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31. Mär 2021

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Gesellschaft

Berufswahlmessen „Einstieg“

Journalist: Chan Sidki-Lundius

Kurz vor dem Schulabschluss sollte auf die Frage „Was soll ich nach der Schule machen?“ eine Antwort her.

Einen guten Überblick über die vielen Studien-, Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten bieten momentan digitale Berufswahlmessen wie die „Einstieg“. Hier stehen z. B. Online-Tests und virtuelle Beratungsangebote zur Verfügung. Die teilnehmen-den Unternehmen, Hochschulen und Gap-Year-Anbieter informieren in der Regel per Live-Vortrag oder im persönlichen Chat über ihre Angebote. Infos zu offenen Stellen, Karrierechancen und Tipps zum Bewerbungsverfahren sind inklusive. Auch der Austausch mit anderenJugendlichen ist möglich – wahlweise per Textchat oder Mikro und Kamera. Noch eindrucksvoller gelingt die Berufswahl auf einer Live-Messe. Die BesucherInnen bekommen hier Infos aus erster Hand und einen persönlichen Eindruck von Hochschulen, Ausbildungsbetrieben oder bestimmten Berufen. An den Messeständen können Jugendliche Fragen stellen. Zudem gibt es spannende Vorträge und Talkrunden. Workshop- und individuelle Beratungsangebote wie etwa Bewerbungsmappen-Checks runden das Angebot ab. Die MesseteilnehmerInnen bekommen also viele Infos an einem Tag und üben ganz nebenbei, sich selbst zu präsentieren. So sind sie später bestens gerüstet für den „Ernstfall Vorstellungsgespräch“. 

Termine

Einstieg Hamburg Online: 15. April 2021 (14 bis 19 Uhr, Teilnahme kostenlos), Anmeldung unter: www.einstieg.com/hamburg-online 
Messe Einstieg Köln: 11./12. Juni 2021. 
Messe Einstieg Frankfurt: 18./19. Juni 2021. 
Weitere Infos: www.einstieg.com/messen 

28. Jan 2026

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Wirtschaft

Flexible Aus- und Weiterbildung als Schlüssel zum Erfolg – Ein Beitrag von Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)

Zwischen 2025 und 2029 gehen rund 5,26 Mio. Erwerbstätige in den Ruhestand. Gleichzeitig erwarten wir, dass in diesem Zeitraum nur rund 4,37 Mio. Personen aus dem Bildungssystem oder aus dem Ausland neu auf den inländischen Arbeitsmarkt kommen. Der Ersatzbedarf lässt sich mengenmäßig nicht durch dieses Neuangebot stillen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird somit zurückgehen. Zugleich braucht Deutschland dringend Erneuerungen. In unsere Sicherheit und Infrastruktur wird viel investiert werden müssen. In den Gesundheitsberufen wird die Nachfrage steigen, und auch in der IT-Entwicklung dürfen wir nicht zurückbleiben. Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. So können Tätigkeiten zum einen automatisiert werden, die bislang von Menschen ausgeübt werden. Zum anderen bieten sie aber auch Raum für neue Tätigkeiten und Geschäftsmodelle. Eine jüngst veröffentlichte Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung zeigt, dass allein die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) rund 1,6 Mio. Arbeitsplätze betreffen werden. Voraussichtlich werden rund 800.000 Arbeitsplätze in den kommenden 15 Jahren wegen der Nutzung von KI entfallen, während gleichzeitig rund 800.000 neu entstehen. Dieser Strukturwandel lässt sich nicht ohne berufliche Aus- und Weiterbildung bestreiten. >Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. Der Digitalisierung folgt der verstärkte Einsatz von KI, der abstrakte Klimawandel wird greifbar durch Flut- und Dürrekatastrophen, die demografische Entwicklung führt zu anderen Arbeitsmodellen und längeren Arbeitsphasen. Berufliche Qualifikationen bereiten uns im besten Fall darauf vor, auf Unvorhergesehenes zu reagieren. So eröffnen die 327 Ausbildungsberufe des dualen Systems die Möglichkeit, flexibel in einer Fülle von Erwerbsberufen tätig zu werden. Voraussetzung hierfür ist, dass exemplarisch in ausreichender fachlich-methodischer Breite und Tiefe gelernt wird und die für die Transformation notwendigen Schlüsselkompetenzen vermittelt werden. Zentral sind hier Transfer- und Problemlösefähigkeit, Kreativität sowie soziale und personale Kompetenzen. Wichtig ist aber auch, Menschen ohne Ausbildung durch die Nutzung abschlussorientierter Konzepte – wie zum Beispiel Teilqualifikationen oder Validierungsverfahren – für die Herausforderungen des Arbeitsmarkts der Zukunft zu befähigen. Vor dem Hintergrund des beschleunigten Strukturwandels leistet vor allem auch die berufliche Weiterbildung einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Sie schafft individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für die Beschäftigten. Deshalb müssen wir die formale Weiterbildung durch gezielte Flexibilisierung, Modularisierung und „Dualisierung“ – also die Verknüpfung von systematischem Lernen mit praktischer Anwendung am Arbeitsplatz – attraktiver gestalten und stärker mit non-formalen Angeboten verknüpfen. So kann es gelingen, möglichst viele Menschen für Weiterbildung zu gewinnen. Denn es ist arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitisch nicht akzeptabel, große Bevölkerungsgruppen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu lassen. Die Attraktivität und Individualisierung der Weiterbildungsformate sind hier entscheidend.