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29. Jan 2026

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Lifestyle

Job und Familie: Wie schafft man das? – Im Interview mit Sebastian Ströbel

Journalist: Hauke Brost

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Foto: Sebastian Ströbel

Als „Bergretter“ dreht Sebastian Ströbel sieben Monate im Jahr in Österreich. Seine Familie lebt in Hamburg. Auch Männer spüren die Doppelbelastung.

Du hast dir beim „Bergretter“-Dreh zwei Finger gebrochen, wie geht's denen? Einen Schönheits-Preis kann ich mit den Händen nicht mehr gewinnen, aber die Bewegungsfähigkeit ist wieder da. Alles gut.

Zum Thema: Job und Familie unter einen Hut zu kriegen, ist nicht nur für viele Frauen ein Problem, sondern auch für Männer. Wie schaffst du das? Als Mann brauchst du eine gute Partnerin, die mitzieht. Das ist immer ein Geben und Nehmen. Wenn einer merkt, es geht so nicht, müsste man reagieren.

Sieben Monate bist du auf „Bergretter“-Dreh in Österreich, in Hamburg hast du Familie, Frau und vier Töchter... ... ja, da bleibt nicht viel Me-Time. Wenn ich ein Wochenende gependelt bin, brauche ich gut einen Tag, um wirklich anzukommen.

Was tust du gegen Stress? Ich lebe eigentlich wie ein Leistungssportler. Kein Alkohol. Viel Sport. Krafttraining, Trail Running, klettern, Rennrad fahren, schwimmen. Und ich ernähre mich vegetarisch.

Tipps, wie man regenerieren kann, wenn einem alles zu viel wird? Das macht natürlich jeder anders. Ich versuche, so oft wie möglich kurz zu schlafen, auch wenn es nur für 20 Minuten ist. Wichtig finde ich, dass man sich Freiraum schafft. Wenn die Kollegen was zusammen machen, sage ich manchmal: Nee, ich brauche kurz Zeit für mich und setze mich irgendwo in die Ecke, lese was oder mache gar nichts. Ich kann mich beim Dreh nicht hängen lassen, da bin ich so eine Art Führungsfigur: Wenn ich morgens erscheine und sage, ich hab‘ keine Lust, zieht das die anderen mit runter. Das geht nicht. Ein Tipp noch: Ich stehe oft früher auf, als ich muss, und mache vor der Arbeit noch eine Runde Sport. Oder abends noch in die Sauna, das ist auch Me-Time.

Wichtig finde ich auch, dass man sich „Inseln“ schafft mit Sachen, die man einfach gerne macht.

Trotzdem klagen viele Männer, dass alles an ihnen zerrt... Man muss Prioritäten setzen. Also zum Beispiel kannst du dich fragen: Was passiert eigentlich, wenn ich dies oder das jetzt nicht erledige? Oft heißt die Antwort dann, gar nichts passiert. Wichtig finde ich auch, dass man sich „Inseln“ schafft mit Sachen, die man einfach gerne macht. Bei mir ist das z. B. alles, was ich mit der Familie zusammen machen kann, aber auch lesen oder Sprachen lernen. Man sollte sich auch gegen Gruppenzwang wehren, also man muss nicht immer alles mit machen.

Gibt es bei den „Bergrettern“ eigentlich Szenen, die ein Stuntman für dich übernimmt? Ich versuche, alles selbst zu machen. Aber es gibt Szenen, die darf ich aus Versicherungsgründen nicht selbst machen. Zu gefährlich. Aber das sind Ausnahmen.

Du hast vier Töchter. Was unterscheidet die Art, wie die aufwachsen, von deiner Kindheit, und wie empfindest du das? Jede Generation hat ihre Vor- und Nachteile, ich bin nicht so der Typ, der sagt: Früher war alles besser. Aber wir hatten mehr Zeit für uns ohne Social Media. Wir mussten nicht ständig kommunizieren. Andererseits ist es doch faszinierend, wie schnell sich die Kinder heute connecten. Es gab noch nie so viele Möglichkeiten, sich mit anderen auszutauschen.

Gibt es manchmal Verschmelzungen zwischen Familienvater und „Bergretter“? Das eine ist eine Rolle, das andere bin ich. Aber ich glaube, dass mich als Mensch diese Rolle schon durchaus verändert hat.

Inwiefern? Ich bin durch die Rolle erwachsener geworden. Mehr bereit, Verantwortung zu übernehmen. Die Figur hat mich – durchaus auch privat – mutiger gemacht.

Du bist begeistert von der Arktis, nimmst uns im ZDF dorthin mit, z. B. in Terra X und hast über die Arktis Bücher geschrieben. Woher diese Begeisterung? Die Welt der Entdecker hat mich schon als Kind fasziniert. Das Abenteuer. Das ist ein Sehnsuchtsort für mich.

Ich schau nicht so sehr in die Zukunft. Probleme löse ich dann, wenn sie aktuell sind.

