29. Jan 2026
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Gesundheit
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Foto: Presse
Schönheit wird heute anders definiert als noch vor wenigen Jahren. Statt Perfektion rücken Gesundheit, Natürlichkeit und Authentizität in den Mittelpunkt. Viele Patienten wünschen sich ein frisches, vitales Aussehen – im Einklang mit ihrem Lebensstil und ihrem Körper. „Longevity“, also gesund altern und damit auch gesund aussehen, hat sich zu einem zentralen Anliegen entwickelt. Der Fokus liegt auf nachhaltigen Ergebnissen, die das eigene Wohlbefinden stärken und die persönliche Identität respektieren sowie auch funktionelle Bereiche unseres Körpers optimieren bzw. wiederherstellen.
Die moderne Ästhetisch-Plastische Chirurgie begleitet diesen Wandel. Sie bietet evidenzbasierte Konzepte, die auf langfristige Qualität setzen. Harmonische Veränderungen, eine verbesserte Hautgesundheit und die Wiederherstellung natürlich gewachsener Konturen stehen heute weit vor kurzfristigen Effekten. Hierbei kommen nicht nur innovative Technologien zum Einsatz, sondern auch der Bereich der Biostimulation findet immer mehr Anklang. Der Wunsch nach altersgerechter Attraktivität, ohne seinen eigenen Typ dabei zu verlassen, steht mehr denn je im Mittelpunkt. Auch ein Grund, warum gerade chirurgische Maßnahmen, wie Facelifts, eine Renaissance erleben.
Dennoch gibt es auch immer eine Kehrseite der Medaille: Im Wachstumsmarkt der Ästhetischen Medizin drängen sich den Patienten immer mehr Anbieter ohne abgeschlossene Facharztausbildung auf. Kreative Eigenbezeichnungen wie „Beauty Doc“ oder „Schönheitschirurg“ suggerieren Kompetenz, ohne dass eine formal geregelte Qualifikation vorliegt. Für Patienten ist es schwer zu unterscheiden, wer qualifiziert ist und wer nicht – mitunter mit gravierenden Konsequenzen: Komplikationen, unzureichende Ergebnisse und Korrektureingriffe, die dann erfahrene Fachärzte übernehmen müssen.
Die DGÄPC-Statistik 2025 zeigt deutlich: Besonders jüngere Patienten sind unsicher. Fast die Hälfte der unter 30-Jährigen kann den Unterschied zwischen einem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und einem nicht regulierten Anbieter nicht sicher einschätzen. Aufklärung bleibt daher ein essenzieller Bestandteil unserer Arbeit als Fachgesellschaft.
Kurzlebiger, stark bearbeiteter Content erschafft unrealistische Schönheitsideale. Filter, KI-Bearbeitung und sichtbare Überbehandlungen sind vielerorts normalisiert. Die psychologische Wirkung auf junge Menschen ist erheblich – der Wunsch nach Veränderung wird in diesem Umfeld verstärkt wie nie zuvor.
Hinzu kommt ein gesellschaftlicher Einflussfaktor, der stetig an Dynamik gewinnt: soziale Medien. Kurzlebiger, stark bearbeiteter Content erschafft unrealistische Schönheitsideale. Filter, KI-Bearbeitung und sichtbare Überbehandlungen sind vielerorts normalisiert. Die psychologische Wirkung auf junge Menschen ist erheblich – der Wunsch nach Veränderung wird in diesem Umfeld verstärkt wie nie zuvor. Es braucht aus unserer Sicht daher einen klaren Schutzrahmen für vulnerable Zielgruppen. Transparenz über digitale Bildbearbeitung und angewandte Techniken sollte verpflichtend sein, um Vergleiche mit künstlich-optimierten Vorbildern zu vermeiden. Ziel ist es, den Blick für attraktive Natürlichkeit zu stärken und ein gesundes Selbstwertgefühl zu ermöglichen – mit oder ohne individuelle Besonderheiten.
Die DGÄPC setzt sich zudem aktiv für eine qualitätsorientierte Weiterentwicklung unseres Fachgebietes ein. Dazu gehört unter anderem auch die Forderung nach einem verbindlichen Facharztvorbehalt in der ästhetischen Behandlung, wie es ihn z. B. in Frankreich und Österreich bereits gibt. Nur so lassen sich Patientensicherheit, fachliche Standards und verantwortungsvolle Ergebnisse nachhaltig garantieren. Denn Ästhetisch-Plastische Chirurgie bedeutet Verantwortung – für Gesundheit, für Natürlichkeit und für die Menschen, die uns ihr Vertrauen schenken.