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1. Okt 2021

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Gesellschaft

Kreislaufwirtschaft sichert den Wohlstand

Journalist: Armin Fuhrer

Die Wirtschaft muss vom  Verbrauch endlicher Ressourcen abgekoppelt werden, um nachhaltig zu werden, fordert die britische Expertin Ellen MacArthur.

Ellen MacArthur, ehemalige Weltrekordseglerin und Gründerin der Ellen MacArthur-Stiftung zur Förderung der Kreislaufwirtschaft; Foto: Presse

Seit mehreren Jahrzehnten haben die Menschen in den westlichen Industrieländern die Möglichkeit, Konsumgüter und Produkte auf eine bisher unvorstellbare Weise zu nutzen. Das bedeutet Komfort – aber was sind die negativen Folgen für Klima und Umwelt?

Während unsere industrielle Wirtschaft vielen Menschen Bequemlichkeit gebracht hat, treibt die damit verbundene Verfügbarkeit den Klimawandel an, zerstört die biologische Vielfalt und verursacht  katastrophale Auswirkungen auf der ganzen Welt mit Abfall und Umweltverschmutzung. Die Treibhausgasemissionen sinken nicht schnell genug, um die Klimaziele zu erreichen, und während der Umstellung auf erneuerbare Energien die Treibhausgasemissionen um 55 % senken kann, stammen die restlichen 45 % der Emissionen aus der Herstellung und Verwendung von Produkten und der Herstellung unserer Lebensmittel. Die Kreislaufwirtschaft bietet uns die Mittel, um viele dieser Emissionen zu bekämpfen und gleichzeitig Möglichkeiten für wirtschaftlichen Wohlstand zu schaffen.

Erreichen wir unsere Grenzen?

Unsere gegenwärtige Wirtschaft basiert darauf, ein Material aus dem Boden zu nehmen, es in ein Produkt zu verwandeln, das wir für kurze Zeit verwenden, und es dann wegzuwerfen – es ist Nehmen, Machen, Verschwenden. Diese lineare Wirtschaft kann auf lange Sicht nicht funktionieren. Heute verwenden wir umgerechnet 1,6 Erden pro Jahr, um die Ressourcen bereitzustellen, die wir verwenden, und um unsere Abfälle zu absorbieren. Dies bedeutet, dass der Planet ein Jahr und acht Monate braucht, um das, was wir verwenden, in einem einzigen Jahr zu regenerieren. Wir laufen Gefahr, dass die lokalen, regionalen und schließlich globalen Ökosysteme zusammenbrechen. Die Kreislaufwirtschaft ist ein Weg, dies zu lösen, indem das Wirtschaftswachstum vom Verbrauch endlicher Ressourcen abgekoppelt wird.

Sie beschreiben, dass wir heute eine lineare Wirtschaft haben. Warum ist das problematisch? Beginnt das Problem mit der Produktion von Waren?

In der linearen Wirtschaft fließen Materialien in eine Richtung. Wir nehmen Ressourcen aus dem Boden, stellen Produkte her und dann werden sie weg-geworfen und entweder verbrannt oder landen als Mülldeponie oder als Umweltverschmutzung. Es verursacht nicht nur Umweltschäden, sondern schränkt auch die Möglichkeiten für die wirtschaftliche Entwicklung ein. Wenn wir dies ändern möchten, müssen wir nicht nur überdenken, wie wir einzelne Produkte herstellen, sondern auch das System, das sie umgibt – die Geschäftsmodelle, die Art und Weise, wie Kund:innen auf Produkte zugreifen, was mit diesen Produkten passiert, wenn wir mit ihnen fertig sind, damit wir die Produkte als Materialien im System so lange wie möglich behalten können.

Und die Alternative ist die Kreislaufwirtschaft? Was sind seine Grundlagen, wie funktioniert es?

