16. Jul 2026
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Gesellschaft
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Foto: DGNB
Wer seine eigenen vier Wände formt und gestaltet, darf gerne groß denken. Groß nicht im räumlichen Sinne, sondern im global-gesellschaftlichen. Denn wer heute baut, sieht sich mit großen Fragen konfrontiert. Zunehmende Hitzewellen und Starkregen-Ereignisse stehen in sämtlichen wissenschaftlichen Prognosen.
Kommunen empfehlen schon heute Wassersparen aufgrund von Trockenheit. Und die Abhängigkeit von diktatorischen Staaten, die fossile Rohstoffe für Wärme und Heizung liefern, spüren wir mit jedem weiteren globalen Konflikt. Nun gibt es das Wissen über die kontinuierliche Erwärmung unseres Planeten sowie geopolitische Krisen nicht erst seit gestern. Und die Frage, wie man so bauen kann, dass der Klimawandel und seine Folgen nicht noch befeuert, sondern bestenfalls eingedämmt werden, beschäftigt eine Vielzahl an Menschen schon seit Jahrzehnten. Selbst die Banken, deren primäres Interesse nicht intrinsisch ist, haben erkannt, dass dasjenige Bauwerk zu fördern ist, das langfristig wertstabil ist – also sicher gegen oben genannte Prognosen. Der Arbeit dieser Vorausdenkenden der Branche verdanken wir heute, dass eine große Bandbreite an Möglichkeiten vorliegt, um resilient, robust und qualitätsvoll zu bauen.
Anschaulich zeigen dies die Gewinner und Finalisten des Innovationswettbewerbs der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen: die DGNB Sustainability Challenge. So schafft es in Hamburg eine Forschungsgruppe, das Welterbe Speicherstadt in ein klimaneutrales Quartier zu verwandeln – ein Bestandsviertel also, welches ohne fossile Rohstoffe auskommt und trotzdem seinen Charme behält. Möglich wird dies durch hocheffiziente Wärmepumpen und thermisch sowie elektrisch aktivierte Dächer.
Die großen Ziele lauten: Bestand erhalten, klimaneutral betreiben und auch die übernächste Generation mitdenken.
Im Bereich der Baumaterialien zeigen kreative Köpfe, wie seriell gefertigte Kappendecken aus Beton 50 Prozent des CO2-intensiven Materials einsparen können. Ein stark unterschätzter Baustoff, Lehm, ist geprüft und optimiert fürs Bauen hierzulande zugelassen. Auch den nötigen Dünnbrettmörtel, der den Rückbau von Massivwänden ermöglicht, gibt es dazu bereits. Ebenfalls im Bereich der Verbindungen steht ein pflanzenbasierter, völlig ungiftiger Klebstoff. Und auch für einen effizienten und sparsamen Umgang mit Wasser gibt es bereits eine Vielzahl an Möglichkeiten. So etwa ein intelligentes Regenwassermanagement, das mittels Begrünung, Speicherräumen und aktiver Wasserverteilung dabei hilft, Überflutungsrisiken und sommerliche Hitzeeinwirkungen zu reduzieren.
Dieser kleine Ausschnitt an Ideen zeigt bereits, dass auf all die großen Fragen bereits eine Vielzahl an gut umsetzbaren Antworten vorliegt. Es braucht nur Mut, Durchhaltevermögen und die Hilfe Erfahrener im nachhaltigen Bauen, um sie im eigenen Projekt umzusetzen. Die großen Ziele lauten: Bestand erhalten, klimaneutral betreiben und auch die übernächste Generation mitdenken. Insofern lade ich alle Leserinnen und Leser ein, gerade beim Hausbau den eigenen Horizont zu erweitern. Die DGNB und ihr Schulungsangebot können eine erste Anlaufstelle sein.