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22. Jun 2021

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Lifestyle

Gärtnern mit Leidenschaft & Know-how

Journalist: Kirsten Schwieger

Cord von Hodenberg von der Königlichen Gartenakademie verrät das Erfolgsrezept prachtvoller, nachhaltiger Gärten und glücklicher Gärtner.

Cord von Hodenberg, Associate Königliche Gartenakademie Berlin; Foto: Dr. Isabelle Van Groeningen

Für wen macht professionelle Gartenplanung Sinn?

Professionelle Gartenplanung macht für jeden Gartenliebhaber Sinn. Von einer kleinen Dachterrasse bis hin zu großen Gärten – egal ob Anfänger oder Fort-geschrittene. Wir haben besonders jetzt während der Pandemie viele Kunden hier in der Königlichen Garten Akademie, die gut informiert zu uns kommen und ganz genau wissen, was sie haben möchten, speziell in unserer Gärtnerei, aber auch im Designstudio. Mit unserem Praxisbezug und fachlichen Expertisen sind wir et-was anders aufgestellt als manch anderer.

Worauf sollten DIY-Gartenplaner achten?

Sie sollten darauf achten, dass sie sich die richtige Literatur besorgen, um rein-zukommen; dass sie die Natur beachten und sich an deren Kreislauf halten. Aber das Wichtigste ist, dass sie eine Leidenschaft zum Gärtnern entwickeln.

Wie viel Grundwissen braucht es denn? 

Schön ist es, wenn der Hobbygärtner ein Gefühl für den Boden und die Pflanzen entwickelt, wissbegierig und offen ist für Neues. Das kann sich jeder gut anlesen oder im Internet recherchieren. Da gibt es wunderbare Quellen, zum Bei-spiel das Buch „Wildlife Gardening“ von Dave Goulson oder auch unseren youtube Kanal „James der Gärntner”. Das A und O sind gesunde Böden. Dafür ist es wirklich wichtig, dass der Kreislauf der Natur im eigenen Garten erhalten bleibt. Es darf auch mal Laub liegen bleiben und (Garten-)Abfälle kompostiert werden anstatt diese abholen zu lassen und dann für viel Geld neue Erde zu kaufen. Das ist eigentlich gar nicht notwendig. Die meiste gekaufte Erde ist praktisch tot, während der Kompost kostenlos ist und jede Menge nützliche Lebewesen und viele wertvolle Nährstoffe beinhaltet.  

Braucht es auch die vielen Düngemittel nicht?

In der Regel nicht. Wenn nicht gerade eine Bodenanalyse erhebliche Mängel wertvoller Spurenelemente oder Nährstoffe ergeben hat, braucht es keine künstlichen, mineralischen Dünger; und wenn, dann nur hochwertige Langzeitdünger, auf gar keinen Fall Blaukorn. Auch auf Rindenmulch sollte besser verzichte werden, der zieht die ganzen Nährstoffe aus dem Boden, wenn er verrottet, beziehungsweise zu stark aufgetragen wird. Die Pflanzfläche sollte eigentlich mit Stauden und Gehölzen geschlossen sein, dann hat auch das „Unkraut“ wenig Chancen. Sowie in die Natur eingegriffen wird, kann ein Baustein fehlen und es werden meist die nächsten Probleme geschaffen. Sie sind dann gar nicht mehr so widerstandsfähig, und schon geht‘s weiter mit Pestiziden, um beispielsweise Blattläuse zu bekämpfen. In der Dynamik der Natur werden diese von Marienkäfern gefressen, doch deren Larven sterben durch die künstliche Schädlingsbekämpfung gleich mit ab.

Klingt nicht wirklich nachhaltig. Wie geht es denn besser?

Wie gesagt, das Wertvollste ist der eigene gute Kompost. Wem Kompostierung nicht möglich ist, der kann organische Depotdünger auch sehr gut nutzen. Auch Hornspäne oder Mykorrhiza Pilze sind sehr sinnvoll. Das sind natürlich vorkommende Pilze, welche die Bodenorganismen zum Leben anregen. Grundsätzlich ist immer Bio zu empfehlen. Das gilt für Dünger und Spritzmittel aber auch für Samen oder vorgezogene Pflanzen. 

