Diesen Artikel teilen:

16. Mär 2023

|

Wirtschaft

3 Fragen an Annemarie Leniger

Journalist: Kirsten Schwieger

|

Foto: Min An/pexels, Presse/OTG

Im Interview berichtet Annemarie Leniger über den Anbau, Ernte die Verarbeitung und den Zutaten von Tee und was dabei beachtet werden muss.

unbenannt-2-online(2).png
Annemarie Leniger, Geschäftsführerin OTG & verantwortlich für Marketing, Einkauf, Qualitätssischerung sowie Forschung und Entwicklung

Je besser die Rohstoffe, desto größer der Genuss?
Genuss entsteht erst, wenn die Qualität stimmt, aber auch die Verantwortung hinter den Kulissen ernstgenommen wird. Bedeutet: Die Zutaten selbst sind genauso wichtig wie das Engagement für mehr Nachhaltigkeit und Transparenz, das wir gemeinsam mit unseren langjährigen Partnern im Tee-Anbau vorantreiben. 

Wie beeinflussen Anbaugebiet und Erntezeiten den Geschmack?
Wir verwenden mehr als 200 pflanzliche Zutaten aus über 90 Ländern. Mit Tee ist es wie mit Wein: Je nach Anbaugebiet und klimatischen Bedingungen unterscheidet sich der Geschmack. Auch Erntemethoden haben einen Einfluss. Unsere Tea Taster überprüfen die Rezepturen ständig, um den Geschmack zu optimieren.

Welche Rolle spielt die Verarbeitung?
Wir betreiben viel Aufwand, um Rohstoffe in bester Qualität zu bekommen. Um die Aromen zu erhalten, verarbeiten wir sie besonders schonend. Dabei hilft unsere über 115-jährige Erfahrung genauso wie modernste Technologie.

29. Sep 2026

|

Wirtschaft

Energiekurs Deutschland – Ein Beitrag von Tim Meyer, Energieexperte, Speaker und Berater

Wer heute erfolgreich durch die Energiewelt navigieren will, kommt mit alten Landkarten nicht weit. Zum einen hat sich die geopolitische Tektonik verschoben: Spätestens seit 2021 wissen wir, dass Versorgungssicherheit über Erdgas nur noch mit hohen Kosten und Preisrisiken zu haben ist – seit dem Konflikt an der Straße von Hormus gilt das auch für Kraftstoffe. Wichtiger noch: Die Welt steckt in einer elektrotechnologischen Revolution, die weit über die Energieversorgung hinausreicht. Mobilität, Wärme, industrielle Prozesse und die Fertigung von morgen werden weitgehend elektrisch. Die Märkte haben sich bereits massiv verschoben – nicht nur die deutsche Autoindustrie leidet unter Absatzverlusten einst erfolgreicher Produkte. Treiber ist der globale Boom bei erneuerbaren Energien: Mit ihnen ist Strom so günstig und verfügbar wie nie, und der Preisverfall bei Batteriespeichern gleicht Schwankungen von Wind, Sonne und Verbrauch immer besser aus. Ergebnis: Allein in diese Technologien und den Ausbau der Stromnetze fließen weltweit Investitionen von über 1,3 Billionen US-Dollar pro Jahr – etwa fünfmal so viel wie in neue Gas-, Kohle- und Atomkraftwerke. Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. So anstrengend diese Gleichzeitigkeit wirkt: Für Menschen und Unternehmen in Deutschland liegen darin große Chancen. Zwei Dinge sind gewiss: Erstens gibt es kein Zurück – geopolitische Spannungen verschwinden nicht, und der technologische Fortschritt bei Clean Tech lässt sich nicht zurückdrehen. Zweitens sind diese Entwicklungen global: Technologien, die wir ohnehin für den Heimatmarkt entwickeln müssen, sind weltweit gefragt und können zur zentralen Säule des dringend nötigen wirtschaftlichen Aufschwungs werden. >Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. Umgekehrt gilt: Wer an alten Plänen und alter Technologie festhält – und sei es neu verpackt als „hocheffiziente Verbrenner“ oder „Grüngas“ –, landet auf dem wirtschaftlichen Abstellgleis. Industrielle Revolutionen kann man nicht aufhalten. Man kann sich nur entscheiden, auf der Gewinner- oder Verliererseite stehen zu wollen. China macht das seit Jahren zur Industriepolitik: vom Abnehmer deutscher Maschinen zum aggressiven Wettbewerber, inklusive Sicherung von Rohstoffen und Lieferketten. Heute ist China globaler Marktführer bei Wind- und Solarenergie, Batterietechnik und E-Mobilität – weitere Angriffe auf deutsche Märkte sind angekündigt, auch bei Wärmepumpen. Es gilt also, aus der Not eine Tugend zu machen: Absicherung gegen fossile Preisrisiken, Investition in Zukunftsmärkte, europäische Resilienz und Klimaschutz sind dabei ein und dasselbe. Die Politik muss diese neue Realität in eine verständliche Energielandkarte übersetzen: Elektrifizierung unserer Volkswirtschaft als verankertes Ziel, politisch gemanagt und mit Investitionen hinterlegt – vor allem durch schnellere Modernisierung der Energieinfrastruktur, also Digitalisierung, effizientere Organisation und Ausbau der Stromnetze. Doch auch ohne den großen politischen Wurf gibt es Lösungen, die sich schon heute lohnen und in die unternehmerische Zukunft weisen. „Energiekurs Deutschland“ zeigt diese Richtungen auf. Je mehr Unternehmen sie jetzt nutzen, desto mehr profitiert die Allgemeinheit – denn Deutschland hat alle Voraussetzungen, sich neu zu erfinden. Wir müssen es nur wollen und anpacken.