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16. Jul 2026

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Gesellschaft

Im Alter sicher zu Hause leben

Journalist: Christian Kolb

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Foto: Curated Lifestyle/unsplash+

Moderne Technik erlaubt es immer mehr Menschen im Alter zu Hause zu leben. Wer rechtzeitig vorsorgt, genießt Lebensqualität in vertrauter Umgebung.

Menschen in Deutschland werden älter. Die Lebenserwartung hat sich in den vergangenen 150 Jahren mehr als verdoppelt, von 35,6 Jahren bei Männern und 38,5 Jahren bei Frauen auf heute durchschnittlich 78,5 beziehungsweise 83,2 Jahre. Diese Entwicklung ist grundsätzlich erfreulich, bringt jedoch auch gesellschaftliche Herausforderungen mit sich. Menschliche und technische Unterstützung ist unumgänglich, wenn Menschen im Alter in den heimischen vier Wänden leben möchten, denn häufig leben sie dabei allein.

Ein Sturz in der eigenen Wohnung ist deshalb für viele Senioren und ihre Angehörigen ein zentrales Sorgethema. Schnelle Hilfe kann die Folgen deutlich begrenzen. Bleibt sie aus, wächst der Schaden: Wer nach einem Sturz lange warten muss, verliert an Kraft, schränkt seine Bewegung aus Vorsicht ein und erhöht dadurch das Risiko weiterer Stürze. Ein fataler Teufelskreis aus Unsicherheit, Schwäche und Stürzen beginnt. Das betrifft keine Einzelfälle. Laut Robert Koch-Institut stürzt etwa jede vierte Person ab 65 Jahren mindestens einmal im Jahr, jede zehnte sogar mehrmals.

Mit dem Alter wächst auch die Zahl der Pflegebedürftigen. Von rund 5,7 Millionen betroffenen Menschen werden etwa 80 Prozent zu Hause versorgt. Das Pflegesystem gerät zugleich unter wachsenden finanziellen Druck. Die wachsende Zahl der Betroffenen zeigt sich in einer „unerwartet hohen Ausgabendynamik“ bei den Pflegekassen. Das Bundesamt für Soziale Sicherung erwartet für das laufende Jahr ein Defizit von 4 bis 4,5 Milliarden Euro, das bis 2028 auf über 15 Milliarden Euro ansteigen könnte. Viele Betroffene erleben die Beantragung und Einstufung von Pflegegraden als langwierig. Das begrenzt die finanziellen Möglichkeiten für eine altersgerechte Gestaltung der eigenen Wohnung.

Ein fataler Teufelskreis aus Unsicherheit, Schwäche und Stürzen beginnt.

Dabei ist nicht immer ein aufwendiger Umbau mit Blick auf Barrierefreiheit notwendig. Teppiche, die zur Stolperfalle werden können, lassen sich entfernen. Möbel können anders gestellt werden. Oft genutzte Gegenstände werden in griffbereiter Höhe aufbewahrt. Regelmäßiger Kontakt mit Angehörigen, Nachbarn oder dem Pflegedienst ist ebenfalls wichtig. Im Notfall ist das Telefon jedoch häufig nicht zur Hand. Ein Hausnotrufsystem sorgt dafür, dass rund um die Uhr eine Zentrale erreichbar ist und bei Bedarf Hilfe organisiert werden kann. Die Geräte haben sich in den vergangenen Jahren technisch deutlich weiterentwickelt. Längst sind aus Armbändern und Halsketten mit Notrufknöpfen auch Systeme geworden, die Notfälle eigenständig erkennen und sich unauffällig in den Alltag einfügen.

Ein sicheres Leben im Alter gelingt vor allem dort, wo Achtsamkeit und Engagement zusammenkommen. Neben den praktischen Anpassungen in den eigenen vier Wänden ist es das soziale Geflecht aus Familie, Nachbarn und lokalen Hilfsangeboten, das den entscheidenden Unterschied macht. Moderne Technik erhöht die Sicherheit rund um die Uhr. Kleine Gesten im Alltag – wie ein kurzer täglicher Anruf oder die Verabredung zum gemeinsamen Einkauf – ergänzen diese Sicherheit und wirken auch der Einsamkeit entgegen. So wird das Älterwerden im vertrauten Zuhause nicht zu einem Risiko, das es zu verwalten gilt, sondern zu einer lebenswerten Zeit.

Laut Robert Koch-Institut stürzt etwa jede vierte Person ab 65 Jahren mindestens einmal im Jahr, jede zehnte sogar mehrmals.

Factbox:

Nach Angaben des Bundesverbands Hausnotruf e. V. wird ein Hausnotruf bundesweit von mehr als 1,2 Millionen Menschen genutzt. Täglich gehen rund 11.000 Notrufe ein, von denen rund 3.600 zu einem Einsatz vor Ort führen. Unkomplizierte Hilfe rund um die Uhr entlastet auch Angehörige und Freunde.