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28. Jan 2026

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Business

Begeisterung zu fördern ist eine zentrale Führungskompetenz – Im Interview mit Laura Bornmann, HR-Expertin, systemischer Leadership-Coach, Keynote-Speakerin, Hochschulrätin und frühere Rewe-Personalmanagerin

Journalist: Katja Deutsch

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Foto: © siehe Dateiname

Laura Bornmann ist HR-Expertin, systemischer Leadership-Coach, Keynote-Speakerin, Hochschulrätin und frühere Rewe-Personalmanagerin – und Brückenbauerin zwischen alter und neuer Arbeitswelt. Warum Microlearnings heute genauso wichtig sind wie Neugier und Vertrauen, erläutert sie im Interview.

Frau Bornmann, viele Errungenschaften der letzten Jahre – Remote Work, Diversitäts- und Frauenförderungsprogramme – scheinen plötzlich wieder in Frage zu stehen. Weshalb? Ein zentraler Grund ist die wirtschaftliche Unsicherheit, die zu starkem Produktivitätsdruck und Überforderung führt, insbesondere bei Führungskräften. In solchen Situationen fallen viele in alte Muster und Steuerungslogiken zurück, etwa Kontrolle statt Vertrauen. Viele hoffen, dass frühere Methoden wieder wirken könnten, weil die wirtschaftliche Lage damals stabiler war. Doch alte Ansätze lösen heutige Herausforderungen nicht. Durch den ökonomischen Druck dominiert außerdem kurzfristiges Kostendenken, während langfristige Themen wie Talentbindung und Diversity ins Hintertreffen geraten. Zudem wurden Diversity oder Remote Work häufig eingeführt, ohne zuvor die nötigen kulturellen Grundlagen zu schaffen. Fehlt diese kulturelle Verankerung, bleiben solche Programme jedoch oberflächlich und halten in Krisenzeiten nicht stand. Gleichzeitig verstärken gesellschaftliche Polarisierung und politische Debatten die aktuelle Unsicherheit.

Was unterscheidet klassische Führung von modernem Leadership? Entscheidend ist das zugrunde liegende Menschenbild: Klassische Führung setzt auf Kontrolle und äußere Anreize, modernes Leadership geht davon aus, dass Menschen sich entwickeln, beitragen und Anerkennung erhalten wollen. Während traditionelle Führung auf Weisung und dem (vermeintlichen) Wissensvorsprung der Führungskraft beruht, vertraut moderne Führung der Expertise im Team, verteilt Verantwortung und kommuniziert offen statt top-down. Nur so entsteht heute ein Umfeld, in dem Menschen ihr Potenzial entfalten können. Potenzial, das wir angesichts der aktuellen Herausforderungen dringender brauchen denn je.

Sie sprechen von Veränderungsbegeisterung in Unternehmen. Was bedeutet das? Und wie können Führungskräfte diese bei sich und bei ihrem Team richtig fördern? Heute reicht Veränderungsbereitschaft nicht mehr aus. Angesichts der schnellen Entwicklungen, etwa durch KI, brauchen wir Menschen, die Veränderung aktiv vorantreiben, Chancen erkennen und neugierig sind, Neues zu lernen. Diese Begeisterung zu fördern ist eine zentrale Führungskompetenz. Viele empfinden Veränderung als Bedrohung und klammern sich an das Vertraute. Doch je mehr Lernen zum natürlichen Teil des Arbeitsalltags wird, desto weniger fremd und bedrohlich wirkt das Neue. Regelmäßige Lernzeiten, Microlearnings, Podcasts, Austausch mit Expertinnen und kontinuierliches Feedback unterstützen dabei. Inspirationsfähigkeit wird zur zentralen Kompetenz: Führungskräfte müssen Neugier sozusagen vorleben. Da Führungskräfte stark unter Zeitdruck stehen, brauchen sie Entlastung in anderen Bereichen. Ihre zentrale Aufgabe wird zunehmend, Menschen zu begleiten, zu ermutigen und eine lernorientierte Kultur zu gestalten – ein entscheidender Schritt für die Zukunftsfähigkeit von Organisationen.

