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23. Dez 2025

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Lifestyle

Die vier Bausteine einer guten Nacht

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: Stephen Andrews/unsplash, Sonnie Hiles/unsplash, The Blowup/unsplash, Slaapwijsheid.nl/unsplash

Guter Schlaf beginnt lange bevor wir die Augen schließen. Er entsteht aus einem Zusammenspiel von vier Dingen, die wir im Alltag oft kaum beachten: der Matratze, dem Lattenrost, dem Kissen, und der Decke. Wer versteht, was das Quartett leisten muss, kann seine Nacht spürbar verändern – manchmal schon mit kleinen Anpassungen. Denn guter Schlaf ist kein Zufall, sondern ein Zusammenspiel von Technik, Materialien und persönlichem Gefühl. Und oft staunt man, wie viel Harmonie entsteht, wenn alle vier Elemente endlich zusammenarbeiten.

Die Matratze Manchmal fühlt es sich an, als würde die Matratze nachts über uns urteilen: Liegen wir richtig, belohnt sie uns mit entspanntem Aufwachen, liegen wir falsch, rächt sie sich mit Verspannungen. Entscheidend ist ihre Fähigkeit, gleichzeitig zu stützen und nachzugeben. Kaltschaummodelle sind atmungsaktiv und formstabil, Federkern bietet Luftzirkulation und festen Halt, Latex schmiegt sich besonders gleichmäßig an. Seitenschläfer brauchen weichere Zonen für Schulter und Hüfte, Rückenschläfer eher eine ruhige, stabile Fläche. Wer zum Schwitzen neigt, sollte auf offenporige Schäume oder Klimaschichten achten. Und ja, Matratzen altern: Nach acht bis zehn Jahren lässt selbst ein Premium-Modell nach. Ein regelmäßiger Check lohnt sich, denn nichts beeinflusst die Schlafqualität so sehr wie dieses unscheinbare Möbel, das jede Nacht fast das Gewicht einer kleinen Bücherei tragen muss – und trotzdem still seinen Dienst tut.

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Der Lattenrost Der Lattenrost ist der heimliche Dirigent des Bettes. Man sieht ihn selten, aber ohne ihn klingt die ganze Nacht schief. Seine Aufgabe: die Matratze entlasten, Bewegungen auffangen und dafür sorgen, dass die Wirbelsäule nicht in eine ungewollte Hängematte kippt. Qualitativ gute Modelle besitzen leicht nach oben gewölbte Leisten, die flexibel bleiben, ohne durchzusacken. Wer gern liest oder morgens langsam warmläuft, profitiert von verstellbaren Zonen. Doppelbetten sollten eine stabile Mittelzonenverstärkung haben, damit Hüfte und Lendenbereich unterstützt werden. Knarzende Geräusche sind übrigens kein Ausdruck von Charakter, sondern ein Hinweis darauf, dass Schrauben gelockert oder Leisten verrutscht sind. Und wenn man sich fragt, warum eine Matratze plötzlich anders liegt: Oft war der Lattenrost der eigentliche Täter. Er ist eben nicht nur Unterlage, sondern leise Technik, die guten Schlaf erst möglich macht.

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Das Kissen Kaum ein Gegenstand entscheidet so charmant über unsere Laune am Morgen wie ein Kissen. Es ist die kleine Bühne, auf der Kopf und Nacken ihre nächtliche Ruheprobe spielen. Damit die Wirbelsäule gerade bleibt, braucht jeder Schlaftyp etwas anderes: Seitenschläfer mehr Höhe und festen Halt, Rückenschläfer flachere Modelle, Bauchschläfer fast schon ein Hauch von Nichts. Memory Foam bleibt formtreu und stützt präzise, Daune bietet Wolkengefühl, Mischfüllungen vereinen Komfort und Stabilität. Wer nachts warm wird, sollte auf atmungsaktive Bezüge und waschbare Materialien achten. Allergiker profitieren von modernen Faserfüllungen. Und ja, auch Kissen haben ein Ablaufdatum. Mit der Zeit verklumpen sie, verlieren Spannung oder werden schlicht unbequem. Ein neues Kissen wirkt wie ein kleiner Neustart und zeigt oft erst im Rückblick, wie müde das alte war. Plötzlich fühlt sich der Morgen leichter an, fast so, als hätte man etwas Großes verändert, obwohl es nur dieses Kissen war.

