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27. Jun 2025

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Wirtschaft

Gesunde Ernährung vorantreiben – mit Richard Trechman, Geschäftsführer Danone DACH

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: Presse, Ella Olson/unsplash

Richard Trechman, Geschäftsführer Danone DACH, skizziert im neuen Vorschlagskatalog Maßnahmen für flexitarische Kost, Prävention krankheitsbedingter Mangelernährung und steuerliche Gleichstellung pflanzlicher Milchalternativen.

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Richard Trechman, Geschäftsführer Danone DACH

Welche Hauptziele verfolgt Danone mit seinem ernährungspolitischen Vorschlagskatalog?

Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Experten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die Weichen für eine gesündere Ernährungslandschaft zu stellen. Mit dem Vorschlagskatalog möchten wir unter anderem gesündere Essgewohnheiten ermöglichen, eine flexitarische Ernährung fördern und Menschen unterstützen, die von krankheitsbedingter Mangelernährung betroffen sind.

Wie tragen Ihre zu einer gesünderen und nachhaltigeren Ernährungslandschaft bei?

Wir setzen auf einen evidenzbasierten Ansatz: Unsere Maßnahmen sind nicht nur wirksam und messbar, sondern auch praxisnah umsetzbar. Dabei geht es uns nicht nur um individuelle Verhaltensänderungen, sondern vor allem um strukturelle Rahmenbedingungen, die eine gesündere Ernährung zur einfacheren und präferierten Wahl für alle machen.

Mit dem Vorschlagskatalog möchten wir unter anderem gesündere Essgewohnheiten ermöglichen, eine flexitarische Ernährung fördern und Menschen unterstützen, die von krankheitsbedingter Mangelernährung betroffen sind.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in Ihren Maßnahmen und wie verbinden Sie ökologische mit gesundheitlichen Zielen?

Bei Danone betrachten wir die Gesundheit von Mensch und Planet als untrennbar miteinander verbunden. Das zeigt sich auch in unserem Vorschlagskatalog. Ein Beispiel: Wir setzen uns für die steuerliche Gleichstellung pflanzlicher Milchalternativen mit Kuhmilch ein. Dass Haferdrinks beispielsweise höher besteuert werden als Kuhmilch, ist weder aus gesundheitspolitischer noch aus ökologischer Sicht nachvollziehbar.

Was erwarten Sie konkret von Politik und Industrie für eine schnelle Umsetzung ihrer Vorschläge?

Mit dem Start der neuen Bundesregierung besteht die Chance, echte Veränderungen anzustoßen. Jetzt gilt es, einen breiten Konsens zu schaffen und gemeinsam ins Handeln zu kommen. Klar ist: Die Industrie muss Verantwortung übernehmen – und wir tun das gemeinsam mit anderen Unternehmen. Gleichzeitig: Ohne politischen Willen bleibt es bei guten Absichten.

Die Industrie muss Verantwortung übernehmen – und wir tun das gemeinsam mit anderen Unternehmen.

28. Jan 2026

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Wirtschaft

Flexible Aus- und Weiterbildung als Schlüssel zum Erfolg – Ein Beitrag von Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)

Zwischen 2025 und 2029 gehen rund 5,26 Mio. Erwerbstätige in den Ruhestand. Gleichzeitig erwarten wir, dass in diesem Zeitraum nur rund 4,37 Mio. Personen aus dem Bildungssystem oder aus dem Ausland neu auf den inländischen Arbeitsmarkt kommen. Der Ersatzbedarf lässt sich mengenmäßig nicht durch dieses Neuangebot stillen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird somit zurückgehen. Zugleich braucht Deutschland dringend Erneuerungen. In unsere Sicherheit und Infrastruktur wird viel investiert werden müssen. In den Gesundheitsberufen wird die Nachfrage steigen, und auch in der IT-Entwicklung dürfen wir nicht zurückbleiben. Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. So können Tätigkeiten zum einen automatisiert werden, die bislang von Menschen ausgeübt werden. Zum anderen bieten sie aber auch Raum für neue Tätigkeiten und Geschäftsmodelle. Eine jüngst veröffentlichte Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung zeigt, dass allein die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) rund 1,6 Mio. Arbeitsplätze betreffen werden. Voraussichtlich werden rund 800.000 Arbeitsplätze in den kommenden 15 Jahren wegen der Nutzung von KI entfallen, während gleichzeitig rund 800.000 neu entstehen. Dieser Strukturwandel lässt sich nicht ohne berufliche Aus- und Weiterbildung bestreiten. >Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. Der Digitalisierung folgt der verstärkte Einsatz von KI, der abstrakte Klimawandel wird greifbar durch Flut- und Dürrekatastrophen, die demografische Entwicklung führt zu anderen Arbeitsmodellen und längeren Arbeitsphasen. Berufliche Qualifikationen bereiten uns im besten Fall darauf vor, auf Unvorhergesehenes zu reagieren. So eröffnen die 327 Ausbildungsberufe des dualen Systems die Möglichkeit, flexibel in einer Fülle von Erwerbsberufen tätig zu werden. Voraussetzung hierfür ist, dass exemplarisch in ausreichender fachlich-methodischer Breite und Tiefe gelernt wird und die für die Transformation notwendigen Schlüsselkompetenzen vermittelt werden. Zentral sind hier Transfer- und Problemlösefähigkeit, Kreativität sowie soziale und personale Kompetenzen. Wichtig ist aber auch, Menschen ohne Ausbildung durch die Nutzung abschlussorientierter Konzepte – wie zum Beispiel Teilqualifikationen oder Validierungsverfahren – für die Herausforderungen des Arbeitsmarkts der Zukunft zu befähigen. Vor dem Hintergrund des beschleunigten Strukturwandels leistet vor allem auch die berufliche Weiterbildung einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Sie schafft individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für die Beschäftigten. Deshalb müssen wir die formale Weiterbildung durch gezielte Flexibilisierung, Modularisierung und „Dualisierung“ – also die Verknüpfung von systematischem Lernen mit praktischer Anwendung am Arbeitsplatz – attraktiver gestalten und stärker mit non-formalen Angeboten verknüpfen. So kann es gelingen, möglichst viele Menschen für Weiterbildung zu gewinnen. Denn es ist arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitisch nicht akzeptabel, große Bevölkerungsgruppen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu lassen. Die Attraktivität und Individualisierung der Weiterbildungsformate sind hier entscheidend.