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30. Sep 2021

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Gesellschaft

3 interessante Zukunftsgebäude in der Gegenwart

Journalist: Kirsten Schwieger

Baumhäuser der besonderen Art

Natürliche Beschattung im Sommer, Windschutz im Winter und das ganze Jahr über CO2-Absorption wie am Fließband. So ein Wald am Haus kann ganz schön praktisch sein. Also, ein vertikaler Wald, direkt am Gebäude. Wie der „Bosco Verticale“ in Mailand. Rund 800 Bäume und 20.000 Sträucher schmücken gut 9.000 Quadratmeter Terrassen- und Fassadenfläche zweier Hochhaustürme. Mitten im luftverschmutzten Großstadtzentrum, errichtet vom italienischen Architekten Stefano Boeri mit zwei Kollegen seines Architekturbüros. Im Oktober 2014 wurden die bewaldeten Zwillingstürme mit insgesamt 50.000 Quadratmetern Wohnfläche fertiggestellt. Noch in demselben Jahr heimste Boeri damit den Internationalen Hochhauspreis ein. Vertikale Wälder in Eindhoven, Shanghai, Bogóta, Lausanne, Utrecht und Frankfurt folg(t)en.

Die grünen Hochhäuser sind nachhaltig und autark. Sonnenkollektoren sorgen für erneuerbare Energie und zur Bewässerung des Waldes wird gefiltertes Gebäude-Abwasser verwendet. Das reduziert sowohl den Gesamtabfall als auch die CO2-Bilanz. Darüber hinaus absorbiert der vertikaler Wald noch CO2: 44.000 Pfund Kohlenstoff konvertieren die Bäume und Pflanzen der Mailänder Zwillingstürme pro Jahr. Die Fassadenvegetation soll das Mikroklima der Umgebung und in den Wohnungen verbessern und dessen Bewohner vor Lärm und Feinstaub schützen. Ob vertikale Wälder eine Universallösung für luftverschmutzte Metropolen auf der ganzen Welt sind, ist jedoch fraglich. So sollen die Mehrkosten für die Begrünung pro Wohneinheit monatlich 1.500 Euro betragen. Ganz schön viel Holz.

OCEANIX City liegt in ruhigen, geschützten Gewässern in der Nähe von Megacities an der Küste und wird eine anpassungsfähige, nachhaltige, skalierbare und  erschwingliche Lösung für das menschliche Leben auf dem Meer sein.

Waterworld auf nachhaltig

Vielleicht leben wir Großstädter in naher Zukunft aber nicht am Wald, sondern auf dem Wasser? Laut UN-Prognosen werden 2050 gut 90 Prozent der größten Weltstädte mit Überflutung zu kämpfen haben. Schuld ist die fortschreitende Erderwärmung, welche den Meeresspiegel steigen lässt. Eine Lösung für das Leben in Zeiten des Klimawandels hat der dänische Architekt Bjarke Ingels in Zusammenarbeit mit dem MIT und der polynesischen Firma Oceanix entworfen. Oceanix City heißt dann auch das Modell einer selbstversorgenden, nachhaltigen Stadt auf dem Wasser. Ein Prototyp soll bereits in Arbeit sein.

Oceanix City besteht aus einzelnen, gut 20.000 Quadratmeter großen dreieckigen, schwimmenden Plattformen. Sechs solcher Ökosysteme für 300 Menschen bilden ein Dorf für 1.650 Einwohner. Sechs Dörfer ergeben eine 10.000 Einwohner-Stadt, inklusive auf Landwirtschaft, Energieerzeugung oder auf Produktion ergänzte spezialisierte Plattformen. Verankert ist Oceanix City am Meeresgrund. Die Stadt ist als abfallfreies Kreislaufsystem konzipiert, das seine Bewohner mit Energie, Trinkwasser und Nahrung versorgen soll. Riesige Sonnenkollektoren auf den Dächern versorgen die Bewohner mit Strom. Das Herz jeder einzelnen Plattform soll das Urban Farming sein. Dort werden nicht nur Lebensmittel angebaut, sondern auch das nachhaltige Baumaterial der Bambus-Gebäude. Unterhalb der künstlichen Inseln sollen Muscheln und Algen kultiviert werden. Ein komplettes Ökosystem aus Wohnen, Freizeit und Urban Farming.