Welche „to dos“ stehen zu welcher Jahreszeit an?

Im zeitigen Frühjahr werden die Stau-den heruntergeschnitten. Der Frühjahrs-schnitt an Gehölzen ist zu empfehlen, wenn ein starker Austrieb gewünscht wird. Ansonsten ist ein Gehölzschnitt nach der ersten Vegetationsperiode, gegen Mitte Juni zu empfehlen. Stauden können nach der ersten Blühte im Frühjahr zurückgeschnitten werden, dann ist meist sogar noch eine zweite Blühte im Jahr zu erwarten. Dies gilt auch für die meisten Rosen. Im Sommer genießt der Gartenliebhaber die Fülle seines Gartens, gießt und pflegt die Pflanzen und im Herbst werden die Zwiebeln eingesetzt, die dann im folgenden Frühjahr das erste blühende Feuerwerk bereiten.

27. Mär 2026

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Lifestyle

Zwischen Feinschliff und Neuanfang

![Helen Briem_(c)_Frank Föhlinger (2) Online.JPG](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Helen_Briem_c_Frank_Foehlinger_2_Online_23388c2dce.JPG) Helen Briem (20) ist eine der größten Hoffnungsträgerinnen im deutschen Golfsport. Nach ihrer Zeit als Weltranglistenerste bei den Amateuren und beeindruckenden Auftritten auf der Ladies European Tour schlägt sie nun bereits in ihrer zweiten Profi-Saison auf der prestigeträchtigen LPGA-Tour ab. **Welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihrer Vorbereitung?** Ich möchte wieder mehr Konstanz in mein langes Spiel bringen, vor allem aus der Tee Box. Daher arbeite ich intensiv an meinem Schwung. Aber auch das Putten steht im Fokus. Zudem werde ich ein paar Tage früher zum ersten Turnier anreisen, um dort auf Rasen und unter Turnierbedingungen den letzten Feinschliff zu bekommen. **Worauf sind Sie mit Blick auf die kommenden Monate gespannt?** Ich freue mich auf meine erste Saison auf der LPGA, werde aber auch das ein oder andere LET-Turnier spielen. Das ist jedoch recht schwer zu planen. Daher bin ich gespannt, welche Turniere ich schlussendlich spielen werde und, ob es vielleicht sogar für das ein oder andere Major reicht. **Was gibt Ihnen auf dem Platz Vertrauen?** Ich versuche, mich auf meinen Rhythmus zu fokussieren. Ich weiß auch, dass es meist einen nächsten Tag gibt, an dem es wieder besser laufen kann. Außerdem stehen auf der Scorekarte keine Bilder – der Ball muss ins Loch, nicht jeder Schlag muss perfekt aussehen. Genau das rate ich auch Amateurgolfern: den Fokus auf den Rhythmus legen und sich nicht auf perfekte, sondern auf effektive Schläge konzentrieren. ![Nicolai von Dellingshausen_(c)_Frank Föhlinger Online .jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Nicolai_von_Dellingshausen_c_Frank_Foehlinger_Online_c8e56cb3d7.jpg) Nicolai von Dellingshausen (33) absolviert dieses Jahr seine vierte volle Saison auf der DP World Tour. Im vergangenen Jahr feierte er in Österreich seinen Premierensieg in der europäischen Eliteklasse und krönte die Spielzeit als bester Deutscher im Gesamtranking. **An welchen Details arbeiten Sie jetzt besonders, um sich optimal auf die Turniere einzustellen?** Ich arbeite vor allem daran, eine bessere Balance zwischen Belastung und Regeneration zu finden. Ich versuche, dieses Jahr bewusster zu planen und gleichzeitig die spielerischen und mentalen Fortschritte aus 2025 weiterauszubauen. **Welche Erwartungen haben Sie für diese Saison?