Was hast du in der Arktis gelernt? Dass wir Menschen alle eine gemeinsame emotionale Sprache sprechen. Egal, wo du bist. Die Sorgen, Ängste, auch die Freuden sind überall gleich.

Du bist über 20 Jahre glücklich verheiratet. Ein Tipp dazu? Miteinander reden. Kommunizieren, so viel es geht. Den anderen so lassen, wie er oder sie ist. Den anderen mitnehmen. Und ganz viel Verständnis füreinander.

Was würdest du gern mal spielen? Historische Rollen. Irgendwas mit den Wikingern oder so. Oder Mittelalter, eine Mantel- und Degenrolle. Ich bin der absolute Geschichts-Freak.

Was kommt nach dem „Bergretter“? Ich schau nicht so sehr in die Zukunft. Probleme löse ich dann, wenn sie aktuell sind. Aber klar, ewig geht das nicht. Vielleicht Regie führen, oder Bücher schreiben. Oder Theater spielen.

Factbox

Ströbel (48) ist nicht nur „Bergretter“, sondern auch TV-Reporter (z. B. für Terra X) und Buchautor. Er hat vier Töchter zwischen 20 und 7 und isst am liebsten Pho-Suppe (vietnamesisches Nationalgericht). Er liebt Sizilien („wegen der Kultur, und weil es nicht so überlaufen ist“). Sein 1928 gebautes Haus hat er weitgehend selbst renoviert.

29. Apr 2026

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Lifestyle

Sommermomente in Nah und Fern – Ein Beitrag von Lena Martin (@inspirationdelavie), Reisebloggerin und Content Creatorin

Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Städtereisen sind dabei für viele längst zu einer der liebsten Formen geworden, kurze Auszeiten zu nehmen: Rund 34 Millionen Menschen in Deutschland zieht es jedes Jahr in eine Stadt. Dabei geht der Blick immer häufiger weg von den großen Klassikern wie Berlin oder Paris und hin zu Orten, die leiser erzählen, aber oft länger nachklingen. Städte wie Brügge mit ihren verwunschenen Gassen und stillen Grachten oder die Küstenregionen Andalusiens mit ihren weiten Ausblicken, kleinen Hafenstädten und dem lebendigen Málaga zeigen, wie viel Charme abseits der bekannten Routen steckt. Neben bekannten Sehnsuchtsorten wie Marseille oder Bremen stehen auf meiner persönlichen Bucket-List Städte wie Kopenhagen, Porto oder Gent. Orte, die Kultur, entspanntes Lebensgefühl und kulinarische Vielfalt auf ganz eigene Weise verbinden und genau deshalb im Gedächtnis bleiben. Innerhalb Deutschlands zeigt sich, wie unterschätzt viele Destinationen noch immer sind! Ob Regensburg, Bamberg oder Pottenstein im Süden, Jena und Dresden im Osten, Lüneburg und Lübeck im Norden oder Saarburg, Wiesbaden und Baden-Baden im Westen – jede Region hat ihre eigenen „Perlen“, die es zu entdecken gilt. Gerade diese Orte sind perfekt für den Trend des Slow-Travels: durch Altstädte schlendern, architektonische Details entdecken und zwischendurch immer wieder innehalten, um regionale Spezialitäten zu genießen. >Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Denn Kulinarik ist einer der wichtigsten Bestandteile moderner Städtereisen. Besondere Märkte, kleine Cafés, lokale Restaurants und kreative Food-Konzepte prägen das Erlebnis ebenso wie Sehenswürdigkeiten. Regionale Produkte, saisonale Gerichte und authentische Küche schaffen eine Verbindung zum Reiseziel, die weit über das Visuelle hinausgeht. Genau diese Mischung aus Entdecken und Genießen macht den Reiz vieler kleinerer Städte aus. Auch für Kurztrips und verlängerte Wochenenden bieten sich unzählige Möglichkeiten: Naturregionen wie das Fichtelgebirge, der Pfälzerwald oder der Schwarzwald verbinden Natur, kleine Wanderungen und Erholung mit kulinarischen Highlights. Ergänzt wird dieses Angebot durch charmante Kleinstädte und Ausflugsziele, die sich ideal für spontane Reisen eignen. Auch in unseren Nachbarländern zeigt sich dieses neue Reisegefühl ganz deutlich. Städte wie Straßburg, Dinant, Luxemburg oder Groningen stehen sinnbildlich für eine Art des Reisens, bei der es weniger um Größe oder Bekanntheit geht, sondern um Atmosphäre, Lebensgefühl und diese kleinen, unerwarteten Details, die einen Ort unverwechselbar machen. Der Sommer lädt dazu ein, Bekanntes neu zu entdecken und vor allem Unbekanntem eine Chance zu geben. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Die schönsten Reiseerlebnisse entstehen oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet – abseits der Touristenpfade, irgendwo zwischen kleinen Gassen, regionalen Köstlichkeiten und dem Gefühl, genau im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.