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26. Nov 2021

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Lifestyle

„Geliebte und gut ausgebildete Hunde sind glückliche Hunde.“

Journalist: Katja Deutsch

Hunde-Expertin Kate Kitchen-ham verrät, wie man eine innige Mensch-Hund-Beziehung aufbaut.

Bleib!“ Im belebten Hamburger Schanzenviertel schaltet die Fußgängerampel auf Grün, die Frau geht seelenruhig auf die andere Straßenseite – und ihr Hund bleibt genauso an der Bordsteinkante sitzen. Kate Kitchenham, Hunde-Expertin, Autorin und Moderatorin, die für die Sendung „HundKatzeMaus“ (Vox) dieses Paradebeispiel eines gut erzogenen Hundes in einer Großstadt erlebt, ist total begeistert. „So toll macht er das, das hast du ihm wirklich super beigebracht!“ strahlt die beliebte Moderatorin. Die Hundebesitzerin strahlt ebenfalls und knuddelt ihren freundlichen Hund, der jetzt entspannt neben ihr. Um einen so stressfreien und angenehmen Alltag mit seinem Vierbeiner leben zu können, muss man sich als Mensch intensiv auf das Tier und seine Bedürfnisse einlassen. 

Das beginnt bereits mit der Auswahl des Hundes, denn nicht jeder Hund passt zu jedem Menschen. „Wir haben es dabei nicht nur mit Rassen zu tun, die mit sehr unterschiedlichen Bedürfnissen an ihren Menschen auf die Welt kommen, sondern auch mit unterschiedlichen Persönlichkeiten“, sagt die Moderatorin für Tiersendungen. „Die Persönlichkeit des Hundes steht immer über der Rasse! Wir müssen in der Lage sein, diesem individuellen sozialen Wesen gerecht zu werden. Dafür braucht man eine hohe soziale Kompetenz, denn nur dann werden beide eine wunderschöne, entspannte Mensch-Hund-Bindung haben.“  

Wo findet man seinen idealen Hund? Viele Menschen adoptierten heute von Tierschutzorganisationen, die Hunde aus dem Ausland nach Deutschland bringen, so die Expertin. Dabei fänden sich viele gute, aber teilweise auch fast schon kriminelle Organisationen. „Manchmal wird dabei ein Herdenschutzhund in eine Familie mit vielen Kindern vermittelt. Der ist vielleicht innerhalb seiner Familie nett, lässt aber keine andere Person mehr ins Haus. Und dann haben diese Menschen ein echtes Problem. So etwas ist weder den Menschen noch dem Hund gegenüber fair.“ 

Gerade in den letzten Monaten während des Lockdowns sind viele Hunde aus dem Ausland an Menschen ohne Hunde-Erfahrung vermittelt worden. Sie sind kaum imstande, sich auf diese Tiere, die teilweise wenig erlebt und gelernt haben, einzulassen. Das Ergebnis ist Überforderung und überfüllte Tierheime. Die Hundeexpertin und -Trainerin rät dazu, Hunde aus dem Ausland nur zu adoptieren, wenn sie vorher in einer Pflegestelle in Deutschland gelebt haben, in der sie auf das Leben hierzulande vorbereitet worden sind. Diese Stellen suchen auch nach dem perfekten Menschen für diesen Hund und begleiten die neuen Mensch-Hund-Teams nach der Vermittlung. Wie sich ein adoptierter Hund verhält, verrät übrigens sehr viel darüber, wie er vorher gelebt hat. 

„Ein sehr netter und freundlicher Hund, der sich wahnsinnig gut anpasst, ist ein klassischer Überlebenskünstler, der in seinem Ursprungsland eine liebenswerte Familie hatte und gleichzeitig den ganzen Tag mit seiner Hundegang fröhlich durchs Viertel streunen durfte. Ein Tier allerdings, das sein bisheriges Leben im Keller oder im Stall oder angekettet im Hinterhof verbracht hat, hat nichts erlebt, nichts gelernt und kann Reize von außen deshalb schwer verarbeiten.“

Zuneigung, Verlässlichkeit, Planbarkeit und klare Regeln sind die besten Bausteine zum Aufbau einer guten Beziehung zu einem Hund. Besonders Welpen brauchen das Gefühl von Nähe, Sicherheit und Zugehörigkeit. Hunde sehnen sich nach einem Menschen, der für sie da ist, sie in stressigen Situationen beschützt, sie oft anspricht und Nähe zulässt – und sie viel erleben lässt. Das bedeutet nicht, den Hund ununterbrochen beschäftigen zu müssen, denn so wie jeder Mensch braucht auch jedes Tier seine Ruhephasen. Junge Hunde gewöhnt man am besten ab etwa einem halben Jahr in kleinen Schritten ans Alleinsein, dann gibt es auch keine Panikattacken und kein Loneliness Crying. Hat ein erwachsener Hund das Alleinsein gelernt und ausreichend geübt, kann er es meistens vier bis fünf Stunden ohne Herrchen oder Frauchen aushalten. Um im Alltag klarzukommen, sind vor allem zwei Dinge wichtig: Ein sicheres Bleiben an Ort und Stelle und ein unbedingtes „Komm“!

Beherrscht ein Hund keine Impulskontrolle und hat nicht gelernt, dass man andere Tiere und auch Jogger und Radfahrer nicht jagen darf, wird er kein schönes Leben haben, denn in der Stadt wie auch auf dem Land wird er dauerhaft an der Leine gehen müssen. Um diese Basics zu lernen, reicht das Training auf dem Hundeplatz nicht aus, denn klappen muss das Gehorchen letztendlich in der Umgebung, in der man lebt. Diese vielen täglichen Herausforderungen auszuhalten übt man am besten in ganz kleinen Schritten – und lobt den Hund danach. 

Wer seinen Vierbeiner von Anfang an an seinen Alltag gewöhnt, ihn mit zu anderen Menschen und in Cafés und Restaurants nimmt, mit ihm Bus und Bahn fährt, mit ihm in den Wald wie auch in Fußgängerzonen geht, der hat auch an Weihnachten keinen Stress mit seinem Tier. Sondern im Gegenteil: Täglich Glück und bedingungslose Liebe!

29. Apr 2026

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Lifestyle

Sommermomente in Nah und Fern – Ein Beitrag von Lena Martin (@inspirationdelavie), Reisebloggerin und Content Creatorin

Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Städtereisen sind dabei für viele längst zu einer der liebsten Formen geworden, kurze Auszeiten zu nehmen: Rund 34 Millionen Menschen in Deutschland zieht es jedes Jahr in eine Stadt. Dabei geht der Blick immer häufiger weg von den großen Klassikern wie Berlin oder Paris und hin zu Orten, die leiser erzählen, aber oft länger nachklingen. Städte wie Brügge mit ihren verwunschenen Gassen und stillen Grachten oder die Küstenregionen Andalusiens mit ihren weiten Ausblicken, kleinen Hafenstädten und dem lebendigen Málaga zeigen, wie viel Charme abseits der bekannten Routen steckt. Neben bekannten Sehnsuchtsorten wie Marseille oder Bremen stehen auf meiner persönlichen Bucket-List Städte wie Kopenhagen, Porto oder Gent. Orte, die Kultur, entspanntes Lebensgefühl und kulinarische Vielfalt auf ganz eigene Weise verbinden und genau deshalb im Gedächtnis bleiben. Innerhalb Deutschlands zeigt sich, wie unterschätzt viele Destinationen noch immer sind! Ob Regensburg, Bamberg oder Pottenstein im Süden, Jena und Dresden im Osten, Lüneburg und Lübeck im Norden oder Saarburg, Wiesbaden und Baden-Baden im Westen – jede Region hat ihre eigenen „Perlen“, die es zu entdecken gilt. Gerade diese Orte sind perfekt für den Trend des Slow-Travels: durch Altstädte schlendern, architektonische Details entdecken und zwischendurch immer wieder innehalten, um regionale Spezialitäten zu genießen. >Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Denn Kulinarik ist einer der wichtigsten Bestandteile moderner Städtereisen. Besondere Märkte, kleine Cafés, lokale Restaurants und kreative Food-Konzepte prägen das Erlebnis ebenso wie Sehenswürdigkeiten. Regionale Produkte, saisonale Gerichte und authentische Küche schaffen eine Verbindung zum Reiseziel, die weit über das Visuelle hinausgeht. Genau diese Mischung aus Entdecken und Genießen macht den Reiz vieler kleinerer Städte aus. Auch für Kurztrips und verlängerte Wochenenden bieten sich unzählige Möglichkeiten: Naturregionen wie das Fichtelgebirge, der Pfälzerwald oder der Schwarzwald verbinden Natur, kleine Wanderungen und Erholung mit kulinarischen Highlights. Ergänzt wird dieses Angebot durch charmante Kleinstädte und Ausflugsziele, die sich ideal für spontane Reisen eignen. Auch in unseren Nachbarländern zeigt sich dieses neue Reisegefühl ganz deutlich. Städte wie Straßburg, Dinant, Luxemburg oder Groningen stehen sinnbildlich für eine Art des Reisens, bei der es weniger um Größe oder Bekanntheit geht, sondern um Atmosphäre, Lebensgefühl und diese kleinen, unerwarteten Details, die einen Ort unverwechselbar machen. Der Sommer lädt dazu ein, Bekanntes neu zu entdecken und vor allem Unbekanntem eine Chance zu geben. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Die schönsten Reiseerlebnisse entstehen oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet – abseits der Touristenpfade, irgendwo zwischen kleinen Gassen, regionalen Köstlichkeiten und dem Gefühl, genau im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.