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24. Sep 2026

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Gesundheit

Diagnostik unter Druck

Journalist: Kirsten Schwieger

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Foto: Getty Images/unsplash

Steigende Untersuchungszahlen, Fachkräftemangel und hohe Investitionen stellen die Radiologie vor Herausforderungen. Neue Konzepte setzen hier an.

Der Schmerz im Knie sticht bei jedem Schritt, die Sorge vor einer ernsten Verletzung oder Erkrankung wächst mit jedem Tag. Doch beim Blick auf den Kalender kommt Verzweiflung hoch: Der nächste freie Termin für die entscheidende MRT-Untersuchung ist erst in drei Monaten. Wochen des Wartens und Bangens beginnen. Wer heute Klarheit über gesundheitliche Beschwerden sucht, erlebt oft hautnah, wie stark der Versorgungsapparat unter Druck steht. Die Nutzung bildgebender Diagnostik ist in Deutschland in den vergangenen Jahren gestiegen. Kein Wunder, ermöglicht sie doch präzise Einblicke in den menschlichen Körper, ohne dass invasive Eingriffe nötig sind. Rückenschmerzen, Gelenkbeschwerden, Tumorerkrankungen, aber auch neurologischen Erkrankungen lassen sich so auf den Grund gehen.

Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) sind heute zentrale Verfahren der medizinischen Diagnostik und aus dem Praxisalltag nicht mehr wegzudenken. Sie werden sowohl ambulant als auch im Krankenhaus eingesetzt. Die Vorteile: Sie ermöglichen exakte Darstellungen von Organen, Weichgewebe, Gefäßen und Knochen – schmerzfrei und in hoher Auflösung. Ob zur Abklärung unklarer Beschwerden, zur Beurteilung von Verletzungen oder zur Verlaufskontrolle: Moderne Bildgebung liefert wichtige Informationen für die Diagnose und damit auch für die Auswahl einer geeigneten Therapie. Denn dank der hochspezialisierten Schnittbilddiagnostik können Therapien immer individualisierter und effizienter auf die Patienten zugeschnitten werden.

Die Nachfrage nach moderner bildgebender Diagnostik ist in Deutschland in den vergangenen Jahren gestiegen.

Die Kehrseite der Medaille: Dieser diagnostische Fortschritt führt zu einer Überlastung im Praxisalltag. Sowohl im ambulanten Sektor als auch in den Krankenhäusern wächst die Zahl der jährlichen Untersuchungen – und die Nachfrage. Doch wenn immer mehr Untersuchungen verlangt werden, stoßen Personal, Technik und Räumlichkeiten an ihre Grenzen. Von zunehmender Bürokratie und Fachkräftemangel ganz zu schweigen.

Die naheliegende Lösung – die Anschaffung zusätzlicher Geräte – lässt sich jedoch nicht ohne Weiteres umsetzen. Der Ausbau zusätzlicher Kapazitäten erfordert erhebliche Investitionen in Medizintechnik, Personal und Infrastruktur. High-End-Geräte der neuesten Generation verursachen hohe Anschaffungs- und Betriebskosten, während gleichzeitig strenge bauliche Vorgaben erfüllt werden müssen. Dazu kommt der akute Mangel an Fachkräften, um die Technik überhaupt zu betreiben.

Hier setzt das Konzept „Imaging as a Service“ (IaaS) an: Statt teure Großgeräte selbst zu kaufen, können Praxen und Kliniken die Infrastruktur an spezialisierte Partner auslagern. Diese stellen nicht nur die modernste Medizintechnik bereit, sondern kümmern sich auch um Wartung, Software-Updates, digitale Abläufe und bei Bedarf sogar um qualifiziertes Personal.

Das entlastet das Budget spürbar: Hohe Investitionskosten und Betriebsrisiken entfallen, während die Technik immer auf dem neuesten Stand bleibt. Durch das Zusammenspiel von Bildgebung, Technologie und intelligenten Prozessen entsteht ein Zugang zu Medizin, der nicht nur präzise, sondern auch wirksam ist. Am Ende profitieren davon vor allem die Patienten – durch raschere Termine, moderne Behandlungsräume, angenehm gestaltete Untersuchungen und zügige, verlässliche Ergebnisse.

Fakten:

MRT oder CT? Das MRT arbeitet mit Magnetfeldern und Radiowellen und eignet sich besonders für Weichteile wie Muskeln, Bänder, Gelenke, Gehirn und Rückenmark. Das CT nutzt Röntgenstrahlen und punktet vor allem bei Knochen, Lunge, Verletzungen und in Notfällen. Welches Verfahren sinnvoll ist, hängt von der Fragestellung ab.

