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1. Okt 2020

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Gesellschaft

Neue Wege in der Verpackungsindustrie

Nachhaltig zu sein ist nicht nur ein aktuelles Trendthema. Nachhaltigkeit bedeutet Haltung und ist der Weg in die Zukunft. 

Seit dem Juli sind bestimmte Produkte aus Einwegplastik in der EU verboten. Im Jahr 2020 hat die Europäische Kommission den „Green Deal“ bekräftigt und einen Aktions-plan für die Kreislaufwirtschaft beschlossen. Da die Menge der Verpackungen kontinuierlich steigt, erreicht auch die Abfallmenge immer neue Rekorde. 173 kg Verpackungsabfall pro Einwohner:in in der EU waren es im Jahr 2017. Durch die Coronakrise hatte im vergangenen Jahr der Verpackungsmüll in deutschen Privathaushalten um 10 Prozent zugenommen.

Es wird also Zeit, dass eine Branche um-denkt, sich neu erfindet und unkonventionelle Wege geht. Denn bis 2030 sollen alle Verpackungen in der EU in wirtschaftlich vertretbarer Weise wiederverwendet oder recycelt werden können. Und das fordern auch die Verbraucher. Laut der Havas Brand Studie 2019 erwarten 75 Prozent, dass Marken eine klare soziale und ökologische Haltung beziehen. Die „grüne Reputation“ wird im Einzelhandel für Marken und Hersteller immer wichtiger.

Beim Faltschachtelproduzenten PackEx ist das Thema Nachhaltigkeit von Beginn an fest in der Unternehmens-DNA verankert. „Unsere Mission: Das Gespräch über Verpackungen befeuern und positiv gestalten. Denn ein fair produziertes, nachhaltiges Produkt kann nur so nachhaltig sein, wie seine Verpackung und die dazugehörige Supply Chain. Mit Geschäftsmodell, Faltschachteln mit dem heute geringstmöglichen CO2-Fußabdruck schnell und stückgenau zu liefern, wird bemühten Unternehmen die Möglichkeit geboten, ihr nachhaltiges Produkt auch entsprechend zu verpacken. Denn Nachhaltigkeit ist kein kurzweiliger Trend, sondern wird uns alle in den kommenden Jahren stark beschäftigen. PackEx ist mit den eigenen Prozessen am Puls der Zeit und möchte einen Beitrag leisten. Wir nennen es „Future Packaging for a Future World“, erklärt Julian Erhard, Managing Director der PackEx GmbH.

Für ihre Innovation hat PackEx im letzten Jahr den VisionAward erhalten. Damit werden besonders innovative und disruptive Geschäftsmodelle ausgezeichnet. „PackEx produziert nachhaltig, vermeidet durch Sammeldruckbögen interne Überproduktion und daraus resultierende Wegwerfware, verwendet ausschließlich nachwachsende Rohstoffe und versendet die Bestellungen umweltschonend an Kunden“, so Erhard. 

Der gesamte Produktionsprozess ist bei PackEx auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Statt den CO2-Ausstoß kompensieren zu müssen, hält der Faltschachtelhersteller ihn durch technische Innovationen und digitalisierte Prozesse von Anfang an niedrig. Beispielsweise durch die Entwicklung von Spezialmaschinen, wie einem Laser zur Vermeidung von Stanzformen und Kartonabfall, wodurch PackEx gegenüber anderer Druckereien 87 % weniger Rohstoffeinsatz erreicht. Dazu kommen FSC-zertifizierte Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen. Bei einer vollen Auslastung der Produktion spart das Unternehmen im Vergleich zu anderen Produzenten so rund 1.500 Tonnen CO2 ein und setzt damit einen deutlichen Benchmark. Das Geschäftsmodell überzeugte auch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, das PackEx in das Umweltinnovationsprogramm aufnahm. 

Auch in der Logistik geht PackEx neue Wege. „Der Versand erfolgt in maßgeschneiderten Kartons statt per Spedition auf Euro-Paletten. Da wir uns mit unseren Verpackungslösungen auf Kleinauflagen von  1 bis 20.000 Stück spezialisiert haben, können Unternehmen bedarfsgerecht bestellen. So vermeiden wir und unsere Partner Lagerkosten, die Entsorgung von Verpackungsüberschuss und verringern somit weiter Abfall“, beschreibt Julian Erhard ihre maßgeschneiderte Lösung.

Ob kleine oder große Aufträge, wenn Kunden flexibel auf Änderungen am Markt reagieren wollen oder neue Produkte testen wollen – wichtig ist der Aspekt der Nachhaltigkeit. „Am POS können Marken so nicht nur mit einem nachhaltigen Produkt punkten, sondern Konsumenten und Konsumentinnen auch mit einer ansprechenden Verpackung überzeugen. Mit PackEx wollen wir Unternehmen dazu bewegen, bei Nachhaltigkeit nicht mehr nur an Produktion und Endprodukt zu denken, sondern das große Ganze voranzutreiben. Interessierten Unternehmen bieten wir die Möglichkeit einer kostenlosen Musterbox, zum Testen unserer Faltschachteloptionen. Es bestärkt uns, dass die meisten Unternehmen immer offener gegenüber alternativen, ressourcenschonenden Lösungen sind und sie verlangen. Durch einen gemeinsamen Diskurs mit Marken und Start-ups können wir sie bestmöglich mit unseren Verpackungslösungen unterstützen. Die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft ist am Ende eine gemeinsame Aufgabe“, fasst der Managing Director das Ziel von PackEx zusammen. 