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Die Decke Eine gute Decke erkennt man daran, dass man sie nachts nie bemerkt. Sie schafft ein Mikroklima, das wärmt, ohne einzuengen, und kühlt, ohne frieren zu lassen. Daunendecken punkten mit Leichtigkeit und hoher Isolation, sind aber für Hitzeschläfer nicht ideal. Synthetikfüllungen eignen sich für Allergiker und lassen sich problemlos waschen. Vierjahreszeiten-Decken mit Kombi-Systemen helfen, Temperaturwechsel auszugleichen, ohne dass man ständig im Schrank nach Alternativen sucht. Wichtig ist, dass die Decke Feuchtigkeit abgibt, statt sie festzuhalten. Wer sich nachts freistrampelt, sollte unbedingt die Größe prüfen, denn eine zu kurze Decke rutscht schneller weg, als man denkt. Auch die Hülle zählt: Baumwolle wirkt weich und vertraut, Perkal leicht und luftig, Satin eher kühl und glatt. Die passende Decke schafft ein kleines Rückzugsreich, in dem man zur Ruhe kommt, bevor der Wecker wieder versucht, Bedeutung zu erlangen.

27. Mär 2026

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Lifestyle

Zwischen Feinschliff und Neuanfang

![Helen Briem_(c)_Frank Föhlinger (2) Online.JPG](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Helen_Briem_c_Frank_Foehlinger_2_Online_23388c2dce.JPG) Helen Briem (20) ist eine der größten Hoffnungsträgerinnen im deutschen Golfsport. Nach ihrer Zeit als Weltranglistenerste bei den Amateuren und beeindruckenden Auftritten auf der Ladies European Tour schlägt sie nun bereits in ihrer zweiten Profi-Saison auf der prestigeträchtigen LPGA-Tour ab. **Welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihrer Vorbereitung?** Ich möchte wieder mehr Konstanz in mein langes Spiel bringen, vor allem aus der Tee Box. Daher arbeite ich intensiv an meinem Schwung. Aber auch das Putten steht im Fokus. Zudem werde ich ein paar Tage früher zum ersten Turnier anreisen, um dort auf Rasen und unter Turnierbedingungen den letzten Feinschliff zu bekommen. **Worauf sind Sie mit Blick auf die kommenden Monate gespannt?** Ich freue mich auf meine erste Saison auf der LPGA, werde aber auch das ein oder andere LET-Turnier spielen. Das ist jedoch recht schwer zu planen. Daher bin ich gespannt, welche Turniere ich schlussendlich spielen werde und, ob es vielleicht sogar für das ein oder andere Major reicht. **Was gibt Ihnen auf dem Platz Vertrauen?** Ich versuche, mich auf meinen Rhythmus zu fokussieren. Ich weiß auch, dass es meist einen nächsten Tag gibt, an dem es wieder besser laufen kann. Außerdem stehen auf der Scorekarte keine Bilder – der Ball muss ins Loch, nicht jeder Schlag muss perfekt aussehen. Genau das rate ich auch Amateurgolfern: den Fokus auf den Rhythmus legen und sich nicht auf perfekte, sondern auf effektive Schläge konzentrieren. ![Nicolai von Dellingshausen_(c)_Frank Föhlinger Online .jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Nicolai_von_Dellingshausen_c_Frank_Foehlinger_Online_c8e56cb3d7.jpg) Nicolai von Dellingshausen (33) absolviert dieses Jahr seine vierte volle Saison auf der DP World Tour. Im vergangenen Jahr feierte er in Österreich seinen Premierensieg in der europäischen Eliteklasse und krönte die Spielzeit als bester Deutscher im Gesamtranking. **An welchen Details arbeiten Sie jetzt besonders, um sich optimal auf die Turniere einzustellen?** Ich arbeite vor allem daran, eine bessere Balance zwischen Belastung und Regeneration zu finden. Ich versuche, dieses Jahr bewusster zu planen und gleichzeitig die spielerischen und mentalen Fortschritte aus 2025 weiterauszubauen. **Welche Erwartungen haben Sie für diese Saison?** In der Vergangenheit haben meine Erwartungen selten zu etwas Positivem geführt. Daher versuche ich mich davon zu lösen. Wichtiger sind für mich die Standards, die ich mir über die Zeit erarbeitet habe – sowohl im spielerischen als auch im mentalen Bereich. Diese möchte ich nicht nur halten, sondern weiterentwickeln. **Wie gelingt es Ihnen, in entscheidenden Momenten fokussiert zu bleiben?** Es hilft mir, meine Gefühle in dem Moment bewusst wahrzunehmen und ehrlich zu mir zu sein. Dieses Annehmen von Druck oder Nervosität sorgt für Klarheit und gibt mir das Vertrauen, auch in schwierigen Momenten die richtigen Entscheidungen zu treffen. ![Max Kieffer_(c)_Frank Föhlinger_U (1) Kopie Online.JPG](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Max_Kieffer_c_Frank_Foehlinger_U_1_Kopie_Online_8aacbd4d7b.JPG) Max Kieffer (35) zählt seit über einem Jahrzehnt zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Golfsports. Nachdem der Düsseldorfer beeindruckende 13 Jahre ununterbrochen auf der DP World Tour aktiv war, nutzt er die Erfahrungen einer herausfordernden vergangenen Saison nun als Ansporn für einen fokussierten Neustart im kommenden Jahr. **Welche Themen stehen im Vordergrund?** Aktuell liegt mein Fokus vor allem darauf, mein Eisenspiel und mein Putten wieder auf ein höheres Level zu bringen. Im Eisenspiel ist es eine Mischung aus gezieltem Techniktraining und dem Übertragen der technischen Anpassungen auf den Platz. **Was nehmen Sie sich für diese Saison vor?** Ergebnistechnisch ist mein klares Ziel, mir die Tour-Karte der DP World Tour zurückzuholen. Gleichzeitig möchte ich mein Spiel weiterentwickeln und wieder auf ein hohes Level bringen. **Was hilft Ihnen, nach Rückschlägen den Kopf wieder freizubekommen?** Golf darf man nicht zu ernst nehmen. Rückschläge gehören dazu. Und mir hilft es, bewusst aus der Turnier-Bubble herauszukommen und Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Das rate ich auch Hobbygolfern: sich von schlechten Runden nicht zu sehr mitnehmen zu lassen und den Spaß am Spiel zu bewahren. ![Alexandra Försterling_(c)_Frank Föhlinger_2 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Alexandra_Foersterling_c_Frank_Foehlinger_2_Online_d89ae6c7c0.jpg) Alexandra Försterling (26) zählt zu den erfolgreichsten deutschen Golferinnen der vergangenen Jahre. Die Berlinerin startete 2023 als Profi durch, konnte seitdem bereits viermal auf der Ladies European Tour gewinnen und durfte bei den olympischen Spielen für das Team Deutschland antreten. **Woran arbeiten Sie in Ihrer Vorbereitung auf die neue Saison besonders?** Aktuell arbeite ich intensiv an meinem Schwung, da sich dafür die Saisonpause am besten eignet. Gleichzeitig lege ich großen Wert auf körperliche Regeneration, um nach meiner Verletzung 2025 wieder mein volles Potenzial zu erreichen. **Mit welchen Zielen gehen Sie in diese Saison?** Mein Ziel ist es, wieder im Siegerkreis zu stehen. Gleichzeitig möchte ich in jedem Turnier mein Bestes geben, geduldig bleiben, meinem Spiel vertrauen und die Freude am Golf bewahren. **Was hilft Ihnen, in Drucksituationen ruhig zu bleiben?** In Drucksituationen hilft mir die Konzentration auf meine Bauchatmung. Das beruhigt mich und senkt den Puls. Zudem lenke ich mich kurz ab, etwa durch ein lockeres Gespräch mit meinem Caddie. Das können auch Freizeitgolfer übernehmen: Ruhig atmen, im Moment bleiben und sich nicht von der Situation überwältigen lassen.