24. Sep 2026

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Gesundheit

Es lohnt sich, sich um die eigene Gesundheit zu kümmern – Ein Beitrag von Prof. Dr. med. Kurt Miller, Vorstand Stiftung Männergesundheit

Männer leben im Durchschnitt gut vier Jahre kürzer als Frauen. Ein Junge hat in Deutschland eine Lebenserwartung von 78,8 Jahren, ein Mädchen von 83,4. Aber: Zwischen höchster und niedrigster Einkommensgruppe liegen bei Männern rund zehn Jahre Lebenserwartung, bei der gesunden Lebenserwartung etwa vierzehn. Der Abstand innerhalb der Männer ist damit größer als der zwischen den Geschlechtern und hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten vergrößert. Beeinflusst wird dieser Abstand durch Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel, Bluthochdruck, verspätete Diagnosen und versäumte Früherkennung. Wer sich kümmert, gewinnt messbar Jahre – vor allem gute. Nur etwa ein Viertel der Männer ab 45 mit Anspruch auf gesetzliche Krebsfrüherkennung nimmt sie wahr. Beim Darmkrebs erkennt die Darmspiegelung Tumoren früh und verhindert durch Polypenentfernung ihre Entstehung. Männer haben Anspruch ab 50, Frauen ab 55 – wegen des höheren Risikos. Jährlich nutzen nur rund zwei bis zweieinhalb Prozent die Vorsorgekoloskopie. Seit Einführung des Programms 2002 sind die Neuerkrankungen bei 50- bis 74-Jährigen deutlich zurückgegangen, bei unter 50-Jährigen ohne Screening dagegen gestiegen. Das Prostatakarzinom ist mit rund 79.600 Neuerkrankungen und etwa 15.000 Todesfällen jährlich die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Früh erkannt ist es sehr gut behandelbar, oft heilbar. Heute wird PSA risikoadaptiert bestimmt: Ein erster Wert in den Vierzigern bestimmt die Kontrollabstände; die Magnetresonanztomografie steht bei der weiteren Abklärung vor der Biopsie. Bei niedrigem Risiko ist aktive Überwachung etabliert; Übertherapie ist dadurch seltener als vor zehn Jahren. >Wer sich kümmert, gewinnt messbar Jahre – vor allem gute. Blutdruck, Blutfette, Blutzucker, Bauchumfang, Rauchen, Bewegungsmangel, Schlafmangel sind relevante Risikofaktoren. Erektionsstörungen sind häufig ein frühes Zeichen einer generalisierten Gefäßerkrankung, oft Jahre vor einem kardialen Ereignis. Psychische Gesundheit ist vernachlässigt: Ambulant erhielten zuletzt 12,8 Prozent der Männer und 20,4 Prozent der Frauen eine Depressionsdiagnose. Etwa drei von vier Suizidopfern sind Männer; ihre Suizidrate liegt dreimal höher. Männer sind nicht seltener depressiv, werden aber vermutlich seltener diagnostiziert. Depression ist sehr gut behandelbar, wenn sie diagnostiziert wird. „Longevity“ ist zu einem modernen Schlagwort geworden. Wirklich wichtig sind aber die Jahre in guter körperlicher und geistiger Verfassung. Die Zutaten dafür sind nicht exotisch: ausreichend Bewegung, Schlaf, gesunde Ernährung, Tabakverzicht, bewussten Umgang mit Alkohol und Kontrolle wichtiger Werte. Zuletzt soziale Beziehungen: Stabile Bindungen, Freundschaften und das Gefühl, gebraucht zu werden, zählen zu den robustesten Einflussgrößen auf Gesundheit und Lebenserwartung. Bei Männern verengen sich Netzwerke im Alter: Freundschaften laufen über die Arbeit, das soziale Leben über die Partnerin; mit dem Berufsende kann beides wegfallen. Darum sollte man sich um Beziehungen wie um Blutdruck und Bewegung kümmern. Also: Lassen Sie sich auf Gesundheit ein, es lohnt sich. Nehmen Sie die folgenden Artikel als Motivation.

24. Sep 2026

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Gesellschaft

Gemeinsam statt allein: Warum Vereinssport Ihr Leben verlängert – Ein Beitrag von Michaela Röhrbein, Vorständin Sportentwicklung des Deutschen Olympischen Sportbundes

