17. Jul 2026
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Gesellschaft
Journalist: Jakob Bratsch
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Foto: Presse
Mehr als 1.000 Gäste, über 180 Speaker und zwei Tage voller Debatten, Impulse und neue Perspektiven: Beim HanseMerkur EuroMinds Zukunfts-Summit 2026 in Hamburg diskutierten führende Köpfe aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Medien, Kultur und Sport über die zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Im Mittelpunkt stand eine Frage: Wie gestalten wir Zukunft, statt sie nur zu verwalten?
Deutschland und Europa stehen unter Veränderungsdruck. Wirtschaftliche Unsicherheit, technologische Umbrüche, Künstliche Intelligenz, gesellschaftliche Polarisierung und die Frage nach neuer Wettbewerbsfähigkeit bestimmen die öffentliche Debatte. Beim siebten HanseMerkur EuroMinds Zukunfts-Summit im Hamburger Radisson Blu trafen deshalb mehr als 180 Speaker und über 1.000 Gäste zusammen, um Perspektiven auszutauschen und vor allem über konkrete Lösungsansätze zu sprechen. Das Spektrum der Themen war bewusst breit: von Innovation, Wirtschaft und Unternehmensnachfolge über Energie, Künstliche Intelligenz und Gesundheit bis hin zu Bildung, Medienvertrauen, gesellschaftlichem Zusammenhalt und Verantwortung. EuroMinds versteht sich dabei als überparteiliche Plattform, die unterschiedliche Disziplinen und Sichtweisen miteinander verbindet.
Leistung, Führung und die Bereitschaft, sich neu zu beweisen Wie viel Spitzensport steckt in erfolgreicher Unternehmensführung? Fußballtrainer Felix Magath sprach in Hamburg über Erfolg unter Druck, Resilienz und die Frage, was die Wirtschaft vom Spitzensport lernen kann. Seine Diagnose fiel deutlich aus: „Führung muss Identifikation und Hingabe für die Aufgabe vorleben.“ Magath sieht in Teilen der Gesellschaft eine zunehmende Bequemlichkeit und kritisierte, dass „viel geredet, aber zu wenig gearbeitet“ werde. Der Blick in den Spitzensport zeige, dass nachhaltiger Erfolg nicht aus dem Ausruhen auf bereits Erreichtem entstehe. Ein erfolgreicher Athlet müsse sich in jedem Training und jedem Wettkampf neu beweisen und bereit sein, an seine Grenzen zu gehen. Ein Prinzip, das sich aus Magaths Sicht auch auf Unternehmen und Führung übertragen lässt.
„Fortschritt und Verantwortung sind keine Gegensätze – im Gegenteil: Die spannendsten Innovationen entstehen oft genau dort, wo beides zusammenkommt.“
Vertrauen wird zur Zukunftsfrage Ein weiterer Schwerpunkt des Summits lag auf der Zukunft der Medien. In mehreren Diskussionsrunden ging es um Glaubwürdigkeit, Verantwortung und die Frage, wie Journalismus in einer zunehmend fragmentierten Informationswelt Vertrauen schaffen kann. Der frühere Fernsehmoderator und Medienunternehmer Ulrich Meyer betonte die Bedeutung journalistischer Distanz und der konsequenten Überprüfung von Informationen. Die berühmte „zweite Quelle“ sei bei jeder journalistischen Sachverhaltsdarstellung unerlässlich. Auch Journalistin Julia Ruhs machte deutlich, wie eng Medienvertrauen und gesellschaftlicher Zusammenhalt miteinander verbunden sind: „Spaltung beginnt dort, wo der Dialog abbricht, wo Menschen sich geistig voneinander abschotten und nicht mehr miteinander reden.“ Damit wurde auf den EuroMinds-Bühnen eine Frage sichtbar, die weit über den Journalismus hinausreicht: Wie gelingt es einer Gesellschaft, auch bei unterschiedlichen Positionen miteinander im Gespräch zu bleiben?
Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gemeinsam denken Dass Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg keine Gegensätze sein müssen, zeigte die Diskussion um Nachhaltigkeit, Innovation und Wirtschaftlichkeit. Model und Nachhaltigkeitsbotschafterin Anna Hiltrop beschrieb, wie sich ihr Blick auf unternehmerische und persönliche Entscheidungen verändert hat. Heute stelle sie sich bei nahezu jeder Entscheidung die Frage nach dem langfristigen Einfluss. „Fortschritt und Verantwortung sind keine Gegensätze – im Gegenteil: Die spannendsten Innovationen entstehen oft genau dort, wo beides zusammenkommt.“ Eine Haltung, die sich durch viele Diskussionen des Summits zog: Transformation wird nur dann erfolgreich sein, wenn ökologische, technologische und wirtschaftliche Interessen nicht isoliert voneinander betrachtet werden.
Ob Wirtschaft, Medien, Gesundheit, Bildung oder gesellschaftlicher Zusammenhalt: Die Diskussionen in Hamburg machten deutlich, dass viele Herausforderungen miteinander verbunden sind.
Verantwortung beginnt bei Entscheidungen Auch persönliche Verantwortung spielte beim Summit eine zentrale Rolle. Olympiasiegerin Ann Kathrin Linsenhoff sprach über die Erfahrungen aus dem Spitzensport, die sie bis heute prägen: Fokus, Disziplin und die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen. Kraft entstehe für sie aus mehreren Quellen – aus familiärem Rückhalt, der Natur und dem Glauben an sich selbst. Gleichzeitig habe sie als Sportlerin früh gelernt, bewusst mit Zeit umzugehen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Um verantwortungsvolle Entscheidungen ging es auch beim Thema Vermögensaufbau. Schauspieler Francis Fulton-Smith plädierte für einen rationalen und langfristigen Blick auf Investments. Fehler gehörten zum Lernprozess. Entscheidend sei, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, Risiken zu streuen und nicht alles auf eine Karte zu setzen.
Von der Debatte zur Lösung Ob Wirtschaft, Medien, Gesundheit, Bildung oder gesellschaftlicher Zusammenhalt: Die Diskussionen in Hamburg machten deutlich, dass viele Herausforderungen miteinander verbunden sind. Technologischer Fortschritt braucht Bildung. Wirtschaftliche Transformation braucht Investitionen. Gesellschaftliche Stabilität braucht Vertrauen. Und nachhaltige Veränderungen brauchen Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Genau hier setzt der HanseMerkur EuroMinds Zukunfts-Summit an. Nicht als Ort für fertige Antworten, sondern als Plattform für Perspektiven, Widerspruch und neue Verbindungen zwischen Menschen, die in unterschiedlichen Bereichen Verantwortung tragen. Nach zwei intensiven Tagen in Hamburg bleibt vor allem eine Erkenntnis: Zukunft entsteht nicht allein durch Prognosen und Debatten. Sie entsteht dort, wo Menschen bereit sind, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und aus Ideen konkretes Handeln werden zu lassen. Visionen. Lösungen. Inspiration.
Nach zwei intensiven Tagen in Hamburg bleibt vor allem eine Erkenntnis: Zukunft entsteht nicht allein durch Prognosen und Debatten. Sie entsteht dort, wo Menschen bereit sind, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und aus Ideen konkretes Handeln werden zu lassen.