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29. Jun 2020

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Wirtschaft

Kollaborierende Roboter für mehr Produktionssicherheit

Journalist: Helmut Schmid, Geschäftsführer Universal Robots (Germany) GmbH & Regional Sales Direktor West- und Nordeuropa

Turbulenzen im globalen Marktgeschehen sorgen für Unsicherheit in der hiesigen Industrie. Die schrittweise Rückholung vorgelagerter Produktionsschritte ins Inland bietet eine Chance, sich von der Abhängigkeit internationaler Lieferketten zu emanzipieren. Teilweise zu automatisieren ebnet dafür den Weg und hilft, Produktionskosten überschaubar zu halten. Das gilt längst nicht nur für große Unternehmen: Kollaborierende Roboter (Cobots) des Weltmarktführers Universal Robots ermöglichen es auch KMU, ihre Produktion durch Reshoring zu sichern. Denn sie sind kostengünstig, flexibel und einfach zu handhaben.

Die zunehmende Volatilität des globalen Wirtschaftsgeschehens stellt hiesige Produktionsunternehmen vor Herausforderungen: Lieferungen bleiben aus, der Absatz bricht ein, Handelsrouten sind blockiert. Gerade in jüngster Zeit ist die internationale Verflechtung der Lieferketten durch zwischenstaatliche Handelskonflikte, protektionistische Tendenzen und zuletzt die COVID-19-Pandemie zum Nachteil geworden. 

Solche Unsicherheiten motivieren Reshoring-Prozesse. Bereits seit der Jahrtausendwende hatte der Offshoring-Boom der neunziger Jahre an Fahrt verloren. Spätestens seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 lässt sich eine Tendenz zur Rückholung vorgelagerter Produktionsschritte ins eigene Land beobachten. Global betrachtet nimmt das Exportwachstum im Verhältnis zum BIP-Wachstum seither kontinuierlich ab, in den letzten zehn Jahren sind auch grenzüberschreitende Investitionen und Wertschöpfungsverflechtungen stetig zurückgegangen.

Corona-Krise pusht Reshoring-Trend 

Die Corona-Krise könnte diesen Trend nun verstärken und mehr Firmen zum Reshoring bewegen. Insbesondere Industriezweige, die viele Vorprodukte aus Niedriglohnländern importieren, könnten ihre Liefertreue so nachhaltig sicherstellen. Kollaborative Automatisierung erhält vor diesem Hintergrund neue Relevanz. 

Kollaborierende Roboter, sogenannte Cobots, haben das Einsatzspektrum der Industrierobotik in den letzten zehn Jahren beträchtlich erweitert: Im Gegensatz zu herkömmlichen Industrierobotern sind sie einfach zu integrieren und flexibel einsetzbar, wodurch sie auch High-Mix/Low-Volume-Produktionen rentabel automatisieren. Dabei arbeiten sie direkt neben dem Menschen und entlasten ihn von eintönigen Tätigkeiten. Zudem zeichnen sich die einarmigen Helfer durch eine schnelle Amortisierung aus.

Cobots unterstützen KMU weltweit

Gerade KMU profitieren dank dieser Vorteile von der Automatisierung. Dass das Konzept aufgeht, zeigt die Erfolgsgeschichte von Universal Robots: Der dänische Weltmarktführer begleitet seit über zehn Jahren Betriebe dabei, Cobots in ihre Fertigungen zu integrieren. Im Ergebnis sind mittlerweile mehr als 44.000 Roboter des Herstellers weltweit im Einsatz – Tendenz stark steigend. Denn die kollaborative Robotik macht es möglich, auch bei der Fertigung in Hochlohnländern konkurrenzfähige Preise anzubieten. Ob ein Cobot in China, in der Türkei oder in Deutschland Teile montiert, macht preislich keinen Unterschied. Cobots verschlanken Prozesse und ziehen das Tempo an – Unternehmen profitieren so von sinkenden Produktionskosten und können ihre Fachkräfte optimal einsetzen. 

Zudem ermöglichen Cobots, Produktionen flexibel zu skalieren. Sie lassen sich schnell für diverse Aufgaben umrüsten, sodass sich selbst die Herstellung kleiner Losgrößen lohnt und eine hohe Variantenvielfalt bedient werden kann. Rund um die Uhr einsatzbereit, können Cobots Produktionskapazitäten voll ausschöpfen und den Durchsatz steigern. Zugleich eröffnen sie die Möglichkeit, Produktionsvolumina bei Bedarf schnell anzupassen – ohne personelle oder räumliche Veränderungen. Viele Unternehmen wollen es beispielsweise vermeiden, kurzfristig eine neue Halle anzumieten, um die Produktion zu erhöhen. Mithilfe von Cobots lässt sich die Produktivität auf gleicher Fläche steigern.

UR+: Maßgesch neiderte Anwendungs-Kits für jede Herausforderung 

Universal Robots hat dabei immer die Bedürfnisse seiner Kunden im Blick: So helfen
Cobots, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und eine zuverlässige Produktion zu gewährleisten – auch in unruhigen Zeiten. Die Cobot-Familie des Herstellers bietet hinsichtlich Traglast vier verschiedene Optionen – 3, 5, 10 und 16 kg – und kann damit eine Vielzahl von Applikationen abdecken. Mit UR+, dem umfangreichsten Ökosystem der Branche, erhalten Anwender zudem Zugang zu Peripheriegeräten und Anwendungs-Kits, die maßgeschneidert sind für ihren individuellen Bedarf. 


20. Apr 2026

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Wirtschaft

FONDS professionell KONGRESS gibt Orientierung in bewegenden Zeiten

Der 24. FONDS professionell KONGRESS am 28. und 29. Januar 2026 in Mannheim hat erneut seine Rolle als zentrale Plattform der Investmentbranche unter Beweis gestellt. In einem Umfeld geprägt von geopolitischen Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheit und einer neu ausgerichteten, schwer kalkulierbaren US-Politik unter Präsident Donald Trump, nutzten Vermögensverwalter und Investmentexperten die Veranstaltung intensiv für fachlichen Austausch und gezielte Weiterbildung. Mehr als 220 Aussteller sowie über 200 Fachvorträge spiegelten den enormen Informationsbedarf in volatilen Zeiten wider. Ein markantes politisch-strategisches Signal setzte Joe Kaeser, Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens Energy und Daimler Truck. Er plädierte für ein geschlossenes und selbstbewusstes Auftreten Europas zwischen den Machtzentren USA und China. Europa müsse eigene außen- und wirtschaftspolitische Akzente setzen und strategische Partnerschaften gezielt ausbauen. Chancen sieht Kaeser vor allem in den Bereichen Infrastruktur, Daten und Rechenzentren sowie in neuen wirtschaftlichen Allianzen mit Schwellenländern, allen voran mit Indien. Inhaltlich dominierten Themen wie Aktien – insbesondere die „Significant Seven“ –, ETFs, Datenökonomie, Infrastruktur, Schwellenländer, Künstliche Intelligenz und Kryptowährungen das Programm. Mit der Verleihung des DEUTSCHEN FONDSPREISES während einer festlichen Galanacht fand der Kongress schließlich einen würdigen Abschluss und bekräftigte seinen Anspruch, der Branche auch in bewegten Zeiten Orientierung zu geben. >Europa müsse eigene außen- und wirtschaftspolitische Akzente setzen und strategische Partnerschaften gezielt ausbauen.