Ich verrate Ihnen einen Geheimtipp, wie Sie Ihr Leben, wissenschaftlich belegt, um fast zehn Jahre verlängern können. Sie benötigen dazu keine teuren Medikamente, müssen sich keiner Operation unterziehen, nichts einfrieren lassen. Trotzdem gibt es erstaunlich wenig Menschen, die davon wissen – und noch weniger, die es tatsächlich umsetzen. Dabei ist der Tipp ganz einfach: Spielen Sie Tennis. Das zumindest sagt die dänische Copenhagen City Heart Study, eine Langzeituntersuchung über einen Zeitraum von fast 25 Jahren mit mehr als 8.000 Teilnehmenden. Die Forscher:innen untersuchten, ob Menschen, die regelmäßig Sport treiben, länger leben als solche, die das nicht tun. Die Antwort dürfte auf der Hand liegen. Spannender war deshalb die zweite Frage: Welche Sportarten sind besonders gesundheitsfördernd? Verglichen wurden unter anderem Tennis, Fußball, Joggen, Radfahren und Schwimmen. Die Ergebnisse sind erstaunlich. Menschen, die Tennis spielten, lebten im Durchschnitt fast zehn Jahre länger. Selbst wenn man andere, gewichtige Faktoren wie den sozioökonomischen Status einbezog, blieben die Ergebnisse eindeutig. Tennis verlängert das Leben. Die gute Nachricht: Alle untersuchten Sportarten haben laut Studie einen lebensverlängernden Effekt, manche mehr, manche weniger. Aus anderen Untersuchungen wissen wir außerdem etwas mindestens genauso Wichtiges. Nämlich, dass Sport und Bewegung die Lebensqualität verbessern. Das heißt, Sie leben nicht nur länger, wenn Sie regelmäßig Sport treiben, sondern auch länger gesund. Das ist ja großartig, sagen jetzt die einen. Warum handeln wir nicht danach, fragen die anderen. Die Frage ist berechtigt. Denn eigentlich hätten diese Ergebnisse, als sie vor acht Jahren erschienen sind, ein Weckruf für Politik und Gesellschaft sein müssen: Sport ist kein netter Zusatz, Sport ist lebensentscheidend, lebensverlängernd, er hält Menschen gesund und beugt Krankheit vor. Eine angemessenere Förderung von Bewegung und Sport könnte unser angeschlagenes Gesundheitssystem entlasten. Der Bewegungsmangel in Deutschland verursacht jedes Jahr fast drei Milliarden Euro an Gesundheitskosten. >Wer mit anderen zusammen Sport treibt, trifft Menschen, kommt ins Gespräch, knüpft soziale Kontakte, spürt Zusammenhalt. Schauen wir uns die Forschungsergebnisse noch einmal im Detail an, sticht eine Erkenntnis heraus, die erklärt, warum die aufgeführten Sportarten das Leben so beträchtlich verlängern können. Dass Sport und Bewegung gut für den Körper sind, ist durchaus bekannt und eher kein Geheimnis. Aber warum verlängern manche Sportarten das Leben so maßgeblich? Eine wichtige Antwort der Studie: Der Gemeinschafts-Faktor. Wer mit anderen zusammen Sport treibt, trifft Menschen, kommt ins Gespräch, knüpft soziale Kontakte, spürt Zusammenhalt. Die Forschung zeigt immer deutlicher, dass Gemeinschaft und soziale Kontakte bis ins hohe Alter ein entscheidender Faktor für ein längeres, glücklicheres Leben sind. Diese soziale Komponente entsteht aber nicht einfach so, sie braucht einen Rahmen: feste Trainingszeiten, ein Vereinsheim, ein Team, das einen erwartet, Verlässlichkeit und Zusammenhalt. Genau das bietet der organisierte Vereinssport wie kaum eine andere Struktur in Deutschland – und genau deshalb ist es unsere Aufgabe als Dachverband des Sports, dafür zu arbeiten, dass diese Erkenntnisse Einzug in politische Entscheidungen finden und der Sport, insbesondere der Vereinssport, angemessen gefördert wird. Wir wollen mehr Menschen in Bewegung bringen und ihnen ein gesünderes und glücklicheres Leben ermöglichen. Welche Sportart am besten zu Ihnen passt, das bleibt Ihre Entscheidung. Jede Bewegung ist besser als keine Bewegung. Wovon wir überzeugt sind, ist, dass Sport im Verein mit anderen Menschen am meisten Spaß macht – und er hält, wie die Wissenschaft zeigt, obendrein am längsten jung.

24. Sep 2026

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Gesundheit

3 Fragen an… Enrico Damme, Geschäftsführender Fachreferent der Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz

![0167 Männergewaltschutz e.V Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/0167_Maennergewaltschutz_e_V_Online_dec3f6069f.jpg) ``` Enrico Damme, Geschäftsführender Fachreferent der Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz ``` **Was hat häusliche Gewalt mit Männergesundheit zu tun?** Sehr viel. Gewalt kann körperliche und psychische Folgen haben – von blauen Flecken und Schürfwunden bis hin zu Depressionen. Sie kann die Gesundheit langfristig beeinträchtigen. Deshalb gehört der Schutz vor Gewalt zu einem umfassenden Verständnis von Männergesundheit. **Warum suchen betroffene Männer häufig keine Hilfe?** Neben Scham und Angst spielt das traditionelle Bild vom „starken Mann“ eine Rolle. Wer sich selbst als Beschützer verstehen soll, spricht vermutlich besonders ungern darüber, selbst Gewalt zu erleben. Zudem fehlt es noch immer an Sichtbarkeit und passenden Angeboten für Männer. **Was braucht es für besseren Schutz?** Männer brauchen Schutzangebote, die ihre Situation ernst nehmen und konkrete Hilfe anbieten. Anlaufstellen finden Männer auf www.ohne-gewalt-leben.de. Es sollte selbstverständlich sein, dass auch Männer Hilfe suchen können, ohne als „Schwächling“ zu gelten. >Wer sich selbst als Beschützer verstehen soll, spricht vermutlich besonders ungern darüber, selbst Gewalt zu erleben.