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24. Sep 2026

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Business

Wenn Regeln nicht reichen

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: Getty Images/unsplash

Automatisierung arbeitet nach Plan. KI kommt dort ins Spiel, wo feste Regeln nicht mehr genügen. Was beide unterscheidet – und warum sie gemeinsam interessant werden.

Eine Rechnung kommt per E-Mail. Die Software erkennt den Absender, ordnet sie dem richtigen Vorgang zu und leitet sie weiter. Klingt intelligent, muss es aber nicht sein. Solche Abläufe lassen sich seit Jahren automatisieren. Der Unterschied beginnt dort, wo ein System nicht nur Regeln abarbeitet, sondern Informationen selbst einordnen muss. Klassische Automatisierung folgt Regeln. Wenn A passiert, folgt B. Das ist effizient, aber ungefähr so spontan wie eine Ampel. KI funktioniert anders. Sie kann Muster erkennen und auf Eingaben reagieren, für die nicht jeder Schritt vorher festgelegt wurde. Sie berechnet Wahrscheinlichkeiten und leitet daraus Ergebnisse ab.

In Unternehmen treffen beide Welten zunehmend aufeinander. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nutzten 2025 bereits 26 Prozent der deutschen Unternehmen ab zehn Beschäftigten KI. Von diesen setzten 27 Prozent die Technologie zur Automatisierung von Arbeitsabläufen oder Entscheidungen ein. KI-Automatisierung ist also keine Zauberkiste. Gemeint ist die Verbindung automatisierter Abläufe mit KI-Systemen, die Inhalte erkennen oder Entscheidungen vorbereiten. Eine klassische Software leitet etwa einen Beleg weiter, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. KI kann zuvor erkennen, welche Art von Dokument vorliegt und Informationen herauslesen. Im Kundenservice schickt Automatisierung eine Anfrage an die richtige Abteilung. KI versucht zusätzlich zu verstehen, worum es dem Kunden eigentlich geht. Manchmal vermutlich schneller als der Kunde selbst.

KI kann zuvor erkennen, welche Art von Dokument vorliegt und Informationen herauslesen.

Damit wächst das Spektrum automatisierbarer Arbeit. Die OECD zeigt in „Skills in the AI Age“ von 2026, dass KI bestehende Aufgaben automatisieren, aber menschliche Arbeit auch ergänzen kann. Mehr KI bedeutet also nicht zwangsläufig weniger Mensch. Das ist wichtig, denn intelligent bedeutet nicht unfehlbar. Je mehr ein System interpretieren oder entscheiden darf, desto wichtiger werden Kontrolle und klare Zuständigkeiten. Eine falsch gesetzte Regel produziert zuverlässig denselben Fehler. Eine KI kann dagegen durchaus kreativer danebenliegen.

Unternehmen sollten deshalb nicht möglichst viel automatisieren, sondern die richtigen Aufgaben. Standardisierte Abläufe bleiben das Revier klassischer Automatisierung. Sobald Sprache oder wechselnde Situationen ins Spiel kommen, kann KI zusätzlichen Nutzen bringen. Am Ende ist der Unterschied weniger kompliziert, als die Begriffe vermuten lassen. Automatisierung nimmt Menschen Handgriffe ab. KI hilft zusätzlich bei der Einordnung. Gemeinsam können beide Prozesse leistungsfähiger machen. Vorausgesetzt, der Mensch weiß nicht nur, wo der Startknopf sitzt, sondern auch, wann er besser auf Stopp drückt.

28. Sep 2026

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