Diesen Artikel teilen:

24. Sep 2026

|

Business

Effizienz schlägt Modellgröße – mit Dr. Paulina Prantl, stellvertretende Abteilungsleiterin „Analytics“, Bereich Supply Chain Services des Fraunhofer IIS

Journalist: Thomas Soltau

|

Foto: Fraunhofer IIS / Paul Pulkert, Getty Images/unsplash

Dr. Paulina Prantl, stellvertretende Abteilungsleiterin „Analytics“ am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, weiß, warum der Erfolg von KI nicht von der Größe der Modelle abhängt, sondern vom wirtschaftlichen Nutzen und einem effizienten Ressourceneinsatz.

Prantl_Paulina_Capture0144_Pulkert Online.jpg

Dr. Paulina Prantl, stellvertretende Abteilungsleiterin „Analytics“, Bereich Supply Chain Services des Fraunhofer IIS

Wird der KI-Wettbewerb künftig darüber entschieden, wer mit möglichst wenig Ressourcen den größten Nutzen erzielt? Ja. Entscheidend ist nicht die Größe eines Modells, sondern der Return on Investment eines konkreten Anwendungsfalls. Dem Nutzen stehen Aufwände für Daten, Entwicklung, Training, Betrieb und Wartung gegenüber. In vielen Projekten dominiert zunächst die Entwicklung; bei langjährigem Einsatz gewinnen Wartung und Instandhaltung an Gewicht. Relevant ist deshalb die Gesamtbilanz über den Lebenszyklus.

Warum ist die Unterscheidung zwischen KI für Ressourceneffizienz und ressourceneffizienter KI so wichtig? KI kann Energie, Material, Zeit oder Kosten einsparen, benötigt dafür aber selbst Ressourcen. Beide Seiten müssen gemeinsam bewertet werden. Große, multimodale Modelle sind für offene und komplexe Aufgaben sinnvoll. Bei klar abgegrenzten Prognosen, Optimierungen oder wiederkehrenden Analysen reichen häufig kleinere, spezialisierte Modelle – besonders, wenn eigene Daten vorhanden sind. Sie können den besseren wirtschaftlichen Nutzen erzielen.

Was entscheidet darüber, ob aus einem KI-Piloten ein skalierbares Produkt wird? Voraussetzungen sind gute Daten, robuste Prozesse und ein wartbares System. Schlechte oder widersprüchliche Unternehmensdaten begrenzen auch die Leistung großer Modelle. Transfer Learning kann ein bestehendes Modell mit wenigen zusätzlichen Daten auf ähnliche Anlagen oder Produkte übertragen. AutoML automatisiert zeitaufwendige Schritte der Modelloptimierung. Eine zentrale Hürde bleibt die Datenvarianz zwischen Standorten und historisch gewachsenen Systemen.

KI löst keine schlechten Prozesse. Sie schafft dann Wert, wenn Daten, Prozesse, Methoden und wirtschaftliche Ziele zusammenpassen.

Wann verbraucht eine KI mehr Ressourcen, als sie einspart? Das lässt sich nur an einem konkreten Anwendungsfall beurteilen. Unternehmen müssen zunächst ihren heutigen Prozess und Ressourcenverbrauch kennen. Bewertet werden sollten Rechen- und Energieaufwand in Training und Betrieb, Modell- und Dateneffizienz sowie die Total Cost of Ownership aus Entwicklung, Betrieb und Wartung. Auch der langfristige Nutzen muss dem gesamten Ressourcenaufwand gegenübergestellt werden.

Wann lohnt sich KI eher nicht? Wenn ein regelbasiertes System die Aufgabe zuverlässig erfüllt und seine Regeln überschaubar und wartbar bleiben. KI ist vor allem sinnvoll, wenn Zusammenhänge zu komplex sind, Bedingungen sich häufig ändern oder aus großen Datenmengen Prognosen und Optimierungsentscheidungen abgeleitet werden sollen. Die Frage lautet nicht: Wo können wir KI einsetzen? Sondern: Welches Verfahren löst das Problem mit vertretbarem Aufwand am besten?

Woran erkennen Sie, ob eine KI-Strategie tatsächlich Wert schafft? Daran, ob das Unternehmen seine Prozesse kennt, messbare Ziele formuliert und den heutigen Ressourcenverbrauch erfasst. Ein häufiger Irrtum lautet: „KI löst unsere schlechten Prozesse.“ Eine belastbare Strategie verbindet daher Technologie, Prozesse, Menschen und Wirtschaftlichkeit. Der größte Hebel liegt im Gesamtsystem: gute Daten, effiziente Entwicklung und die passende Methode an der richtigen Stelle.

Entscheidend ist nicht die Größe eines Modells, sondern der Return on Investment eines konkreten Anwendungsfalls.

28. Sep 2026

|

Anzeige

Wo Wissen auf Weitblick trifft

_Dresden ist eine Stadt, in der Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur auf besondere Weise ineinandergreifen. Als einer der führenden Forschungsstandorte Deutschlands bietet die sächsische Landeshauptstadt ein Umfeld, das den fachlichen Austausch ebenso fördert wie neue Perspektiven eröffnet._ Internationale Kongresse profitieren hier von kurzen Wegen, moderner Infrastruktur und einem dichten Netzwerk aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und innovativen Unternehmen. Ob im modernen Kongresszentrum oder an außergewöhnlichen Veranstaltungsorten – Dresden schafft Räume, in denen Ideen entstehen und sich weiterentwickeln können. Gezielte Unterstützung bietet der **[Kongressfonds Dresden](https://www.dresden-convention.com/de/service/kongressfonds/)**: Er richtet sich an Fachkongresse, die erstmals in der Stadt stattfinden, und fördert Veranstaltungen ab einer festgelegten Mindestteilnehmendenzahl, die den jeweils geltenden Förderbedingungen zu entnehmen ist. Abhängig von der Größe der Veranstaltung können Kooperationsmittel von bis zu 19.500 Euro brutto beantragt werden. Voraussetzung sind Kongresse mit einer Veranstaltungsdauer von mindestens zwei Tagen in ausgewählten Monaten sowie eine Antragstellung spätestens drei Monate vor Veranstaltungsbeginn. Doch Dresden bietet mehr als den passenden Rahmen für erfolgreiche Kongresse. Wer hier tagt, erlebt eine Stadt, die Geschichte, Architektur und Lebensqualität auf einzigartige Weise verbindet. Die barocke Altstadt, weltberühmte Museen, die Elbe mit ihren Ufern und das nahegelegene Weinland schaffen einen Rahmen, der den Aufenthalt über den fachlichen Anlass hinaus bereichert – und neue Eindrücke entstehen lässt, die oft ebenso nachhaltig wirken wie die Inhalte des Kongresses selbst. Von der ersten Idee bis zur Umsetzung vor Ort steht das Team von Dresden Convention Service Veranstaltenden persönlich und kostenfrei zur Seite – mit umfassender Beratung und einem starken Netzwerk vor Ort. Dresden zeigt: Ein Kongress ist hier mehr als ein Termin im Kalender. Er ist der Beginn eines Aufenthalts, der Wissen erweitert und Horizonte öffnet. Sie wollen noch mehr wissen? Lernen Sie Dresden als Kongressdestination kennen. Unter **[www.dresden-convention.com](https://www.dresden-convention.com/de/)**