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15. Mär 2023

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Gesellschaft

Female Empowerment

Journalist: Julia Butz

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Foto: Pfluegl

herCAREER-Expo, die vom 12.-13. Oktober 2023 in München stattfindet, ist die führende Karriere- und Netzwerkveranstaltung für Frauen in Deutschland.

Im Fokus der Karrieremesse steht der interaktive Austausch für alle Frauen, die sich – ob angestellt oder selbstständige Unternehmerin - beruflich weiterentwickeln wollen, wertvolle Anregungen für die eigene Karriere suchen oder ihr Netzwerk erweitern möchten. Dazu laden über 350 MeetUps, Vorträge und eine Vielzahl geladener Speaker und Mentoren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Politik und Medien ein, die ihre wertvollen Erfahrungen ganz im Role Model-Sinne gerne an Interessierte weitergeben. Networken und voneinander lernen: Durch die Möglichkeit des direkten Erfahrungsaustauschs hebt sich die Messe bewusst von anderen Formaten ab.

Auch bei den über 300 Ausstellern und Partnern liegen Chancengleichheit und die weibliche Perspektive auf arbeitsmarktpolitische, gesellschaftliche und wissenschaftliche Themen im Fokus. Wie dies konkret aussehen kann und welche Innovationen Digitalisierung und New Work vorantreiben, stellen Unternehmen bei den Future Talks vor.

Nicht nur Reden, sondern auch Machen: Mittels personalisierter Matches können Besucher direkt auf Ausstellerangebote oder Vorträge noch vor dem Live-Event reagieren, um mit Sparringspartnern in Kontakt zu treten und sich vor Ort gezielter vernetzen zu können. Damit ist die herCAREER-Expo eine der ersten Messen in Europa, die digitales Messe-Matching einsetzt. Bis zu zwei Wochen vor dem Event erhalten die Teilnehmer 50 % Rabatt auf den regulären Ticketpreis und können bei allen Matching-Runden vor der Messe dabei sein. Gut zu wissen: Die herCAREER wird in zahlreichen Bundesländern offiziell als gesetzlicher Bildungsurlaub anerkannt.

28. Jan 2026

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Wirtschaft

Flexible Aus- und Weiterbildung als Schlüssel zum Erfolg – Ein Beitrag von Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)

Zwischen 2025 und 2029 gehen rund 5,26 Mio. Erwerbstätige in den Ruhestand. Gleichzeitig erwarten wir, dass in diesem Zeitraum nur rund 4,37 Mio. Personen aus dem Bildungssystem oder aus dem Ausland neu auf den inländischen Arbeitsmarkt kommen. Der Ersatzbedarf lässt sich mengenmäßig nicht durch dieses Neuangebot stillen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird somit zurückgehen. Zugleich braucht Deutschland dringend Erneuerungen. In unsere Sicherheit und Infrastruktur wird viel investiert werden müssen. In den Gesundheitsberufen wird die Nachfrage steigen, und auch in der IT-Entwicklung dürfen wir nicht zurückbleiben. Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. So können Tätigkeiten zum einen automatisiert werden, die bislang von Menschen ausgeübt werden. Zum anderen bieten sie aber auch Raum für neue Tätigkeiten und Geschäftsmodelle. Eine jüngst veröffentlichte Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung zeigt, dass allein die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) rund 1,6 Mio. Arbeitsplätze betreffen werden. Voraussichtlich werden rund 800.000 Arbeitsplätze in den kommenden 15 Jahren wegen der Nutzung von KI entfallen, während gleichzeitig rund 800.000 neu entstehen. Dieser Strukturwandel lässt sich nicht ohne berufliche Aus- und Weiterbildung bestreiten. >Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. Der Digitalisierung folgt der verstärkte Einsatz von KI, der abstrakte Klimawandel wird greifbar durch Flut- und Dürrekatastrophen, die demografische Entwicklung führt zu anderen Arbeitsmodellen und längeren Arbeitsphasen. Berufliche Qualifikationen bereiten uns im besten Fall darauf vor, auf Unvorhergesehenes zu reagieren. So eröffnen die 327 Ausbildungsberufe des dualen Systems die Möglichkeit, flexibel in einer Fülle von Erwerbsberufen tätig zu werden. Voraussetzung hierfür ist, dass exemplarisch in ausreichender fachlich-methodischer Breite und Tiefe gelernt wird und die für die Transformation notwendigen Schlüsselkompetenzen vermittelt werden. Zentral sind hier Transfer- und Problemlösefähigkeit, Kreativität sowie soziale und personale Kompetenzen. Wichtig ist aber auch, Menschen ohne Ausbildung durch die Nutzung abschlussorientierter Konzepte – wie zum Beispiel Teilqualifikationen oder Validierungsverfahren – für die Herausforderungen des Arbeitsmarkts der Zukunft zu befähigen. Vor dem Hintergrund des beschleunigten Strukturwandels leistet vor allem auch die berufliche Weiterbildung einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Sie schafft individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für die Beschäftigten. Deshalb müssen wir die formale Weiterbildung durch gezielte Flexibilisierung, Modularisierung und „Dualisierung“ – also die Verknüpfung von systematischem Lernen mit praktischer Anwendung am Arbeitsplatz – attraktiver gestalten und stärker mit non-formalen Angeboten verknüpfen. So kann es gelingen, möglichst viele Menschen für Weiterbildung zu gewinnen. Denn es ist arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitisch nicht akzeptabel, große Bevölkerungsgruppen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu lassen. Die Attraktivität und Individualisierung der Weiterbildungsformate sind hier entscheidend.