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22. Jun 2023

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Lifestyle

Individualität leben, den eigenen Weg bestimmen.

Journalist: Jakob Bratsch

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Foto: Presse

Michael Weiss, Coach für berufliche Neuorientierung, Change- und Konfliktmanagement und Generationenwechsel, Inhaber Neuorientierung 50Plus GmbH und analystra.ch.

Generation X oder Z, Baby-Boomer, Silver Ager und Goldene Generation. Menschen werden altersmässig gruppiert, um sie bedürfnisgerecht ansprechen zu können.

Während die junge Generation eine solche Kategorisierung und die daraus resultierenden Vorschläge dankbar annimmt, teils sogar sucht, nehme ich bei Älteren immer öfter den Wunsch wahr, eben NICHT in einer Schublade landen zu wollen. Das eigene Alter interessiert dabei eher die anderen. Wenige fühlen sich heute mit 50 oder 60 alt. Wer aktiv im Leben steht, für den ändern mehr Kerzen auf dem Kuchen nicht viel. Ein Moment des Innehaltens, ja. Halbzeit, ok. Sich neu sortieren – das scheinen die Gedanken zu sein. Geistig und körperlich auf der Höhe zu bleiben, ist wichtig.  Es sollte aber nicht zum Mantra werden. Auch der Umgang mit der Veränderung körperlicher Leistungsfähigkeit spielt eine wesentliche Rolle für das eigene Wohlbefinden…

Welcher Weg passt zu mir?
Im Coaching eine oft diskutierte, und spannende – wenn auch nicht einfache – Frage. Impulse sind gut, Vorgaben weniger. Wenige wollen sich sagen lassen, was passt, was zu konsumieren oder welches Fitnessprogramm zu wählen ist. Wollte jemand im Alter von 70 Jahren mit Ballett beginnen, sollte sie das tun. Egal, ob Yoga oder Walking angesagt sind. Den Job mit 55 hinschmeissen, weil man es sich leisten kann? Machen! Oder umgekehrt lieber bis 75 arbeiten? Warum nicht.

«Niemand ist zu alt, sein Leben zu gestalten oder auch komplett umzukrempeln. Im Job und privat.»

Niemand ist zu alt, sein Leben zu gestalten oder auch komplett umzukrempeln. Im Job und privat. Was mache ich daraus, dass ich heute fitter bin als Altersgenossen vor 20 oder 30 Jahren?
Letztendlich bleibt entscheidend, wie jeder seine Möglichkeiten für sich gestaltet. Ebenso, wie die Orientierung zu behalten in der Flut von Angeboten und Ratschlägen und einen eigenen, individuellen, vielleicht auch unkonventionellen Weg zu gehen. Das aktive Bestimmen dieses Weges sollte sich altersunabhängig niemand aus der Hand nehmen lassen. Ihn allein zu finden ist nicht für jeden einfach. Doch lohnt sich der Versuch und sich Unterstützung dafür suchen ist oft sinnvoll.

Der bekannte Liedermacher Reinhard Mey hat den Umgang mit dem Alter in wunderbare Zeilen gefasst: «50! Was, jetzt schon?
Hab' ich nicht grade eben noch, durch ein gemeines Taschenloch, meinen Einkaufsgroschen verloren? Die Taschen leer, der Kopf voll Mädchen und Rock 'n Roll. Und wir dachten, das ist für immer. Doch ob man alt ist oder nicht, steht nicht auf Hintern und Gesicht und deren Falten mit den Jahren. Das ist o. k. so, ja, ich denk'. Die gute Fee hat ein Geschenk an meiner Wiege abgegeben.
50? Ja, wohl schon. Na, herzliche Gratulation.»

29. Apr 2026

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Lifestyle

Sommermomente in Nah und Fern – Ein Beitrag von Lena Martin (@inspirationdelavie), Reisebloggerin und Content Creatorin

Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Städtereisen sind dabei für viele längst zu einer der liebsten Formen geworden, kurze Auszeiten zu nehmen: Rund 34 Millionen Menschen in Deutschland zieht es jedes Jahr in eine Stadt. Dabei geht der Blick immer häufiger weg von den großen Klassikern wie Berlin oder Paris und hin zu Orten, die leiser erzählen, aber oft länger nachklingen. Städte wie Brügge mit ihren verwunschenen Gassen und stillen Grachten oder die Küstenregionen Andalusiens mit ihren weiten Ausblicken, kleinen Hafenstädten und dem lebendigen Málaga zeigen, wie viel Charme abseits der bekannten Routen steckt. Neben bekannten Sehnsuchtsorten wie Marseille oder Bremen stehen auf meiner persönlichen Bucket-List Städte wie Kopenhagen, Porto oder Gent. Orte, die Kultur, entspanntes Lebensgefühl und kulinarische Vielfalt auf ganz eigene Weise verbinden und genau deshalb im Gedächtnis bleiben. Innerhalb Deutschlands zeigt sich, wie unterschätzt viele Destinationen noch immer sind! Ob Regensburg, Bamberg oder Pottenstein im Süden, Jena und Dresden im Osten, Lüneburg und Lübeck im Norden oder Saarburg, Wiesbaden und Baden-Baden im Westen – jede Region hat ihre eigenen „Perlen“, die es zu entdecken gilt. Gerade diese Orte sind perfekt für den Trend des Slow-Travels: durch Altstädte schlendern, architektonische Details entdecken und zwischendurch immer wieder innehalten, um regionale Spezialitäten zu genießen. >Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Denn Kulinarik ist einer der wichtigsten Bestandteile moderner Städtereisen. Besondere Märkte, kleine Cafés, lokale Restaurants und kreative Food-Konzepte prägen das Erlebnis ebenso wie Sehenswürdigkeiten. Regionale Produkte, saisonale Gerichte und authentische Küche schaffen eine Verbindung zum Reiseziel, die weit über das Visuelle hinausgeht. Genau diese Mischung aus Entdecken und Genießen macht den Reiz vieler kleinerer Städte aus. Auch für Kurztrips und verlängerte Wochenenden bieten sich unzählige Möglichkeiten: Naturregionen wie das Fichtelgebirge, der Pfälzerwald oder der Schwarzwald verbinden Natur, kleine Wanderungen und Erholung mit kulinarischen Highlights. Ergänzt wird dieses Angebot durch charmante Kleinstädte und Ausflugsziele, die sich ideal für spontane Reisen eignen. Auch in unseren Nachbarländern zeigt sich dieses neue Reisegefühl ganz deutlich. Städte wie Straßburg, Dinant, Luxemburg oder Groningen stehen sinnbildlich für eine Art des Reisens, bei der es weniger um Größe oder Bekanntheit geht, sondern um Atmosphäre, Lebensgefühl und diese kleinen, unerwarteten Details, die einen Ort unverwechselbar machen. Der Sommer lädt dazu ein, Bekanntes neu zu entdecken und vor allem Unbekanntem eine Chance zu geben. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Die schönsten Reiseerlebnisse entstehen oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet – abseits der Touristenpfade, irgendwo zwischen kleinen Gassen, regionalen Köstlichkeiten und dem Gefühl, genau im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.