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14. Mai 2019

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Wirtschaft

Interview mit Dr. Frank Ordon

Herr Prof. Ordon, der letzte Sommer war extrem trocken, viele Bestände wurden notreif und mussten verfrüht geerntet werden oder wurden gar nicht geerntet. Müssen die Landwirte umdenken?

Anpassungen an veränderte Produktionsbedingungen erfordern Änderungen entlang der gesamten pflanzlichen Produktionskette: Schlagworte wie erweiterte Fruchtfolgen, neue Kulturarten, trocken- und hitzestresstolerante Sorten, Mischanbau und auch Bewässerungsmanagement sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Das Julius-Kühn-Institut arbeitet in seinen 17 Fachinstituten zu den genannten Aspekten.

Kann die Pflanzenzüchtung mit dem Klimawandel mithalten?

Die Züchtungszeit für neue Sorten hat sich dank des erweiterten biotechnologischen Instrumentariums und Fortschritten in der Phänotypisierung bereits erheblich verkürzt. So können heute mit Hilfe molekularer Marker Eigenschaften wie Stresstoleranz oder Krankheitsresistenz, die häufig in nicht angepassten genetischen Ressourcen, z.B. Wildarten, gefunden werden, effizienter in neue Sorten übertragen werden. Sind die Gene bekannt, könnten sie mittels gezielter Mutagenese (z.B. mit CRISPR/Cas) in Hochleistungssorten modifiziert werden, ohne deren positive Eigenschaften durch Kreuzung zu verändern.

Geht es nur um Pflanzen, die mit höheren Temperaturen und Trockenstress auskommen?

Das wäre zu kurz gedacht, denn der Klimawandel beeinflusst nicht nur Ertrag und Qualität der Ernteprodukte, sondern verändert das Spektrum der Krankheitserreger und Schädlinge. So gewinnen Insekten an Bedeutung und mit ihnen aufgrund der höheren Herbst- und Wintertemperaturen die insektenübertragenen Viruskrankheiten, z. B. das Gelbverzwergungsvirus im Getreide, welches von Blattläusen übertragen wird.

2. Apr 2026

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Business

Kein Roboter zum Gelddrucken, aber ein starker Wächter: KI bei Banken

Künstliche Intelligenz kann im Bankwesen schon ziemlich viel – aber eigenständig Geld drucken oder wundersam vermehren, das kann sie (noch) nicht. Banken setzen KI heute flächendeckend in mehreren Bereichen ein, allen voran in der Betrugsprävention, wo Fraud Detection mittlerweile Branchenstandard ist. KI-gestützte Systeme analysieren Transaktionen von Kundinnen und Kunden in Echtzeit, erkennen und stoppen auffällige Transaktionen und Zahlungsanweisungen in der Regel sofort, und reagieren innerhalb von Sekunden auf neue Angriffsszenarien. Gerade, weil sich Betrugsmaschen ständig weiterentwickeln, ist die Adaptionsgeschwindigkeit in diesem Bereich besonders hoch. Solche Systeme werden in Zukunft weiter optimiert werden, wodurch Banken Routineaufgaben mehr und mehr automatisieren können. Das eröffnet neue Möglichkeiten für personalisierte Kundenberatung, schnellere Analysen – etwa bei Kreditentscheidungen – und insgesamt bessere Kundenerlebnisse. Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen. Ziel ist es, Informationen effizienter zu nutzen und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Im Vergleich zur Betrugsprävention befindet sich dieser Bereich jedoch noch in einer stärkeren Wachstumsphase, auch wenn die Entwicklung hier aktuell sehr dynamisch verläuft. >Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Es gibt unzählige Anbieter von bankenspezifischer KI. Viele davon decken nur bestimmte Anwendungsfelder ab, weshalb Banken häufig mehrere KI-Systeme parallel einsetzen. Auch, wenn Banken langjährige Erfahrung im Umgang mit sensiblen Daten haben, kann die Auswahl passender KI-Tools herausfordernd sein, denn die Lösungen müssen regelkonform sein, Change Compliance- und Datenschutzrichtlinien beachten, außerdem sollten die Daten innerhalb Europas bleiben und nicht unkontrolliert in andere Rechtsräume fließen. Erhöht KI im Bankwesen nun die Sicherheit – oder eher das Risiko für Betrug und Verlust? Grundsätzlich beides. Denn einerseits verbessert KI die Fähigkeit, Betrug frühzeitig zu erkennen und zu verhindern, andererseits entstehen neue Gefahren, insbesondere durch autonome KI-Agenten. Je mehr Entscheidungsfreiheit diese Systeme erhalten, desto größer ist das Risiko, dass sie Sicherheitsvorgaben umgehen oder manipuliert werden. Deshalb gewinnt das Prinzip „Human in the Loop“ beziehungsweise „Human in the Lead“ an Bedeutung: Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Auch im Finanzmarkt insgesamt sind automatisierte Prozesse kein neues Phänomen. Mechanismen wie algorithmischer Handel oder Stop-Loss-Orders können bereits heute Kettenreaktionen auslösen. KI könnte solche Effekte künftig verstärken, stellt aber nicht die ursprüngliche Ursache dar. Wohin wird sich KI im Bankwesen entwickeln? Eigenständig Geld drucken wird sie hoffentlich niemals – doch sie wird als umfassendes System im Hintergrund immer besser in den Bankenalltag integriert werden. Der Mensch wird im Bankwesen jedoch in zentralen Bereichen immer die Oberhand behalten, besonders bei der letzten Kontrolle und beim direkten Kundenkontakt – denn hier können aufmerksame Bankangestellte besser als jede KI als Sicherheitsschranke wirken, die ihre betagten Kundinnen davor schützen, auffällige Transaktionen hoher Summen vorzunehmen. >Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen.