23. Sep 2026
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Gesundheit
Journalist: Kirsten Schwieger
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Foto: Getty Images/unsplash
Gerinnungsstörungen können Schwangerschaften erschweren und das Risiko für Fehlgeburten und Komplikationen erhöhen. Wann eine Abklärung sinnvoll ist.
Für Frauen mit Kinderwunsch ist das Einsetzen der Periode oft eine große Enttäuschung: Ein weiterer Monat ohne die sehnlichst erhofften zwei Linien auf dem Teststreifen. Noch schlimmer, wenn nach einem positiven Schwangerschaftstest plötzlich Blutungen einsetzen – oder der Fötus gar gegen Ende der Schwangerschaft abgeht. Oft beginnt dann eine monatelange Suche nach den Ursachen, insbesondere bei wiederholten Aborten.
Ein oft übersehener Puzzlestein liegt im Blut: So sind Gerinnungsstörungen und Kinderwunsch bei einigen Frauen eng miteinander verknüpft. Und zwar sowohl bei unerfülltem Kinderwunsch als auch wiederholten Fehlgeburten in der Frühschwangerschaft sowie bei Komplikationen in der Spätschwangerschaft. Mediziner unterscheiden zwischen angeborenen und erworbenen Gerinnungsstörungen. Die angeborenen können die Neigung zu Blutgerinnseln erhöhen und dadurch insbesondere während einer Schwangerschaft relevant werden. Eine familiäre Häufung von Thrombosen kann dabei ein wichtiger Hinweis sein.
In Bezug auf Kinderwunsch spielt die erworbene Gerinnungsstörung APS eine besondere Rolle. Bei dieser Autoimmunkrankheit bildet das Immunsystem Antikörper, die die Blutgerinnung und die Funktion der Plazenta beeinflussen können. Dadurch kann die frühe Schwangerschaft gestört werden, wenn die Versorgung des Embryos beeinträchtigt wird. Besonders gut belegt ist der Zusammenhang mit wiederholten Fehlgeburten und bestimmten Schwangerschaftskomplikationen. So kann es auch in der Spätschwangerschaft zu Komplikationen wie einer schweren Präeklampsie kommen. Diese führt zu hohem Blutdruck bei der Schwangeren, häufig verbunden mit einer gestörten Plazentafunktion. Wird diese Gerinnungsstörung frühzeitig erkannt, kann eine gezielte Behandlung das Risiko von Komplikationen deutlich senken.
In Bezug auf Kinderwunsch spielt die erworbene Gerinnungsstörung APS eine besondere Rolle.
Eine bereits durchgemachte tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie hingegen sollten das Vorgehen bei Kinderwunsch und Schwangerschaft von vornherein grundlegend ändern. Denn während der Schwangerschaft und besonders im Wochenbett ist das Risiko für venöse Thrombosen erhöht. Deshalb sollte frühzeitig ärztlich geklärt werden, wie hoch das individuelle Risiko ist und ob eine medikamentöse Thromboseprophylaxe erforderlich ist.
Ob eine relevante Gerinnungsstörung vorliegt, lässt sich je nach Verdacht durch gezielte Blutuntersuchungen feststellen. Erste Anlaufstelle kann die Frauenärztin sein. Bei wiederholten Fehlgeburten, bestimmten Schwangerschaftskomplikationen oder – wie bereits erwähnt – Thrombosen kann eine Überweisung in eine hämostaseologische Praxis beziehungsweise Gerinnungssprechstunde sinnvoll sein. Spezialisierte Zentren bieten neben der Diagnostik auch individuelle Therapien und engmaschige Kontrollen an.