Die Kreislaufwirtschaft basiert auf drei Prinzipien, die alle vom Design bestimmt sind: Abfall und Umweltverschmutzung beseitigen, Produkte und Materialien in Gebrauch halten und natürliche Systeme regenerieren. Diese Prinzipien geben uns die Werkzeuge, um die Ursachen globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt, Verschwendung und Umweltverschmutzung zu bewältigen und gleichzeitig neue Möglichkeiten für Wohlstand zu schaffen.

Wer muss umdenken und handeln? Reicht es aus, Politik und Wirtschaft zur Verantwortung zu ziehen? Oder sind wir alle gefragt?

Wir alle können Entscheidungen treffen, um Dinge wiederzuverwenden oder zu reparieren, zu teilen und zu recyceln. Aber das derzeitige System macht es sehr schwierig und oft unpraktisch, Prinzipien und Entscheidungen der Kreislaufwirtschaft anzuwenden. Wir brauchen Unternehmen und Regierungen, die zusammenarbeiten, um ein System zu schaffen, das es uns allen ermöglicht, bessere Entscheidungen zu treffen, Entscheidungen, die Teil der Lösung globaler Herausforderungen und nicht Teil der Probleme sind.

29. Dez 2025

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Gesellschaft

Vorsorge ab 50 – Sicherheit für Körper und Konto – Ein Beitrag von Uwe-Matthias Müller, Vorstand des Bundesverbands Initiative 50Plus Europa

Mit dem Älterwerden verändert sich nicht nur der Blick auf das Leben, sondern auch die Verantwortung für die eigene Zukunft. Menschen ab 50 stehen oft mitten im Leben – beruflich erfahren, familiär gefestigt, mit einem klareren Verständnis für das, was wirklich zählt. Gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Vorsorge zu treffen: für die Gesundheit und für die Finanzen. **Gesundheit: Früher erkennen, besser leben** Ab 50 steigt das Risiko für chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Leiden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Wer rechtzeitig handelt, kann Lebensqualität erhalten und Folgeerkrankungen vermeiden. Auch Impfungen, Zahnvorsorge und Krebsscreenings sind wichtige Bausteine. Prävention bedeutet nicht nur Kontrolle, sondern auch aktives Gestalten: Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit sind entscheidende Faktoren für ein vitales Altern. >Mit 50 beginnt eine Phase der Stabilität – aber auch der Weichenstellung. Wer jetzt handelt, profitiert von Zeit, Übersicht und Entscheidungsfreiheit. Vorsorge ist kein Zeichen von Angst, sondern von Verantwortung. **Finanzen: Klarheit schafft Freiheit** Finanzielle Vorsorge ist ebenso zentral. Die gesetzliche Rente allein reicht oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Wer frühzeitig private Altersvorsorge betreibt – sei es durch Immobilien, Versicherungen oder Fonds – schafft sich Spielraum für die Zukunft. Auch das Thema Pflege sollte nicht verdrängt werden: Eine Pflegezusatzversicherung oder ein klarer Vorsorgeplan kann im Ernstfall Entlastung bringen. Wichtig ist, regelmäßig zu prüfen: Sind alle Unterlagen aktuell? Gibt es eine Patientenverfügung oder ein Testament? Wer vorbereitet ist, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch Angehörige. **Warum jetzt?** Mit 50 beginnt eine Phase der Stabilität – aber auch der Weichenstellung. Wer jetzt handelt, profitiert von Zeit, Übersicht und Entscheidungsfreiheit. Vorsorge ist kein Zeichen von Angst, sondern von Verantwortung. Sie schafft Sicherheit, Selbstbestimmung und die Möglichkeit, das Leben auch im Alter aktiv zu gestalten. ## Fazit Vorsorge ab 50 ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Sie bedeutet, das Leben bewusst in die Hand zu nehmen – für mehr Gesundheit, finanzielle Stabilität und innere Ruhe. Wer heute vorsorgt, lebt morgen entspannter.

23. Dez 2025

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Gesellschaft

Warum es so wichtig ist, konsequent nachhaltig zu bauen – Ein Beitrag von Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand DGNB e.V.

