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22. Jun 2021

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Gesellschaft

Bequem und nachhaltig

Journalist: Armin Fuhrer

Klimaschutz spielt heute für immer mehr Menschen beim Kauf von Möbeln eine große Rolle, betont Peter Zec, geschäftsführender Vorstand der Red Dot GmbH.

Prof. Dr. Peter Zec, Geschäftsführender Vorstand der Red Dot GmbH & Co. KG; Foto: Presse

Welche Rolle spielt heute die Nachhaltigkeit von Möbeln für die Kunden?

Nachhaltigkeit von Möbeln spielt eine immer größere Rolle für die Kunden. Wer sich für gutes Design entscheidet, möchte lange etwas davon haben. Daher sind zeitlose Stücke beliebt. Verbringt man den Hauptteil des Tages in den eigenen vier Wänden, möchte man sich dort wohlfühlen, sich ein vertrautes Zuhause erschaffen. Bewährte Bequemlichkeit steht Veränderungen und Nomadismus also gegenüber. Zudem werden Käufern die Themen „Umweltschutz“ und „Sozialbedingungen bei der Herstellung“ immer wichtiger. 

Gilt das auch für Gartenmöbel?

An Gartenmöbel stelle ich als Kunde sehr hohe Ansprüche. Privat habe ich Möbel eines führenden Spitzenherstellers, die oft kopiert, aber nie erreicht wurden. Sie halten jedem Wetter stand. Merkmal des Herstellers ist ein Aluminiumkorpus, der von einem witterungsbeständigen Kunststoff umflochten ist; hochwertiges Material trifft hier auf eine nachhaltige Technik. Zwischen den zum Teil zehn Jahre alten und den später nachgekauften Sesseln sehe ich dadurch keinen Unterschied.

Welche Materialien eignen sich besonders? Und gibt es Trend-Materialien bei den Käufern?

Naturmaterialen wird zugeschrieben, dass sie besonders nachhaltig sind. Viele Möbel enthalten z. B. Holz, Stein oder Kork. Holzmöbel sind schon lange in fast jeder Inneneinrichtung zu finden und nach wie vor beliebt. In den letzten Jahren gab es dann neue Trends, z. B. Möbel aus Pappe. Wenn solche Materialien nach dem Lebenszyklus des Möbels recycelt werden können, schließt sich der Nachhaltigkeitskreis sogar komplett.

Nachhaltigkeit erstreckt sich aber nicht nur auf das Material, oder?

Nachhaltigkeit beginnt schon bei der Herstellung sowie den dabei verwendeten Maschinen. Zudem arbeiten Designer und Hersteller mit Lacken, Lasuren oder ähnlichem, um das eigentliche Material zu schützen. Auch das Konsumverhalten spiegelt einen nachhaltigen Lebensstil. Ob man ein Möbel in mehrfacher Ausführung benötigt wäre diesbezüglich eine zentrale Frage vor einer Neubeschaffung. Vielleicht legt man sich aus diesem Grund multifunktionale Möbel zu, z. B. einen großen Esstisch, an dem man auch arbeiten kann. Bei der Verpackung kann man schließlich ebenfalls auf Nachhaltigkeit achten.

Nachhaltigkeit hat ihren Preis. Sollten es teurere Markenmöbel sein oder tun es auch preiswertere?

Wenn Produkte aufwendiger und aus besonderen Materialien gefertigt werden, steigt der Preis automatisch. In der Regel gibt der Kunde dann gerne etwas mehr Geld beim Kauf aus. Viele Menschen schätzen ein teures Möbelstück unwillkürlich mehr als preiswerte Ware, die in Masse produziert wird. Letztere findet trotzdem ihre Berechtigung auf dem Markt und Einsatz im eigenen Zuhause, beispielsweise als Nutzmöbel in Lager-räumen wie dem Keller.

