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28. Dez 2022

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Lifestyle

Entschleunigung auf dem Wasser – warum Wassersport so beliebt ist

Journalist: Karsten Stahlhut, BVWW e.V.

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Foto: Mikhail Nilov/pexels, Presse

Morgendämmerung. Totale Stille. Nur hier und da ein paar Fische unter den sanften Nebelschwaden auf dem Wasser. Die Vogelwelt erwacht und lässt ihren Gesang erklingen. Langsam erhebt sich die Sonne majestätisch am Horizont und kitzelt die Nase der Frühaufsteher unter den Wassersportlern, die mit dem Duft einer frisch gebrühten Tasse Kaffee den Tag an Bord beginnen.
Ein Ausbruch aus dem Alltag, sanfte Entschleunigung, ein Gefühl von Freiheit, einmalige Naturerlebnisse, Zeit für sich und die Familie – das sind die Hauptmotive für die meisten Wassersportler, unabhängig von ihren speziellen Vorlieben.

Die Wassersport-Branche boomt in den vergangenen Jahren. Die Nachfrage nach Booten, Zubehör und Liegeplätzen oder Chartergelegenheiten wuchs enorm. Zeitweise war der Markt regelrecht leergefegt. Auch die Zahl der absolvierten Kurse und abgelegten Prüfungen ging nach oben. Das alles zeigt: Die Menschen wollen aufs Wasser. Sie wollen ihre Freizeit im Einklang mit der Natur genießen. Gleichzeitig haben sie erkannt: Der Wassersport ist in vielen Bereichen, insbesondere auf dem Boot, im Zeichen der Pandemie ein „sicherer“ Sport. Die Corona-Jahre haben den großen Wert der Freizeit auf dem Wasser ganz klar sichtbar gemacht. Gemäß dem Motto „Mein Schiff ist meine Burg“ war so mancher motiviert, wieder mehr Zeit auf dem Wasser als im Stress zu verbringen.

Wassersportler sind auch sensibilisiert für nachhaltige Themen. Denn ohne eine intakte Umwelt wäre ihre Freude an diesem Zeitvertrieb schnell dahin. Das gilt für den Paddler genauso wie die SUPerin, den Segler wie die Surferin, auch Motorbootfahrer sind auf einen respektvollen Umgang mit der Natur bedacht. Segeln (auch Surfen) hat zudem den großen Vorteil, eine kostenlos zur Verfügung stehende erneuerbare Energie für den Vortrieb zu nutzen - den Wind. Zu lernen, wie man mit diesem himmlischen Kind umgeht, wie man den Wind nutzt, um von A nach B zu kommen, das ist sicher eine der schönsten Herausforderungen unserer Zeit.

Gerade in einer hochtechnisierten und pausenlos kommunizierenden Welt bietet der Wassersport eine Möglichkeit, diesem Netz zu entkommen. Ob Regatta oder Segeltörn - der Urlaub beginnt, wenn man zuhause startet. Der rasende Spurt von einem Termin zum nächsten Meeting ist beendet, auf dem Wasser diktieren Wind und Wetter die Geschwindigkeit. Diese Entschleunigung ist ein wahrer Genuss – selbst wenn man versucht, durch ein wenig Zupfen hier oder da am Segel noch ein bisschen mehr Geschwindigkeit aus dem Boot herauszuholen.

Ein großer Geldbeutel ist für den Einstieg in den Wassersport nicht nötig. Schon für ein paar Euro kann man ein SUP mieten und auf einem See herumfahren. Wer sich lieber ein Boot anschaffen möchte, um die Wochenenden mit der Familie auf dem Wasser zu genießen, findet zahlreiche Angebote im Einsteigerbereich schon ab wenigen tausend Euro. Der besondere Vorteil dieser kleinen trailerbaren Boote besteht zudem darin, schnell und unkompliziert das Revier wechseln zu können. So bleibt man von der Ostsee über die Havel bis hin zum Gardasee auch im Urlaub flexibel.

Und noch etwas macht den Wassersport aus: Er ist grenzenlos auch in Bezug aufs Alter. In kaum einem Sport kann man als Jugendlicher einsteigen und bis ins hohe Alter dabeibleiben.

29. Apr 2026

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Lifestyle

Sommermomente in Nah und Fern – Ein Beitrag von Lena Martin (@inspirationdelavie), Reisebloggerin und Content Creatorin

Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Städtereisen sind dabei für viele längst zu einer der liebsten Formen geworden, kurze Auszeiten zu nehmen: Rund 34 Millionen Menschen in Deutschland zieht es jedes Jahr in eine Stadt. Dabei geht der Blick immer häufiger weg von den großen Klassikern wie Berlin oder Paris und hin zu Orten, die leiser erzählen, aber oft länger nachklingen. Städte wie Brügge mit ihren verwunschenen Gassen und stillen Grachten oder die Küstenregionen Andalusiens mit ihren weiten Ausblicken, kleinen Hafenstädten und dem lebendigen Málaga zeigen, wie viel Charme abseits der bekannten Routen steckt. Neben bekannten Sehnsuchtsorten wie Marseille oder Bremen stehen auf meiner persönlichen Bucket-List Städte wie Kopenhagen, Porto oder Gent. Orte, die Kultur, entspanntes Lebensgefühl und kulinarische Vielfalt auf ganz eigene Weise verbinden und genau deshalb im Gedächtnis bleiben. Innerhalb Deutschlands zeigt sich, wie unterschätzt viele Destinationen noch immer sind! Ob Regensburg, Bamberg oder Pottenstein im Süden, Jena und Dresden im Osten, Lüneburg und Lübeck im Norden oder Saarburg, Wiesbaden und Baden-Baden im Westen – jede Region hat ihre eigenen „Perlen“, die es zu entdecken gilt. Gerade diese Orte sind perfekt für den Trend des Slow-Travels: durch Altstädte schlendern, architektonische Details entdecken und zwischendurch immer wieder innehalten, um regionale Spezialitäten zu genießen. >Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Denn Kulinarik ist einer der wichtigsten Bestandteile moderner Städtereisen. Besondere Märkte, kleine Cafés, lokale Restaurants und kreative Food-Konzepte prägen das Erlebnis ebenso wie Sehenswürdigkeiten. Regionale Produkte, saisonale Gerichte und authentische Küche schaffen eine Verbindung zum Reiseziel, die weit über das Visuelle hinausgeht. Genau diese Mischung aus Entdecken und Genießen macht den Reiz vieler kleinerer Städte aus. Auch für Kurztrips und verlängerte Wochenenden bieten sich unzählige Möglichkeiten: Naturregionen wie das Fichtelgebirge, der Pfälzerwald oder der Schwarzwald verbinden Natur, kleine Wanderungen und Erholung mit kulinarischen Highlights. Ergänzt wird dieses Angebot durch charmante Kleinstädte und Ausflugsziele, die sich ideal für spontane Reisen eignen. Auch in unseren Nachbarländern zeigt sich dieses neue Reisegefühl ganz deutlich. Städte wie Straßburg, Dinant, Luxemburg oder Groningen stehen sinnbildlich für eine Art des Reisens, bei der es weniger um Größe oder Bekanntheit geht, sondern um Atmosphäre, Lebensgefühl und diese kleinen, unerwarteten Details, die einen Ort unverwechselbar machen. Der Sommer lädt dazu ein, Bekanntes neu zu entdecken und vor allem Unbekanntem eine Chance zu geben. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Die schönsten Reiseerlebnisse entstehen oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet – abseits der Touristenpfade, irgendwo zwischen kleinen Gassen, regionalen Köstlichkeiten und dem Gefühl, genau im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.