Nachhaltiges Bauen bedeutet weit mehr als energieeffiziente Gebäude oder den Einsatz ökologischer Materialien. Es beschreibt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Gebäude über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg betrachtet werden: von der Planung über den Bau und die Nutzung bis hin zu Umbaumaßnahmen oder den Rückbau. Ziel ist es, Umweltbelastungen zu minimieren, Ressourcen zu schonen, Menschen gesunde und lebenswerte Räume zu bieten und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvolle Lösungen zu schaffen. Stand heute ist der Bausektor nach wie vor für einen erheblichen Teil der globalen CO2-Emissionen, den Verbrauch natürlicher Ressourcen und den zunehmenden Verlust der Biodiversität verantwortlich. Gleichzeitig verbringen wir den Großteil unseres Lebens in geschlossenen Räumen, die unser Wohlbefinden stärken sollen, ohne dabei die Zukunft unseres Planeten zu gefährden. Zudem leben immer mehr Menschen in der Stadt. Der Bedarf an attraktiven und dazu noch klimaresilient gestalteten Freiräumen wächst. Nachhaltige Architektur bietet einen ganzheitlichen Ansatz, um die Klimakrise zu bekämpfen, soziale Gerechtigkeit zu fördern und langfristige wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten. Wie ein Perspektivwechsel in diese Richtung gelingen kann, zeigen wir noch bis zum 28. Januar 2026 mit der ersten DGNB Ausstellung „What If: A Change of Perspective“ in der Berliner Architekturgalerie Aedes. Die Ausstellung fordert Besucherinnen und Besucher dazu auf, gewohnte Denkmuster zu hinterfragen und die Themenvielfalt des nachhaltigen Bauens neu und unvoreingenommen auf sich wirken zu lassen. >Nachhaltige Architektur bietet einen ganzheitlichen Ansatz, um die Klimakrise zu bekämpfen, soziale Gerechtigkeit zu fördern und langfristige wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten. Anhand gebauter Beispiele wird deutlich, dass viele Lösungen bereits existieren. So erfährt der Besuchende anschaulich, wie Gebäude klima- und ressourcenschonend geplant werden können, indem Materialien im Kreislauf geführt, Energie effizient genutzt oder sogar erzeugt wird und der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes berücksichtigt bleibt. Ebenso thematisiert werden Klimaanpassung und Resilienz: durch kluge Gestaltung, Begrünung und Freiräume können Gebäude und Städte besser mit Hitze, Starkregen oder Trockenperioden umgehen. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Menschen. Nachhaltiges Bauen stellt das Wohlbefinden, die Gesundheit und das soziale Miteinander in den Mittelpunkt. Architektur kann Begegnung fördern, Identität stiften und bezahlbaren Wohnraum schaffen, ohne dabei die Umwelt aus dem Blick zu verlieren. Auch der verantwortungsvolle Umgang mit bestehenden Gebäuden spielt eine zentrale Rolle. Sanieren, Umnutzen und Weiterbauen im Bestand werden als Strategien gezeigt, um Flächen zu schützen und Ressourcen zu sparen. Nicht zuletzt wird klar, dass Nachhaltigkeit keine Kostenspirale sein muss. Ganzheitlich geplante Gebäude sind oft wirtschaftlicher, weil sie langfristig Betriebskosten senken, Risiken minimieren und ihren Wert erhalten oder steigern. Nachhaltiges Bauen ist kein abstraktes Expertenthema und schon gar keine Zukunftsvision, sondern eine konkrete Chance. Für lebenswerte Städte, für gesunde Räume und für eine gebaute Umwelt, die den Herausforderungen unserer Zeit gewachsen ist. Als inhaltlich getriebener Non-Profit-Verein begreifen wir das nachhaltige Bauen seit unserer Gründung vor 18 Jahren als gesellschaftliche Aufgabe, nach der wir unser Handeln ausrichten. Mit der Ausstellung laden wir jeden einzelnen ein, genauer hinzusehen, weiterzudenken und selbst Teil des Wandels zu werden. Weitere Informationen gibt es unter www.dgnb.de/aedes