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29. Jan 2026

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Lifestyle

Schönheit beginnt mit dem eigenen Stil – mit Krissi van der Viven, Celebrity Hair- & Make-up-Artist

Journalist: Andreas Schack

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Foto: Krissi van der Viven/Kasztelanos, Chalo Garcia/unsplash

Krissi van der Viven prägt Looks mit Charakter – für Magazine wie die Vogue, Moderatoren, Models und zahlreiche TV-Produktionen wie Let’s Dance.

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Krissi van der Viven, Celebrity Hair- & Make-up-Artist

Sie arbeiten seit über drei Jahrzehnten im Beauty-Business. Welche Erfahrungen haben Ihr Verständnis von Schönheit geprägt? Nach dreißig Jahren im Business hat mich vor allem eines geprägt: Ich finde Gesichter schön, die Charakter haben. Alles, was zu sehr gespritzt, operiert oder gemacht ist, verliert für mich an Ästhetik. Fältchen oder kleine Makel machen ein Gesicht erst interessant und lebendig. Deshalb arbeite ich lieber typgerecht und natürlich. Und nicht für gefilterte Insta-Looks, bei denen man das handwerkliche Können eines Make-up-Artists kaum noch erkennt.

Sie stehen für typgerechte Looks statt Einheitsästhetik. Wie helfen Sie Menschen, ihren eigenen Stil zu finden? Indem ich den Menschen dahinter sehe. Ist jemand sportlich, elegant oder sexy? Für mich gehört eine gewisse Sexyness dazu. Aber immer mit Understatement ¬– classy, nicht billig. Ich habe zum Beispiel einer Kundin aus meiner Celebrity-Welt mal zu einem radikalen Kurzhaarschnitt geraten. Das kam unglaublich gut an und hat ihren Typ erst richtig sichtbar gemacht. Uniforme Social-Media-Ideale sind nicht meins. Dafür ist die Welt zu groß, zu bunt und zu vielfältig.

Welche Entwicklungen bei Produkten und Techniken haben Ihre Arbeit verändert? Die Produktqualität ist heute fantastisch. Hightech-Formulierungen, gute Inhaltsstoffe, viele vegane Optionen, tolle Texturen und Pigmente – sogar im Drogeriebereich. Gleichzeitig geht handwerkliches Können verloren. Viele arbeiten nur noch mit Filtern. Das ist kein Können. Können heißt, Haut und Haare wirklich zu verstehen, verschiedene Strukturen, verschiedene Typen. Filter erzeugen Vergleiche, die niemand halten kann, und setzen völlig falsche Maßstäbe.

Uniforme Social-Media-Ideale sind nicht meins. Dafür ist die Welt zu groß, zu bunt und zu vielfältig.

Wie ordnen Sie die schnellen Beauty-Hypes auf Social Media ein? Social Media ist ein riesiger Ideenpool. Aber man muss filtern. Viele Trends funktionieren nur fürs Bild, nicht für die Realität. Tausend Punkte im Gesicht sehen im Video toll aus, lassen sich aber kaum umsetzen. Wichtig ist der gesunde Menschenverstand: Was ist echt? Was ist gefiltert? Was passt zu mir? Trends entstehen kollektiv – früher über Magazine, heute über Plattformen. Das Prinzip hat sich nicht geändert, nur das Tempo.

Was unterscheidet ein TV-Make-up von einem Alltagslook? Diese Grenze gibt es kaum noch. Durch hochauflösende Kameras schminken wir heute genauso leicht und natürlich fürs Fernsehen wie privat. Früher musste man dick arbeiten, heute reicht eine dünne Foundation. Ob Nude oder Glam, die Technik ist dieselbe. Wir arbeiten viel feiner, ehrlicher und näher an der Haut. Insofern ist es wirklich: same, same.

Was möchten Sie Frauen mitgeben, die Make-up mit Perfektion verwechseln? Frauen sind oft unsicher. Ich habe in dreißig Jahren kaum eine kennengelernt, die komplett zufrieden mit sich war. In meinen Workshops erlebe ich immer wieder, dass Frauen vor Freude weinen, wenn sie sich plötzlich schön sehen. Make-up kann Selbstvertrauen geben. Jede Frau sieht gut aus, wenn man ihre Persönlichkeit sichtbar macht. Ein Gesicht lebt durch Mimik, kleine Fältchen, Individualität. Ein gefiltertes Gesicht lebt nicht. Schminken gehört seit Jahrhunderten zur weiblichen Kultur. Es geht darum, sich zu zeigen, nicht, sich zu verstecken.

