23. Dez 2025
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Wirtschaft
Journalist: Hauke Brost
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Foto: Alek Kalinowski/unsplash
Klimawandel: Die Sommer werden immer heißer. Klimaanlagen kosten viel Energie. Eine Möglichkeit: Sonnenschutzglas, das weniger Wärme durchlässt.
Im Winter ist es ganz erträglich, aber im Sommer ist es einfach zu heiß: Moderne Architektur hat nicht nur Vorzüge. Meistens gilt: Je moderner ein Bau, desto größer sind die Glasflächen. Gerade bei der Planung von Bürohäusern setzen Architekten nämlich gern auf lichtdurchflutete Transparenz. Ein unerwünschter Nebeneffekt ist allerdings, dass sich die Räume im Sommer extrem aufheizen. Klimaanlagen sorgen dann für den notwendigen Temperaturausgleich – die allerdings verbrauchen viel Energie.
Immer häufiger werden deshalb Fenster mit Sonnenschutzglas eingebaut, und auch bei bestehenden Gebäuden lässt sich die „normale“ Verglasung mit diesem speziellen Glas nachbessern. Und das ist durchaus eine vernünftige Idee. Die Kostenersparnis lässt sich auf der Stromrechnung ablesen. Außerdem wird die UV-Strahlung herausgefiltert und Möbel, Böden und Gardinen bleichen nicht so schnell aus.
Sonnenschutzgläser bestehen aus einer oder mehreren Glasscheiben, die mit speziellen Beschichtungen oder durch Einfärbung so optimiert sind, dass sie einen großen Teil der Hitze abweisen, ohne die Tageslichtnutzung zu beeinträchtigen. Aktuelle Zahlen belegen den Sinn solcher Maßnahmen: Das Klima ändert sich viel schneller als erwartet. Ein Hitzerekord jagt den nächsten. Beispiel Potsdam: Während es zwischen 1961 und 1990 keinen einzigen Tag mit Temperaturen über 30 Grad gab, waren es bis 2007 schon fünf Tage jährlich. Bis 2050 rechnen Klimaexperten mit bis zu 26 Tagen, an denen es so unerträglich heiß wird. Auch das mittlere Sommerklima heizt sich auf – bis 1990 war es in Potsdam durchschnittlich an 28 Tagen über 25 Grad warm, bis 2007 an 40 Tagen, und die Prognose liegt bis 2050 bei 58-69 Tagen.
Sonnenschutzgläser bestehen aus einer oder mehreren Glasscheiben, die mit speziellen Beschichtungen oder durch Einfärbung so optimiert sind, dass sie einen großen Teil der Hitze abweisen, ohne die Tageslichtnutzung zu beeinträchtigen.
Während sich der Gesetzgeber immer stärker auf Vorschriften für eine verbesserte Wärmedämmung konzentriert, um Heizenergie einzusparen, gibt es keine Vorschriften, um die Folgen der übermäßigen Sommerhitze und den damit verbundenen Energieverbrauch der Klimaanlagen zu reduzieren; da sind Bauherren und Architekten auf Eigeninitiative angewiesen. Untersuchungen haben ergeben, dass sich mit Wärmeschutzgläsern die Hitzeeinwirkungen durch große Glasflächen um bis zu 50 Prozent reduzieren lassen, was dann natürlich auch 50 Prozent weniger Energieverbrauch durch Klimaanlagen bedeutet.
In der Regel genügt es, die Fensterflächen an den Süd- und Westseiten der Gebäude mit Wärmeschutzglas aus- oder nachzurüsten. Als besonders effektiv gilt die Kombination aus Sonnenschutz- und wärmedämmendem Glas, weil dadurch der Energieverlust an kalten Tagen minimiert wird. Dann hat man den Doppel-Effekt: Schön kühl im Sommer, und trotzdem im Winter angenehm warm.
Als besonders effektiv gilt die Kombination aus Sonnenschutz- und wärmedämmendem Glas, weil dadurch der Energieverlust an kalten Tagen minimiert wird.
Sonnenschutzglas reduziert nicht nur die Raumtemperatur in Bürohäusern mit riesigen Glasfronten, sondern kommt immer häufiger auch im Wohnungsbau zur Anwendung. Hintergrund ist der zunehmende Ausbau von ehemaligen Dachböden zu Wohnraum mit meist schrägen Fensterflächen, die sich im Sommer besonders stark aufheizen.