksunternehmen vor. Inzwischen arbeitet die FHM mit einer Reihe von Industrie- und Handwerkskammern zusammen. Das Studium findet am Freitagabend sowie an den Samstagen statt, Ferien sind eingeplant. 

Informationen gibt es unter: www.fh-mittelstand.de/handwerksmanagement

18. Mär 2026

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Gesellschaft

Hören macht klug

Kaum läuft der Lieblingssong, wird aus dem Kinderzimmer eine Bühne. Es wird gehüpft, getanzt, gerappt und mitgesungen. Musik bringt positive Energien ins Leben – und kann noch viel mehr: Musik stärkt das Arbeitsgedächtnis von Kindern, also die Fähigkeit, Informationen kurzzeitig zu speichern und zu verarbeiten. Damit Kinder neue Inhalte verstehen und anwenden können, braucht das Arbeitsgedächtnis eine ausreichend große Kapazität. Ist diese noch nicht altersgemäß entwickelt, kann das Lernen zur Herausforderung werden. Musik wirkt da im Kopf wie Fitness. Als gezieltes Gedächtnistraining, mit der die geistige Leistungsfähigkeit, schon im Vorschulalter, gefördert und somit das spätere Lernen erleichtert wird. Hörspiele ergänzen diese Reise in die Klangwelt: Kinder konzentrieren sich auf das gesprochene Wort und lernen Geschichten aus Stimmen, Geräuschen und Musik zu visualisieren. Statt auf Bilder zu schauen, erschaffen sie diese selbst im Kopf. Das fördert die Fantasie, Sprachentwicklung und Konzentration. Auch Singen macht Sprache lebendig. Mit Reimen, Wiederholungen und eingängigen Melodien entdecken Kinder neue Wörter und Satzmuster ganz intuitiv. Dabei wächst nicht nur ihr Sprachgefühl, sondern auch das Wir-Gefühl: Beim gemeinsamen Singen hören sie aufeinander, reagieren im Takt und erleben echtes Miteinander. Wenn die Musik dann in Bewegung übergeht, wird aus Rhythmus Körpergefühl. Tanzen stärkt Motorik, Koordination und Selbstvertrauen. >Musik wird damit zum Sprachrohr für Gefühle. Sie bieten einen sicheren Raum, der Kinder ihre Emotionen erkennen, ausdrücken und verstehen lernen lässt. Was sich in den letzten Jahren deutlich verändert hat, ist die musikalische Sprache, in der all das passiert. Moderne Kinderlieder lösen sich zunehmend vom pädagogischen Zeigefinger und suchen die Nähe zur Popkultur. Statt bravem Gitarrenfolk vom Pädagogen in Latzhose mit Mitmachliedern übers Zähneputzen, erklingen Hip-Hop-Beats, Indiepop und Reggae-Grooves. Die Texte greifen Themen auf, die Kinder beschäftigen: Familienalltag, Freundschaft, kleine Wutanfälle oder erzählen vom Mut, das erste Mal auf dem Fahrrad zu fahren. Musik wird damit zum Sprachrohr für Gefühle. Sie bieten einen sicheren Raum, der Kinder ihre Emotionen erkennen, ausdrücken und verstehen lernen lässt. Und ja – wenn das Lieblingslied zum hundertsten Mal läuft, nervt es vielleicht ein bisschen weniger, wenn der Text nicht von Reimen auf Hände waschen handelt, sondern davon, dass Eltern auch nur Menschen sind. Was einen Song besonders „kindertauglich“ macht, ist trotzdem eine Wissenschaft. Laut einem Bericht der New York Post¹ haben Forschende aus Sheffield herausgefunden, dass dazu ein Tempo zwischen etwa 60 und 120 BPM gehört, also ein Rhythmus, bei dem es sich gut mitwippen lässt; eingängige Wiederholungen sowie eine klare, positive Klangstruktur. Kommt Ihnen bekannt vor? Das sind genau die Zutaten, die es für einen guten Ohrwurm braucht. ¹ New York Post: „‘Radio Ga Ga’ is scientifically proven to be a perfect kids song“, 6. August 2024.