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28. Sep 2026

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Business

MICE-Erfolg entsteht nicht von allein

Journalist: Katja Deutsch

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Foto: Getty Images/unsplash

Der Wettbewerb um internationale Veranstaltungen ist intensiver denn je. Europa hat jetzt die Chance, seine Stärken sichtbar zu machen und sich gezielt als attraktive MICE-Destination zu positionieren.

Flughafenanbindung und Meerblick? Nice to have, aber nicht genug. Wer Tagungen, Incentive-Reisen, Kongresse und Ausstellungen, also Meetings, Incentives, Conferences und Exhibitions, kurz MICE, plant, braucht mehr als ein gut erreichbares Kongresszentrum und einen malerischen Blick. Vielmehr ist eine MICE-Destination ein gesamtes Ökosystem, das internationale Erreichbarkeit, Hotels und Veranstaltungsstätten mit einem professionellen Convention Bureau, relevanten Branchen- und Wissensclustern sowie spezialisierten Dienstleistern verbindet.

Große Kongresse und internationale Veranstaltungen werden häufig Jahre im Voraus vergeben. Destinationen müssen sich deshalb mit strukturierten Bewerbungen und professioneller Akquise um diese Veranstaltungen bemühen – denn die Wahl eines Standorts basiert auf einer detaillierten Analyse im Vorfeld. Gute Erreichbarkeit bildet die Grundlage jeder erfolgreichen MICE-Destination. Dazu gehören Direktflüge, unkomplizierte Einreisebedingungen und kurze Wege vom Flughafen zu Hotels und Veranstaltungsstätten, insbesondere für internationale Kongresse.

Ein kompakter Standort mit guter internationaler Anbindung und kurzen Wegen kann für Veranstalter dabei attraktiver sein als eine weitläufige Großstadt mit langen, stressigen Transferzeiten. Ein hervorragendes Kongresszentrum ist die Grundvoraussetzung, ebenso wichtig sind jedoch auch ausreichend Hotelzimmer, passende Veranstaltungsflächen und Räume für das Rahmenprogramm.

Vielmehr ist eine MICE-Destination ein gesamtes Ökosystem, das internationale Erreichbarkeit, Hotels und Veranstaltungsstätten mit einem professionellen Convention Bureau, relevanten Branchen- und Wissensclustern sowie spezialisierten Dienstleistern verbindet.

Das Convention Bureau vor Ort ist zentrale Vertriebs- und Koordinationsstelle. Es identifiziert potenzielle Veranstaltungen, entwickelt Bewerbungen, bündelt Hotels und Venues und unterstützt Veranstalter bei der Planung und Durchführung. Kongresse werden nämlich zunehmend dort ausgerichtet, wo Universitäten, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Fachnetzwerke einen relevanten Branchencluster bilden.

Auch Nachhaltigkeit entwickelt sich zu einem konkreten Auswahlkriterium. Veranstalter und Verbände erwarten zunehmend belastbare Daten zu Emissionen, Verkehrsanbindung, zertifizierten Veranstaltungsstätten und Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Das sechste Kriterium geht über die reine Veranstaltungsinfrastruktur hinaus: Eine moderne MICE-Destination sollte Geschäftskontakte planbar und messbar machen. So entsteht ein konkreter wirtschaftlicher Mehrwert, der sich anhand von Meetings, Kontakten und daraus entstehenden Geschäftsabschlüssen messen lässt.

Beim Incentive Travel Index 2025 erwarteten übrigens 70 Prozent der Befragten einen Rückgang von Incentive-Reisen in die USA. Auch eine GBTA-Umfrage vom April 2026 ergab, dass bereits mehr als jeder fünfte Befragte Veranstaltungen nicht mehr in den USA abhält; 38 Prozent gaben an, ihre multinationalen Meetings künftig seltener dort auszurichten. Im Mai 2026 entschied zudem die Academy of Management, ihre Jahreskonferenz mit rund 10.000 Teilnehmern bis mindestens 2031 nicht mehr in den USA auszurichten. Drei der vier nächsten Veranstaltungen sollen in Europa stattfinden, eine in Kanada. Das sollte die MICE-Branche als Weckruf verstehen.