Viele hoffen, dass frühere Methoden wieder wirken könnten, weil die wirtschaftliche Lage damals stabiler war. Doch alte Ansätze lösen heutige Herausforderungen nicht.

Welche Erfolgsfaktoren beobachten Sie denn bei Hochleistungsteams immer wieder? Der zentrale Erfolgsfaktor ist psychologische Sicherheit. Studien wie das Google-Projekt „Aristoteles“ bestätigen, dass Teams am besten arbeiten, wenn sich Menschen trauen, sie selbst zu sein – ohne Angst vor negativen Konsequenzen. Sie müssen Fehler zugeben können, Fragen stellen dürfen, Risiken eingehen und neue Ideen äußern, ohne belächelt oder bloßgestellt zu werden. Wesentlich dafür ist eine gemeinsame Vision, in der Ziele zusammen entwickelt werden, denn das stärkt das Commitment. Viele Menschen haben durchaus Lust auf Leistung, doch sie brauchen ein Umfeld, das sie dabei unterstützt und ihnen Entwicklung ermöglicht. Kommen diese Faktoren zusammen, kann ein leistungsfähiges, engagiertes Team entstehen, das Veränderungen aktiv mitgestaltet.

Welcher persönliche Gamechanger-Tipp hilft dabei, Führungskompetenz wirksam zu steigern? Ein wirklicher Gamechanger ist, bewusst Fragen zu stellen und wirklich zuzuhören. Im hektischen Alltag geht das oft unter, dabei entstehen genau daraus Nähe und Vertrauen. Ebenso entscheidend ist echte Wertschätzung, denn ihr Fehlen ist einer der häufigsten Gründe, warum Menschen das Unternehmen verlassen. Am Ende wollen wir alle gesehen werden und Anerkennung für das erhalten, was wir beitragen.

Wo können zukünftige Führungskräfte gutes Führen lernen? Gute Führung entsteht durch eine Kombination aus Wissen, Erfahrung, persönlicher Haltung und der Fähigkeit zur Selbstreflexion. Theorie und Weiterbildungen legen dafür eine wichtige Grundlage, doch entscheidend ist oft, dass jemand unser Potenzial erkennt und uns eine Chance gibt. Vieles lernt man erst in der Praxis: im offenen Austausch mit anderen, in Peergroups, durch Coaching, regelmäßige Reflexion und inspirierende Mentorinnen. Ebenso lehrreich sind positive wie negative Vorbilder. Am Ende braucht Führung jedoch vor allem Mut, Neues auszuprobieren, Fehler zu machen und daraus zu lernen – und zu wachsen.

Gute Führung entsteht durch eine Kombination aus Wissen, Erfahrung, persönlicher Haltung und der Fähigkeit zur Selbstreflexion.

2. Apr 2026

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Business

Daten als Fundament moderner Wertschöpfung – mit Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich

![Andreas Wagner Atelier Schulte 4 Kopie Onlinejpg.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Andreas_Wagner_Atelier_Schulte_4_Kopie_Onlinejpg_ba179e5e36.jpg) ``` Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich ``` Moderne Wertschöpfungsnetzwerke bestehen aus eng verknüpften Prozessen in Planung, Beschaffung, Produktion und Logistik. Um diese komplexen Systeme besser steuern zu können, setzen Unternehmen zunehmend auf Plattformen, die Anwendungen, Daten und Prozesse über Organisationsgrenzen hinweg miteinander verbinden. So entstehen gemeinsame Datenräume, in denen Informationen aus unterschiedlichen Bereichen zusammengeführt und analysiert werden können. Zunehmend werden dafür standardisierte Datenprodukte aufgebaut, die Informationen strukturiert bereitstellen und für Analysen nutzbar machen. „Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild“, sagt Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich. Datenmodelle und analytische Systeme helfen dabei, Zusammenhänge sichtbar zu machen und mögliche Handlungsoptionen abzuleiten. „Die Herausforderung liegt heute weniger im Sammeln von Daten als darin, aus ihnen fundierte Entscheidungen zu entwickeln“, so Wagner. >Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild.

