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24. Sep 2026

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Daten unter eigener Regie – mit Samir Fadlallah, CEO von FAST LTA

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: Privat

Unternehmen wollen KI nutzen, ohne sensible Daten aus der Hand zu geben. Damit rückt digitale Souveränität stärker in den Fokus.

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Samir Fadlallah, CEO von FAST LTA

Künstliche Intelligenz kommt in der deutschen Wirtschaft an. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes nutzten 2025 bereits 26 Prozent der Unternehmen ab zehn Beschäftigten KI. Doch mit dem Einsatz wächst die Frage, was mit sensiblen Informationen geschieht. Datenschutz bleibt dabei eine zentrale Hürde: Von den Unternehmen, die den Einsatz von KI bereits erwogen, bislang aber nicht umgesetzt haben, nennen laut Destatis 60 Prozent Datenschutzbedenken als Grund. Gerade bei vertraulichen Unternehmens-, Kunden- oder Forschungsdaten wird deshalb entscheidend, wo Informationen verarbeitet werden und wer darauf zugreifen kann.

Eine Antwort darauf sind lokale KI-Systeme, bei denen sensible Daten das eigene Rechenzentrum nicht verlassen müssen. Auf diesem Prinzip baut auch FAST LTA auf. Das Unternehmen hat seine Wurzeln im Long Term Archiving und entwickelt seit Jahren hochsichere Speicher- und Backup-Systeme. Mit Silent AI überträgt es diese Erfahrung auf lokale KI. CEO Samir Fadlallah spricht über Off-Cloud AI, Datensouveränität und den produktiven Einsatz künstlicher Intelligenz.

Viele Unternehmen testen KI, doch der Schritt in den produktiven Einsatz fällt schwer. Woran liegt das? Ein Pilot ist schnell aufgesetzt, bildet aber oft nur einen Bruchteil der Realität ab. Im produktiven Einsatz kommen Fragen zu IT-Sicherheit, Datenschutz und Regulierung hinzu. Und nicht zuletzt muss sich die Investition rechnen. Unternehmen sollten deshalb mit klaren Anwendungsfällen starten und prüfen, wo KI tatsächlich einen Unterschied macht. Gerade in regulierten Branchen ist entscheidend, sensible Daten sicher zu verarbeiten.

FAST LTA setzt mit Silent AI auf KI im Rechenzentrum des Kunden. Was ist der Vorteil? Die Daten bleiben vollständig unter der Hoheit des Unternehmens. Silent AI kann isoliert im eigenen Rechenzentrum betrieben werden, sodass sensible Informationen das eigene Netzwerk nicht verlassen. Entstanden ist die Lösung auch aus dem Bedarf langjähriger Kunden, die uns bereits seit Jahren kritische Daten anvertrauen und diese sicher mit KI nutzen wollten. Das erleichtert zugleich den Umgang mit DSGVO, EU AI Act und branchenspezifischen Vorgaben. Hinzu kommen kalkulierbare Kosten: Statt verbrauchsabhängiger Tokenkosten erwerben Kunden eine Appliance und können die Nutzung schrittweise ausbauen.

Regulierung ist für Unternehmen zunächst eine Herausforderung, kann aber auch ein Vertrauensanker und sogar ein Exportargument sein.

Unternehmenswissen liegt häufig in unterschiedlichen Systemen. Wie macht Silent AI Enterprise Search es nutzbar? Unternehmen können eigene Daten aus verschiedenen Quellen einbinden, etwa Dokumente oder E-Mail-Postfächer, und anschließend mit diesen Informationen chatten. Entscheidend ist, dass wir die Rechte der jeweiligen Quellsysteme übernehmen. Nutzer sehen also nur Informationen, auf die sie ohnehin zugreifen dürfen. Das Allgemeinwissen des Sprachmodells kann standardmäßig ausgeschaltet werden. Kann eine Frage mit den Unternehmensdaten nicht beantwortet werden, gibt das System keine Antwort. So reduzieren wir das Risiko von Halluzinationen erheblich.

Welche Möglichkeiten bietet Silent AI Pro, wenn die Anforderungen im Unternehmen wachsen? Silent AI Pro ist eine komplette lokale KI-Arbeitsumgebung mit Projekten, Skills und Agenten. Weil wir Software und Hardware selbst entwickeln, können wir die Appliance passend zum Bedarf konfigurieren. Ein kleineres Unternehmen kann beispielsweise mit einer GPU und einem kleineren Modell starten. Steigt der Bedarf, lässt sich das System später mit weiteren GPUs aufrüsten. Unternehmen müssen also nicht von Beginn an eine Infrastruktur für den maximalen Bedarf anschaffen.

Kann Europas Fokus auf Datenschutz und digitale Souveränität im KI-Wettbewerb zum Vorteil werden? Ich glaube schon. Regulierung ist für Unternehmen zunächst eine Herausforderung, kann aber auch ein Vertrauensanker und sogar ein Exportargument sein. Gerade in regulierten Branchen spielen Datensicherheit und Datenschutz auch außerhalb Europas eine große Rolle. Gleichzeitig darf Regulierung den technologischen Fortschritt nicht ersticken. Wir sehen bei unseren Kunden ein deutliches Umdenken: Sensible Daten und das unternehmenseigene Wissen sollen zunehmend in der eigenen Hoheit bleiben. Genau dafür haben wir Silent AI entwickelt.