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4. Mär 2022

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„Die richtige Software ist Treiber für E-Mobilität“

Journalist: Thomas Soltau

Der Trend zu alternativen Antrieben und autonomem Fahren beschleunigt die Entwicklung. Um neue Technologien zu ermöglichen, braucht es intelligente und zuverlässige Softwarelösungen.

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Kishor Patil, CEO und Mitbegründer KPIT

Wir stehen an der Schwelle einer Revolution – auch, wenn die Zahlen das noch nicht so ausdrücken. Im Jahr 2020 gab es laut Statista weltweit rund 10,9 Millionen Elektroautos, über drei Millionen Fahrzeuge mehr als noch im Vorjahr. Der Bestand hat sich seit dem Jahr 2012 mehr als verfünfzigfacht. Während die Einführungsraten für Elektrofahrzeuge derzeit noch niedrig sind, wird geschätzt, dass bis 2030 weltweit etwa 30 Millionen Elektrofahrzeuge verkauft werden. Bei zunehmender Luftverschmutzung und der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen spielen alternative Antriebe wie die Elektromobilität eine zunehmend wichtigere Rolle im motorisierten Individualverkehr. „Der Verbrennungsmotor ist in seiner bisherigen Form ein Auslaufmodell“, betont Bundesverkehrsminister Volker Wissing. Deutschland habe die Klimaschutzziele von Paris unterschrieben und müsse sie einhalten. Dazu soll der Verkehrssektor seinen Beitrag leisten.

Die Zukunft der Mobilität – besonders in Smart Cities – wird von wichtigen technologiegetriebenen disruptiven Trends angetrieben: Elektrifizierung von Fahrzeugen, vernetzte und autonome Fahrzeuge sowie Mobility-as-a-Service. Um diese neuen Technologien zu ermöglichen, braucht es intelligente sowie zuverlässige Softwarelösungen. Ein Global Player auf diesem Gebiet ist KPIT Technologies. KPIT mit europäischem Hauptsitz in München, ist auf eingebettete Software spezialisiert und verfügt über tiefgreifendes Know-how im Bereich CASE – also Connectivity, Autonomy, Shared Mobility und Electrifications. Ihre Software hat sich bereits in zahlreichen Fahrzeugmodellen auf der Straße bewährt. Auf dem Weg zur zukünftigen Mobilität arbeitet KPIT mit der globalen Automobilindustrie zusammen und bietet innovative Lösungen an.

CEO und Mitbegründer Kishor Patil sieht das Unternehmen in der Rolle eines nachhaltigen Software-Integrators. „Die Zukunft gehört der Elektromobilität. Wie schnell diese Zukunft Wirklichkeit wird, könnte uns alle überraschen und hängt auch davon ab, wie schnell einige der Technologien etabliert werden. Die Automobil- und Mobilitätsindustrie und das Ökosystem müssen zusammenarbeiten, um eine grünere und sauberere Zukunft zu verwirklichen.“ Dazu zählt auch der Trend der Urbanisierung, sagt Patil. Sie werde die Industrie weiter zwingen, zusammenzuarbeiten, um nach intelligenten Technologien zu streben, die sowohl in smarten Autos als auch in smarten Städten zum Einsatz kommen.

Die Auswirkungen der Elektrifizierung für die Mobilität sind gewaltig. Der Wandel zur Elektromobilität stellt die Rolle der Software dabei immer mehr in den Mittelpunkt. Das bedeutet, dass der Prozentsatz an Software und die Komplexität bei Elektrofahrzeugen weiter zunehmen wird. Softwarefähige Funktionen sollen dem Fahrer einen Mehrwert bieten und dabei helfen, Fahrzeugmarken zu differenzieren. Zusätzlich können Softwaredienste zur Generierung von neuen Einnahmen dienen, etwa durch Servitization (As-a-Service-Modelle). Sicherheit gewähren Over-the-Air-Updates oder die Kommunikation zwischen den Steuergeräten. „Dies wird auch zu weiteren Herausforderungen führen, da etwa mehrere Parteien von OEM- und Zuliefererseite zu verschiedenen Softwarekomponenten beitragen. Dazu bedarf es in diesem Fall einer standardisierten Automotive Open System Architecture (AUTOSAR genannt) als Enabler“, betont Kishor Patil von KPIT. Und fährt fort: „Mit der zunehmenden Menge an Softwarefeatures ergibt sich die Chance, individuelle Mobilität mit Smart-City-Infrastrukturen zu verbinden. So werden Ampeln, die mit Fahrzeugen kommunizieren, einen verbesserten Verkehrsfluss ermöglichen und dazu beitragen, dass Städte intelligent werden.“