2. Apr 2026

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„Nachhaltigkeit wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor“ – mit Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria

![Michael Rauhofer_Büro Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Michael_Rauhofer_Buero_Online_6096b75223.jpg) ``` Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria ``` In der Logistik zahlt sich Nachhaltigkeit für die Unternehmen immer dann aus, wenn sie Kosten stabilisiert, Risiken reduziert und die Effizienz erhöht. Wer Emissionen senkt, reduziert oft auch Energie und Mautkosten und macht seine Lieferketten robuster. Entscheidend ist, Nachhaltigkeit als Business Case zu denken: etwa durch intermodale Konzepte und kombinierte Verkehre, die wirtschaftlich sind und gleichzeitig CO₂ sparen. Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. >Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. Für Unternehmen sind auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit drei Schritte entscheidend. Erstens Transparenz bei den Daten – etwa über Sendungen, Laufzeiten oder Emissionen. Zweitens eine klare Dekarbonisierungs Roadmap. Das umfasst Flotte, Modal Shift, aber auch die Einbindung von Partnern. Und drittens der verantwortungsvolle Einsatz von Digitalisierung und KI. Das heißt: saubere Daten, klar definierte Anwendungsfälle, geschulte Mitarbeitende und von Anfang an mitgedachte Compliance.

2. Apr 2026

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Business

Kein Roboter zum Gelddrucken, aber ein starker Wächter: KI bei Banken

Künstliche Intelligenz kann im Bankwesen schon ziemlich viel – aber eigenständig Geld drucken oder wundersam vermehren, das kann sie (noch) nicht. Banken setzen KI heute flächendeckend in mehreren Bereichen ein, allen voran in der Betrugsprävention, wo Fraud Detection mittlerweile Branchenstandard ist. KI-gestützte Systeme analysieren Transaktionen von Kundinnen und Kunden in Echtzeit, erkennen und stoppen auffällige Transaktionen und Zahlungsanweisungen in der Regel sofort, und reagieren innerhalb von Sekunden auf neue Angriffsszenarien. Gerade, weil sich Betrugsmaschen ständig weiterentwickeln, ist die Adaptionsgeschwindigkeit in diesem Bereich besonders hoch. Solche Systeme werden in Zukunft weiter optimiert werden, wodurch Banken Routineaufgaben mehr und mehr automatisieren können. Das eröffnet neue Möglichkeiten für personalisierte Kundenberatung, schnellere Analysen – etwa bei Kreditentscheidungen – und insgesamt bessere Kundenerlebnisse. Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen. Ziel ist es, Informationen effizienter zu nutzen und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Im Vergleich zur Betrugsprävention befindet sich dieser Bereich jedoch noch in einer stärkeren Wachstumsphase, auch wenn die Entwicklung hier aktuell sehr dynamisch verläuft. >Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Es gibt unzählige Anbieter von bankenspezifischer KI. Viele davon decken nur bestimmte Anwendungsfelder ab, weshalb Banken häufig mehrere KI-Systeme parallel einsetzen. Auch, wenn Banken langjährige Erfahrung im Umgang mit sensiblen Daten haben, kann die Auswahl passender KI-Tools herausfordernd sein, denn die Lösungen müssen regelkonform sein, Change Compliance- und Datenschutzrichtlinien beachten, außerdem sollten die Daten innerhalb Europas bleiben und nicht unkontrolliert in andere Rechtsräume fließen. Erhöht KI im Bankwesen nun die Sicherheit – oder eher das Risiko für Betrug und Verlust? Grundsätzlich beides. Denn einerseits verbessert KI die Fähigkeit, Betrug frühzeitig zu erkennen und zu verhindern, andererseits entstehen neue Gefahren, insbesondere durch autonome KI-Agenten. Je mehr Entscheidungsfreiheit diese Systeme erhalten, desto größer ist das Risiko, dass sie Sicherheitsvorgaben umgehen oder manipuliert werden. Deshalb gewinnt das Prinzip „Human in the Loop“ beziehungsweise „Human in the Lead“ an Bedeutung: Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Auch im Finanzmarkt insgesamt sind automatisierte Prozesse kein neues Phänomen. Mechanismen wie algorithmischer Handel oder Stop-Loss-Orders können bereits heute Kettenreaktionen auslösen. KI könnte solche Effekte künftig verstärken, stellt aber nicht die ursprüngliche Ursache dar. Wohin wird sich KI im Bankwesen entwickeln? Eigenständig Geld drucken wird sie hoffentlich niemals – doch sie wird als umfassendes System im Hintergrund immer besser in den Bankenalltag integriert werden. Der Mensch wird im Bankwesen jedoch in zentralen Bereichen immer die Oberhand behalten, besonders bei der letzten Kontrolle und beim direkten Kundenkontakt – denn hier können aufmerksame Bankangestellte besser als jede KI als Sicherheitsschranke wirken, die ihre betagten Kundinnen davor schützen, auffällige Transaktionen hoher Summen vorzunehmen. >Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen.