30. Apr 2025

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Gesellschaft

Eine benutzerfreundliche Infrastruktur ist ein Muss für den Erfolg der Elektromobilität in Deutschland – mit Christian Heep, Vorstand im Bundesverband eMobilität (BEM)

![Christian Heep Vize-Präsident BEM Bundesverband eMobilität -Online.JPG](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Christian_Heep_Vize_Praesident_BEM_Bundesverband_e_Mobilitaet_Online_14b581b45a.JPG) ``` Christian Heep, Vorstand im Bundesverband eMobilität (BEM) ``` **Welche strategischen Bereiche stehen derzeit im Fokus des BEM?** Wir setzen auf die systemische Transformation des Mobilitätssektors. Dabei liegt unser Augenmerk auf dem flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur, der Verknüpfung mit erneuerbaren Energien, klaren regulatorischen Rahmenbedingungen und der Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland. **Wie gestaltet sich der Ausbau der Ladeinfrastruktur?** Ein leistungsfähiges Ladenetz ist entscheidend für die Akzeptanz der Elektromobilität. Wir fördern eine interoperable und benutzerfreundliche Infrastruktur, die intelligente Netzintegration, bidirektionales Laden und Speicherlösungen umfasst. Bestehende Tankstellen sollen als multifunktionale Energiehubs umgerüstet werden. **In welcher Verbindung stehen E-Mobilität und erneuerbare Energien?** Elektromobilität ist nur dann nachhaltig, wenn der Strom aus Wind und Sonne kommt. Daher muss eine direkte Verbindung zwischen Ladeinfrastruktur und erneuerbaren Energien geschaffen werden – unterstützt durch intelligente Netzsteuerung, lokale Erzeugung und Speicherlösungen. Regulatorische Anreize sollen Betreibende und Nutzende dazu motivieren, verstärkt Grünstrom zu verwenden. >Die Verkehrswende ist ein zentraler Hebel, um CO₂-Emissionen zu senken und die Luftqualität zu verbessern. **Welche Rolle spielt die Verkehrswende im Klimaschutz?** Die Verkehrswende ist ein zentraler Hebel, um CO₂-Emissionen zu senken und die Luftqualität zu verbessern. Neben der Elektrifizierung des Straßenverkehrs setzen wir auf multimodale Verkehrskonzepte und die effiziente Nutzung vorhandener Infrastruktur. **Wie trägt E-Mobilität zur Stärkung der deutschen Wirtschaft bei?** Der Übergang zur Elektromobilität bietet Deutschland die Chance, sich von fossilen Technologien zu lösen und in Zukunftsbranchen zu investieren. Wichtige Bereiche sind hier die Forschung, Entwicklung und Produktion von Batterien, Ladeinfrastruktur und digitalen Mobilitätsdiensten – essenziell, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. **Ist staatliche Förderung noch notwendig?** Ja, staatliche Förderungen bleiben essenziell, müssen aber zielgerichtet, degressiv und langfristig ausgerichtet sein. Sie sollen den Markthochlauf, den Infrastrukturausbau und die Forschung unterstützen – während gleichzeitig Subventionen für fossile Kraftstoffe reduziert werden müssen. >Statt Handelsbarrieren sollten wir unsere eigenen Stärken in der Elektromobilität ausbauen, um die Wertschöpfung in Europa zu erhöhen und langfristig eine nachhaltige Industriepolitik zu verfolgen. **Wie sollten staatliche Fördermaßnahmen gestaltet sein?** Es braucht eine Förderpolitik, die die Transformation gesamtheitlich betrachtet: Infrastruktur, Fahrzeugflotten, Speichertechnologien und Netzintegration. Gleichzeitig müssen regulatorische Hemmnisse abgebaut werden, etwa bei Netzentgelten oder Abgaben auf Eigenstromnutzung. Neben regulatorischen Rahmenbedingungen und politischer Lenkungswirkung sind sowohl monetäre als auch nicht-monetäre Förderungen notwendig. Jeder investierte Euro zahlt sich langfristig aus, indem er Innovationskraft, Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Klimaschutz sichert. **Wie bewertet der BEM die erhöhten Zölle auf chinesische Elektroautos?** Protektionismus ist kein zielführender Ansatz. Statt Handelsbarrieren sollten wir unsere eigenen Stärken in der Elektromobilität ausbauen, um die Wertschöpfung in Europa zu erhöhen und langfristig eine nachhaltige Industriepolitik zu verfolgen. ## Factbox: **Christian Heep ist Vorstand beim BEM** und leitet Marketing, Medien, PR, Kommunikation, Politik, Messen und Events. Seine Leidenschaft für erneuerbare Energien und Elektromobilität inspiriert ihn zu innovativen Projekten für eine nachhaltige Mobilität.