Zukünftig werden die Anforderungen an die Software, man denke nur an selbstfahrende Autos, also massiv steigen. Das Automotive & Mobility-Ökosystem muss in neue Fähigkeiten investieren, insbesondere in die Softwareentwicklung, um die Aufgaben zu meistern. „Mehr Standardisierung und Open Source werden die Komplexität reduzieren. Das zukünftige Automotive & Mobility Ecosystem umfasst nicht nur OEMs und Zulieferer, sondern auch smarte Verkehrsinfrastrukturen und individuelle Bedürfnisse. Aber am wichtigsten: Softwareintegrationsfähigkeiten entscheiden darüber, ob Ideen vom Prototyp zur Produktion gelangen“, so CEO Kishor Patil von KPIT. Eine gute Zusammenarbeit von Industrie und der Regierung kann diese technologische Revolution beschleunigen.

www.kpit.com

Veröffentlicht mit der Zeitung DIE WELT am 07.03.2022

28. Jan 2026

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Wirtschaft

Flexible Aus- und Weiterbildung als Schlüssel zum Erfolg – Ein Beitrag von Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)

Zwischen 2025 und 2029 gehen rund 5,26 Mio. Erwerbstätige in den Ruhestand. Gleichzeitig erwarten wir, dass in diesem Zeitraum nur rund 4,37 Mio. Personen aus dem Bildungssystem oder aus dem Ausland neu auf den inländischen Arbeitsmarkt kommen. Der Ersatzbedarf lässt sich mengenmäßig nicht durch dieses Neuangebot stillen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird somit zurückgehen. Zugleich braucht Deutschland dringend Erneuerungen. In unsere Sicherheit und Infrastruktur wird viel investiert werden müssen. In den Gesundheitsberufen wird die Nachfrage steigen, und auch in der IT-Entwicklung dürfen wir nicht zurückbleiben. Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. So können Tätigkeiten zum einen automatisiert werden, die bislang von Menschen ausgeübt werden. Zum anderen bieten sie aber auch Raum für neue Tätigkeiten und Geschäftsmodelle. Eine jüngst veröffentlichte Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung zeigt, dass allein die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) rund 1,6 Mio. Arbeitsplätze betreffen werden. Voraussichtlich werden rund 800.000 Arbeitsplätze in den kommenden 15 Jahren wegen der Nutzung von KI entfallen, während gleichzeitig rund 800.000 neu entstehen. Dieser Strukturwandel lässt sich nicht ohne berufliche Aus- und Weiterbildung bestreiten. >Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. Der Digitalisierung folgt der verstärkte Einsatz von KI, der abstrakte Klimawandel wird greifbar durch Flut- und Dürrekatastrophen, die demografische Entwicklung führt zu anderen Arbeitsmodellen und längeren Arbeitsphasen. Berufliche Qualifikationen bereiten uns im besten Fall darauf vor, auf Unvorhergesehenes zu reagieren. So eröffnen die 327 Ausbildungsberufe des dualen Systems die Möglichkeit, flexibel in einer Fülle von Erwerbsberufen tätig zu werden. Voraussetzung hierfür ist, dass exemplarisch in ausreichender fachlich-methodischer Breite und Tiefe gelernt wird und die für die Transformation notwendigen Schlüsselkompetenzen vermittelt werden. Zentral sind hier Transfer- und Problemlösefähigkeit, Kreativität sowie soziale und personale Kompetenzen. Wichtig ist aber auch, Menschen ohne Ausbildung durch die Nutzung abschlussorientierter Konzepte – wie zum Beispiel Teilqualifikationen oder Validierungsverfahren – für die Herausforderungen des Arbeitsmarkts der Zukunft zu befähigen. Vor dem Hintergrund des beschleunigten Strukturwandels leistet vor allem auch die berufliche Weiterbildung einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Sie schafft individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für die Beschäftigten. Deshalb müssen wir die formale Weiterbildung durch gezielte Flexibilisierung, Modularisierung und „Dualisierung“ – also die Verknüpfung von systematischem Lernen mit praktischer Anwendung am Arbeitsplatz – attraktiver gestalten und stärker mit non-formalen Angeboten verknüpfen. So kann es gelingen, möglichst viele Menschen für Weiterbildung zu gewinnen. Denn es ist arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitisch nicht akzeptabel, große Bevölkerungsgruppen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu lassen. Die Attraktivität und Individualisierung der Weiterbildungsformate sind hier entscheidend.