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27. Mär 2020

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Business

Eine Gründung für Gründer

Journalist: Jörg Wernien

Carlo Jesse ist erst 42 Jahre alt, hat aber schon mehrere Unternehmen gegründet. Er kennt die Höhen aber auch die Tiefen von Start-ups. Wir haben mit ihm gesprochen.

Was hat Sie dazu bewogen sich selbstständig zu machen?

Während meines Studiums an der Rotterdam School of Management (RSM) hatte ich das große Glück den Gründer der Schuhmarke GEOX, Mario Moretti Polegato, persönlich kennenlernen zu dürfen. Er war eine große Inspiration und der entscheidende Treiber, der mich dazu bewogen hat, ein Unternehmen selbst aufzubauen. Ich war eigentlich im Förderprogramm der internationalen Nachwuchsgruppe der DAIMLER AG, mit dem Ziel, nach dem Studium für den Konzern im Ausland zu arbeiten. Daraus ist dann nichts mehr geworden. Für einen internationalen Konzern zu arbeiten wäre jedoch sicherlich auch eine spannende Aufgabe gewesen.

Berlin, Hamburg, München – kein Tag vergeht ohne spektakuläre Finanzierungen, neue Unternehmen und neue Ideen – wie ist das in einer eher ruhigeren Gegend?

Jeder, egal wo man wohnt, kann heute ein Millionen Investment holen. Der Ort wird immer irrelevanter. Wenn man sich die Investments der VCs heute ansieht, so sind diese global gestreut. Bukarest, Tel Aviv, San Francisco. Investiert wird in Menschen, Teams und Ideen, nicht in Orte. Richtig ist jedoch, dass sich viele Gründer Anfang 20 in den Start-up Metropolen tummeln. Das heißt aber nicht, dass alle Mega-Schecks geschrieben bekommen. Ein VC schaut sich ca. 1.000 Start-ups pro Jahr an und investiert in circa fünf.

Ein Start-up will auch mal schwarze Zahlen schreiben – realistisch?

Klar. Die Ausfallquote von Start-ups ist immer noch hoch, jedoch ist das nichts Neues. Die heutigen Unternehmen, die Jahrzehnte am Markt sind, waren auch mal eine Art "Start-up". Auch hier sind schon immer einige gescheitert. Der Unterschied eines Start-ups heute ist, das durch die vorhandenen Technologien, Unternehmen potentiell skalierbarer werden und die Reichweite nicht nur lokale begrenzt ist.

2. Apr 2026

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Business

Daten als Fundament moderner Wertschöpfung – mit Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich

![Andreas Wagner Atelier Schulte 4 Kopie Onlinejpg.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Andreas_Wagner_Atelier_Schulte_4_Kopie_Onlinejpg_ba179e5e36.jpg) ``` Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich ``` Moderne Wertschöpfungsnetzwerke bestehen aus eng verknüpften Prozessen in Planung, Beschaffung, Produktion und Logistik. Um diese komplexen Systeme besser steuern zu können, setzen Unternehmen zunehmend auf Plattformen, die Anwendungen, Daten und Prozesse über Organisationsgrenzen hinweg miteinander verbinden. So entstehen gemeinsame Datenräume, in denen Informationen aus unterschiedlichen Bereichen zusammengeführt und analysiert werden können. Zunehmend werden dafür standardisierte Datenprodukte aufgebaut, die Informationen strukturiert bereitstellen und für Analysen nutzbar machen. „Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild“, sagt Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich. Datenmodelle und analytische Systeme helfen dabei, Zusammenhänge sichtbar zu machen und mögliche Handlungsoptionen abzuleiten. „Die Herausforderung liegt heute weniger im Sammeln von Daten als darin, aus ihnen fundierte Entscheidungen zu entwickeln“, so Wagner. >Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild.

2. Apr 2026

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„Nachhaltigkeit wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor“ – mit Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria

![Michael Rauhofer_Büro Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Michael_Rauhofer_Buero_Online_6096b75223.jpg) ``` Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria ``` In der Logistik zahlt sich Nachhaltigkeit für die Unternehmen immer dann aus, wenn sie Kosten stabilisiert, Risiken reduziert und die Effizienz erhöht. Wer Emissionen senkt, reduziert oft auch Energie und Mautkosten und macht seine Lieferketten robuster. Entscheidend ist, Nachhaltigkeit als Business Case zu denken: etwa durch intermodale Konzepte und kombinierte Verkehre, die wirtschaftlich sind und gleichzeitig CO₂ sparen. Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. >Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. Für Unternehmen sind auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit drei Schritte entscheidend. Erstens Transparenz bei den Daten – etwa über Sendungen, Laufzeiten oder Emissionen. Zweitens eine klare Dekarbonisierungs Roadmap. Das umfasst Flotte, Modal Shift, aber auch die Einbindung von Partnern. Und drittens der verantwortungsvolle Einsatz von Digitalisierung und KI. Das heißt: saubere Daten, klar definierte Anwendungsfälle, geschulte Mitarbeitende und von Anfang an mitgedachte Compliance.