2. Apr 2026

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Business

Arbeiten im Update-Modus

Die Spielregeln der Wirtschaft verändern sich rasant und mit ihnen die Frage, was Unternehmen heute wirklich erfolgreich macht: Neue Software wird eingeführt, Abläufe werden neu zugeschnitten, Entscheidungen stärker datenbasiert getroffen. Prioritäten verschieben sich spürbar im Tagesgeschäft, neue Produkt- und Serviceverständnisse entstehen und vertraute Routinen lösen sich auf. Hinzu kommen wachsende regulatorische Anforderungen: mehr Nachweise, klarere Regeln im Umgang mit Daten, Systemen und Verträgen. Was bislang informell funktionierte, muss nun sauber dokumentiert sein. Selbst scheinbar alltägliche Schritte im digitalen Raum können plötzlich Compliance-relevant sein. >Selbst scheinbar alltägliche Schritte im digitalen Raum können plötzlich Compliance-relevant sein. In dieser Verdichtung von Veränderungen wird deutlich, wie stark der Arbeitsalltag unter Druck steht. Nicht durch einen großen Umbruch, sondern vielmehr durch die vielen kleinen, kontinuierlichen Veränderungen, die parallel passieren. Und ja – ein großer Teil davon liegt auf den Schultern der Mitarbeitenden. Umso wichtiger ist es, dass klar wird, warum sich Dinge verändern und welche Rolle jede und jeder Einzelne dabei spielt. Erst dann entsteht aus vielen Maßnahmen ein stimmiges Gesamtbild. Wofür war noch gleich die nächste E-Learning-Schulung gut? Warum ist auch das nächste Compliance-Training wirklich wichtig? Die ehrliche Antwort: Weil Lernen heute einfach dazugehört. Nicht als Selbstzweck, sondern damit Orientierung entsteht, Sicherheit wächst und sich Arbeit eben nicht wie ein undurchdringlicher Regel-Dschungel anfühlt. Wenn Klarheit, Verantwortung und Wissen nicht bei Wenigen hängen bleiben, sondern von allen getragen werden, entsteht daraus etwas Positives: ein gemeinsames Verständnis und die Fähigkeit, Veränderungen nicht nur zu bewältigen, sondern aktiv mitzugestalten. >Wenn Klarheit, Verantwortung und Wissen nicht bei Wenigen hängen bleiben, sondern von allen getragen werden, entsteht daraus etwas Positives.