2. Jul 2026

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Gesellschaft

Deutschland in einer neuen sicherheitspolitischen Realität – Ein Beitrag von Dr. Hans Christoph Atzpodien, Hauptgeschäftsführer, BDSV

Liebe Leserinnen und Leser, „Wir sind nicht im Krieg, aber wir sind auch nicht mehr im Frieden“. Diesen Satz des Generalinspekteurs Carsten Breuer haben sich inzwischen auch Bundeskanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius zu eigen gemacht. Er beschreibt eine neue sicherheitspolitische Realität, mit der wir uns auch im fünften Kriegsjahr der russischen Vollinvasion auf die Ukraine konfrontiert sehen und die Grundlage für unser sicherheitspolitisches Handeln sein muss. Der Zwischenzustand, der unserem Land damit attestiert wird, ist in dieser Form im Grundgesetz jedenfalls nicht vorgesehen. Unsere Verfassung unterscheidet zwischen Friedenszustand, dem Spannungsfall als Vorstufe des Verteidigungsfalls, die bereits die Anwendung bestimmter Notstandsrechtsvorschriften ermöglicht und dem eigentlichen Verteidigungsfall. Letzterer tritt nach Artikel 115a Grundgesetz dann ein, wenn das Staatsgebiet mit Waffengewalt angegriffen wird oder ein solcher Angriff unmittelbar droht. Nach Analysen der NATO besteht das Ziel, unsere Streitkräfte spätestens bis zum Jahr 2029 rundherum abschreckungs- und verteidigungsfähig auszustatten. Dieses Ziel muss darüber hinaus mit einer umfassenden Befähigung zur Gesamtverteidigung im Sinne einer gesamtgesellschaftlichen Resilienz einhergehen. Schon heute erleben wir ständige hybride Angriffe in der Form von Drohnenüberflügen, Cyber-Attacken oder Desinformationskampagnen, die bestimmten staatlichen Akteuren zugeordnet werden. >Nach Analysen der NATO besteht das Ziel, unsere Streitkräfte spätestens bis zum Jahr 2029 rundherum abschreckungs- und verteidigungsfähig auszustatten. Hieraus ergeben sich zweierlei Schlussfolgerungen: Erstens: Um unserem Beitrag in diesem Prozess – wie der NATO versprochen – zu erfüllen, wollen wir schon im Jahr 2029 ca. 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Verteidigung sowie perspektivisch weitere 1,5 % des BIP für militärisch-relevante Infrastrukturmaßnahmen ausgeben. Rechnet man diese Ausgaben zusammen, so machen diese im Jahr 2029 40 % unseres Bundeshaushaltes aus. Allein in den Verteidigungsbudgets der Jahre 2025 bis 2029 sind kumuliert ca. 200 Milliarden Euro nur für Rüstungsausgaben geplant. Kurz: Es geht also um gewaltige Summen, die unsere Volkswirtschaft als Ganzes fordern. Zweitens benötigen wir ein umfassendes Verständnis der Sicherheits- und Resilienz-Notwendigkeiten in unserer Gesellschaft. Die Gewährleistung von Sicherheit ist die zentrale Querschnittsaufgabe unserer Zeit, die jeden und jede von uns betrifft: im Bevölkerungsschutz, beim Schutz kritischer Infrastrukturen, über Bedrohungen zu Lande, zu Wasser, in der Luft sowie im Cyberraum. Jeder Sektor ist gefragt, hier einen Beitrag leisten. In der Politik schließlich müssen diese Anstrengungen koordiniert und verzahnt werden. Dokumente wie die Nationale Sicherheitsstrategie oder die unlängst vorgestellte Militärstrategie sind der notwendige Ausfluss dieser Anstrengungen. Im BDSV wird dieser umfassende Sicherheitsbegriff seit unserer Gründung im Jahr 2009 konsequent gelebt. In unserem Verband sind alle Ausrüster staatlicher Sicherheitsbehörden willkommen und vereint. Über die Plattform SVI-Connect, die wir gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik ins Leben gerufen haben, leisten wir seit Jahresbeginn zudem einen Beitrag zur Verzahnung klassischer Rüstungsunternehmen mit neuen, bislang überwiegend zivilen Zulieferern – zum Vorteil beider Seiten. Nicht zuletzt deshalb ist Deutschland auf gutem Weg, seine selbstgesteckten Ziele in der Zeitenwende zu erreichen. Die deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie tut alles in ihrer Macht Stehende, um hier ihren Beitrag zu leisten.