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4. Jun 2024

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Gesellschaft

Das Feld im Blick

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Foto: Trisha Downing/unsplash

Wie die Zusammenarbeit zwischen GOTS, ESA und MARPLE bei der Überwachung von Baumwolle hilft

Das Ziel, die Baumwollproduktion vollständig transparent zu machen, ist in der Regel mit hohem Aufwand und großen Herausforderungen verbunden. Gleichzeitig ist die Sicherheit, dass alle garantierten Sozial- und Umweltstandards eingehalten werden, eine der Grundvoraussetzungen für die Glaubwürdigkeit nachhaltiger (Textil-)Unternehmen.

Um dieses Ziel einfacher und effektiver zu erreichen, haben sich der Global Organic Textile Standard (GOTS), die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und das KI-Unternehmen Marple zusammengeschlossen, um im Rahmen des ESA-Programms Business Applications and Space Solutions (BASS) ein KI-Projekt für Bio-Baumwolle durchzuführen. Mithilfe von ESA-Satellitendaten wird diese KI darauf trainiert, Baumwollfelder in ganz Indien zu identifizieren und automatisch nach ihren Anbaumerkmalen zu klassifizieren. Durch die Integration standardisierter Ertragsindikatoren wird dieser innovative Ansatz auch in der Lage sein, realistische Schätzungen der Erträge von Bio-Baumwolle in bestimmten Gebieten zu liefern.

Das Projekt könnte auch dazu beitragen, ökologisch bewirtschaftete, aber nicht zertifizierte Flächen zu identifizieren und damit Kandidaten zu ermitteln, die bereit sind, den Umstellungsprozess zu beginnen. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, zusätzliche Landwirte für den zertifizierten ökologischen Landbau zu gewinnen und gleichzeitig lokale und umweltfreundliche Anbaumethoden zu fördern.

18. Mär 2026

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Gesellschaft

Hören macht klug

Kaum läuft der Lieblingssong, wird aus dem Kinderzimmer eine Bühne. Es wird gehüpft, getanzt, gerappt und mitgesungen. Musik bringt positive Energien ins Leben – und kann noch viel mehr: Musik stärkt das Arbeitsgedächtnis von Kindern, also die Fähigkeit, Informationen kurzzeitig zu speichern und zu verarbeiten. Damit Kinder neue Inhalte verstehen und anwenden können, braucht das Arbeitsgedächtnis eine ausreichend große Kapazität. Ist diese noch nicht altersgemäß entwickelt, kann das Lernen zur Herausforderung werden. Musik wirkt da im Kopf wie Fitness. Als gezieltes Gedächtnistraining, mit der die geistige Leistungsfähigkeit, schon im Vorschulalter, gefördert und somit das spätere Lernen erleichtert wird. Hörspiele ergänzen diese Reise in die Klangwelt: Kinder konzentrieren sich auf das gesprochene Wort und lernen Geschichten aus Stimmen, Geräuschen und Musik zu visualisieren. Statt auf Bilder zu schauen, erschaffen sie diese selbst im Kopf. Das fördert die Fantasie, Sprachentwicklung und Konzentration. Auch Singen macht Sprache lebendig. Mit Reimen, Wiederholungen und eingängigen Melodien entdecken Kinder neue Wörter und Satzmuster ganz intuitiv. Dabei wächst nicht nur ihr Sprachgefühl, sondern auch das Wir-Gefühl: Beim gemeinsamen Singen hören sie aufeinander, reagieren im Takt und erleben echtes Miteinander. Wenn die Musik dann in Bewegung übergeht, wird aus Rhythmus Körpergefühl. Tanzen stärkt Motorik, Koordination und Selbstvertrauen. >Musik wird damit zum Sprachrohr für Gefühle. Sie bieten einen sicheren Raum, der Kinder ihre Emotionen erkennen, ausdrücken und verstehen lernen lässt. Was sich in den letzten Jahren deutlich verändert hat, ist die musikalische Sprache, in der all das passiert. Moderne Kinderlieder lösen sich zunehmend vom pädagogischen Zeigefinger und suchen die Nähe zur Popkultur. Statt bravem Gitarrenfolk vom Pädagogen in Latzhose mit Mitmachliedern übers Zähneputzen, erklingen Hip-Hop-Beats, Indiepop und Reggae-Grooves. Die Texte greifen Themen auf, die Kinder beschäftigen: Familienalltag, Freundschaft, kleine Wutanfälle oder erzählen vom Mut, das erste Mal auf dem Fahrrad zu fahren. Musik wird damit zum Sprachrohr für Gefühle. Sie bieten einen sicheren Raum, der Kinder ihre Emotionen erkennen, ausdrücken und verstehen lernen lässt. Und ja – wenn das Lieblingslied zum hundertsten Mal läuft, nervt es vielleicht ein bisschen weniger, wenn der Text nicht von Reimen auf Hände waschen handelt, sondern davon, dass Eltern auch nur Menschen sind. Was einen Song besonders „kindertauglich“ macht, ist trotzdem eine Wissenschaft. Laut einem Bericht der New York Post¹ haben Forschende aus Sheffield herausgefunden, dass dazu ein Tempo zwischen etwa 60 und 120 BPM gehört, also ein Rhythmus, bei dem es sich gut mitwippen lässt; eingängige Wiederholungen sowie eine klare, positive Klangstruktur. Kommt Ihnen bekannt vor? Das sind genau die Zutaten, die es für einen guten Ohrwurm braucht. ¹ New York Post: „‘Radio Ga Ga’ is scientifically proven to be a perfect kids song“, 6. August 2024.