Schwindelerregende Höhen

Das Hochhaus der Zukunft erzeugt Energie, indem es sich mithilfe der Windkraft um seine eigene Achse dreht. Und zwar um 360 Grad in 48 Stunden. Es soll in Dubai stehen. Jedenfalls hat der türkische Architekt Hayri Atak es für die arabische Millionenmetro-pole konzipiert. Der „Squall Tower“ besteht aus drei riesigen, schleifenförmigen Türmen, die sich dank ausgeklügelter Aerodynamik um eine Mittelachse drehen. Die Schleifenform der drei Türme sorgt dafür, dass diese sich dem Wind anpassen können und mit möglichst geringem Luftwiderstand rotieren. Zusätzlich stehen die drei Haupttürme auf einer runden, wellenförmigen Plattform. Für das Design ließ sich Atak von Windturbinen inspirieren. Im Gegensatz zu Wolkenkratzern, die der Kraft des Windes widerstehen, bewegt sich der Squall Tower gleichmäßig – unabhängig von der Windrichtung. 

Wie viel Energie durch die Rotation erzeugt werden soll, wird leider nicht verraten. So handelt es sich bei dem imposanten Wolkenkratzer wohl auch eher um einen potenziellen Touristenmagnet als eine nachhaltige Energiequelle. Zumal die in der Visualisierung zu sehenden glitzernden Materialien auch nicht gerade nachhaltig wirken. Es sei denn, es handelt sich um Sonnenkollektoren. Jedenfalls würde es als Hotel oder Restaurant, Gästen in zwei Tagen einen vollständigen Panoramablick über Dubai ermöglichen. So wäre es wohl eher die Höhe der Türme, die Schwindel erregen, als deren Rotation.

22. Apr 2026

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Gesellschaft

Green Fishing – mit Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF

![Josef_Bild_2 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Josef_Bild_2_Online_bfe4ca7f26.jpg) ``` Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF ``` **Was kann die Angel-Community dazu beitragen, unsere Gewässer langfristig schützen?** „Jeder Angler sollte seinen Platz besser hinterlassen, als er ihn vorgefunden hat, also auch Müll anderer mitnehmen und Auffälligkeiten melden. Die Sensibilität dafür ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Viele Angler engagieren sich aktiv für saubere Gewässer. Mein Freund Jan Ebel organisiert z. B. mit seinem Verein „Spreepublik“ regelmäßig Clean-ups in Berlin, bei denen Elektroscooter und anderer Schrott aus der Spree gefischt werden. Solche Aktionen zeigen, wie wichtig das Engagement der Angler für den Gewässerschutz ist. Mit der wachsenden Zahl an Hobbyfischern steigt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit noch mehr, und viele Marken reagieren darauf, z. B. mit umweltfreundlicheren Angelködern. Beim Raubfischangeln mit Kunstködern nimmt die Nachfrage nach phthalatfreien Gummimischungen zu. Catch & Release (C&R), also das Fangen und Freilassen hingegen ist in ein kontroverses Thema. Mir ist wichtig, den gefangenen Fisch zu verwerten und der Angelei damit einen Sinn zu geben – das ist auch das Konzept unseres YouTube-Kanals BROSEF: Wir fangen Fisch zum Verzehr und zeigen, wie einfach und lecker man ihn zubereiten kann. C&R hat jedoch seine Berechtigung, um Fische, die dem regionalen Schonmaß unterliegen, wieder in das Gewässer zu geben. Wie es beispielsweise die „Müritzfischer“ nicht nur bei kleinen, auch bei großen Fischen mit starken Genen praktizieren und somit die Produktivität des Gewässers aufrechterhalten. Wichtig beim Release ist natürlich der schonende Umgang: kurze Luftzeiten und befeuchtete Hände, um die Schleimhaut der Fische nicht zu beschädigen. Solche Grundlagen lernt jeder Angler bereits in der Prüfung.“