** In der Vergangenheit haben meine Erwartungen selten zu etwas Positivem geführt. Daher versuche ich mich davon zu lösen. Wichtiger sind für mich die Standards, die ich mir über die Zeit erarbeitet habe – sowohl im spielerischen als auch im mentalen Bereich. Diese möchte ich nicht nur halten, sondern weiterentwickeln. **Wie gelingt es Ihnen, in entscheidenden Momenten fokussiert zu bleiben?** Es hilft mir, meine Gefühle in dem Moment bewusst wahrzunehmen und ehrlich zu mir zu sein. Dieses Annehmen von Druck oder Nervosität sorgt für Klarheit und gibt mir das Vertrauen, auch in schwierigen Momenten die richtigen Entscheidungen zu treffen. ![Max Kieffer_(c)_Frank Föhlinger_U (1) Kopie Online.JPG](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Max_Kieffer_c_Frank_Foehlinger_U_1_Kopie_Online_8aacbd4d7b.JPG) Max Kieffer (35) zählt seit über einem Jahrzehnt zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Golfsports. Nachdem der Düsseldorfer beeindruckende 13 Jahre ununterbrochen auf der DP World Tour aktiv war, nutzt er die Erfahrungen einer herausfordernden vergangenen Saison nun als Ansporn für einen fokussierten Neustart im kommenden Jahr. **Welche Themen stehen im Vordergrund?** Aktuell liegt mein Fokus vor allem darauf, mein Eisenspiel und mein Putten wieder auf ein höheres Level zu bringen. Im Eisenspiel ist es eine Mischung aus gezieltem Techniktraining und dem Übertragen der technischen Anpassungen auf den Platz. **Was nehmen Sie sich für diese Saison vor?** Ergebnistechnisch ist mein klares Ziel, mir die Tour-Karte der DP World Tour zurückzuholen. Gleichzeitig möchte ich mein Spiel weiterentwickeln und wieder auf ein hohes Level bringen. **Was hilft Ihnen, nach Rückschlägen den Kopf wieder freizubekommen?** Golf darf man nicht zu ernst nehmen. Rückschläge gehören dazu. Und mir hilft es, bewusst aus der Turnier-Bubble herauszukommen und Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Das rate ich auch Hobbygolfern: sich von schlechten Runden nicht zu sehr mitnehmen zu lassen und den Spaß am Spiel zu bewahren. ![Alexandra Försterling_(c)_Frank Föhlinger_2 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Alexandra_Foersterling_c_Frank_Foehlinger_2_Online_d89ae6c7c0.jpg) Alexandra Försterling (26) zählt zu den erfolgreichsten deutschen Golferinnen der vergangenen Jahre. Die Berlinerin startete 2023 als Profi durch, konnte seitdem bereits viermal auf der Ladies European Tour gewinnen und durfte bei den olympischen Spielen für das Team Deutschland antreten. **Woran arbeiten Sie in Ihrer Vorbereitung auf die neue Saison besonders?** Aktuell arbeite ich intensiv an meinem Schwung, da sich dafür die Saisonpause am besten eignet. Gleichzeitig lege ich großen Wert auf körperliche Regeneration, um nach meiner Verletzung 2025 wieder mein volles Potenzial zu erreichen. **Mit welchen Zielen gehen Sie in diese Saison?** Mein Ziel ist es, wieder im Siegerkreis zu stehen. Gleichzeitig möchte ich in jedem Turnier mein Bestes geben, geduldig bleiben, meinem Spiel vertrauen und die Freude am Golf bewahren. **Was hilft Ihnen, in Drucksituationen ruhig zu bleiben?** In Drucksituationen hilft mir die Konzentration auf meine Bauchatmung. Das beruhigt mich und senkt den Puls. Zudem lenke ich mich kurz ab, etwa durch ein lockeres Gespräch mit meinem Caddie. Das können auch Freizeitgolfer übernehmen: Ruhig atmen, im Moment bleiben und sich nicht von der Situation überwältigen lassen.