Können heißt, Haut und Haare wirklich zu verstehen, verschiedene Strukturen, verschiedene Typen.

Factbox

Krissi van der Viven ist seit über 30 Jahren Make-up-Artistin und zählt zu den erfahrensten Profis der Branche. Sie arbeitet für TV, Fotoproduktionen und Events, gibt Workshops und vermittelt ihr Wissen online. Ihr Schwerpunkt: authentische, typgerechte Schönheit.

29. Apr 2026

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Lifestyle

Sommermomente in Nah und Fern – Ein Beitrag von Lena Martin (@inspirationdelavie), Reisebloggerin und Content Creatorin

Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Städtereisen sind dabei für viele längst zu einer der liebsten Formen geworden, kurze Auszeiten zu nehmen: Rund 34 Millionen Menschen in Deutschland zieht es jedes Jahr in eine Stadt. Dabei geht der Blick immer häufiger weg von den großen Klassikern wie Berlin oder Paris und hin zu Orten, die leiser erzählen, aber oft länger nachklingen. Städte wie Brügge mit ihren verwunschenen Gassen und stillen Grachten oder die Küstenregionen Andalusiens mit ihren weiten Ausblicken, kleinen Hafenstädten und dem lebendigen Málaga zeigen, wie viel Charme abseits der bekannten Routen steckt. Neben bekannten Sehnsuchtsorten wie Marseille oder Bremen stehen auf meiner persönlichen Bucket-List Städte wie Kopenhagen, Porto oder Gent. Orte, die Kultur, entspanntes Lebensgefühl und kulinarische Vielfalt auf ganz eigene Weise verbinden und genau deshalb im Gedächtnis bleiben. Innerhalb Deutschlands zeigt sich, wie unterschätzt viele Destinationen noch immer sind! Ob Regensburg, Bamberg oder Pottenstein im Süden, Jena und Dresden im Osten, Lüneburg und Lübeck im Norden oder Saarburg, Wiesbaden und Baden-Baden im Westen – jede Region hat ihre eigenen „Perlen“, die es zu entdecken gilt. Gerade diese Orte sind perfekt für den Trend des Slow-Travels: durch Altstädte schlendern, architektonische Details entdecken und zwischendurch immer wieder innehalten, um regionale Spezialitäten zu genießen. >Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Denn Kulinarik ist einer der wichtigsten Bestandteile moderner Städtereisen. Besondere Märkte, kleine Cafés, lokale Restaurants und kreative Food-Konzepte prägen das Erlebnis ebenso wie Sehenswürdigkeiten. Regionale Produkte, saisonale Gerichte und authentische Küche schaffen eine Verbindung zum Reiseziel, die weit über das Visuelle hinausgeht. Genau diese Mischung aus Entdecken und Genießen macht den Reiz vieler kleinerer Städte aus. Auch für Kurztrips und verlängerte Wochenenden bieten sich unzählige Möglichkeiten: Naturregionen wie das Fichtelgebirge, der Pfälzerwald oder der Schwarzwald verbinden Natur, kleine Wanderungen und Erholung mit kulinarischen Highlights. Ergänzt wird dieses Angebot durch charmante Kleinstädte und Ausflugsziele, die sich ideal für spontane Reisen eignen. Auch in unseren Nachbarländern zeigt sich dieses neue Reisegefühl ganz deutlich. Städte wie Straßburg, Dinant, Luxemburg oder Groningen stehen sinnbildlich für eine Art des Reisens, bei der es weniger um Größe oder Bekanntheit geht, sondern um Atmosphäre, Lebensgefühl und diese kleinen, unerwarteten Details, die einen Ort unverwechselbar machen. Der Sommer lädt dazu ein, Bekanntes neu zu entdecken und vor allem Unbekanntem eine Chance zu geben. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Die schönsten Reiseerlebnisse entstehen oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet – abseits der Touristenpfade, irgendwo zwischen kleinen Gassen, regionalen Köstlichkeiten und dem Gefühl, genau im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.