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24. Sep 2026

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Männergesundheit. „Sexualität kennt kein Verfallsdatum“

Journalist: Jakob Bratsch

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Foto: Privat

In Deutschland nimmt die Häufigkeit von Erektionsstörungen mit zunehmendem Alter deutlich zu.* Wenngleich auch junge Männer an erektiler Dysfunktion (ED) leiden,** so sind Männer ab etwa 55 Jahren und älter eine immer größer werdende Patientenzielgruppe in Praxen für Männergesundheit. Viele Männer berichten über ihren zum Teil schambehafteten Leidensweg. Die meisten von ihnen wollen einen Weg zurück zu mehr Lebensqualität finden. In diesem Feature teilt Universitätsprofessor für Männergesundheit Dr. med. Frank Sommer eine anonymisierte Patientengeschichte aus der Praxis.

Der Weg eines 60-jährigen Patienten zurück ins Leben Viele Männer erleben mit dem Älterwerden körperliche Veränderungen – darunter auch sexuelle Funktionsstörungen. Was für viele ein Tabuthema bleibt, kann in Wahrheit ein medizinisch hochrelevantes Frühwarnsignal sein. Das zeigt auch der Fall eines 60-jährigen Patienten, der erst spät den Mut fand, über seine Erektionsstörungen zu sprechen – und dabei auf Ignoranz, aber auch auf Hilfe stieß. Er lebte in einer langjährigen Ehe, war in leitender Funktion tätig und körperlich wenig aktiv. Er hatte sich in den letzten Jahren zunehmend zurückgezogen und verband das mit seiner sexuellen Unzufriedenheit.

Mit 57 Jahren suchte der Patient erstmals ärztliche Hilfe. Er berichtete seinem Hausarzt offen, dass er seit einiger Zeit unter Erektions-störungen litt. Ihm wurde nur gesagt: „In drei Jahren werden Sie 60 – was wollen Sie denn noch mit Sexualität?“ Eine Aussage, die ihn tief traf. Drei Jahre später – mit 60 Jahren – fasste er neuen Mut und kam in meine Sprechstunde. Sein Ziel war es, wieder mehr Intimität mit seiner Partnerin zu erleben. Er wollte nicht einfach hinnehmen, dass Sexualität ab einem bestimmten Alter nicht mehr dazugehören soll. Ich beruhigte ihn und erklärte: Auch über 80-jährige Männer wünschen sich und leben eine aktive Sexualität – und das völlig zurecht. Für viele ist sie ein wichtiger Bestandteil von Lebensqualität – sogar ein Lebenselixier.

Von der Scham zur fundierten Diagnostik Für Patienten ist es wichtig zu wissen, dass Erektionsstörungen nicht einfach zum Alter „dazugehören“, sondern oft eine ernsthafte medizinische Ursache haben. Sie können Frühzeichen von Schlaganfall oder Herzinfarkt sein. Umso wichtiger ist es, die exakte Ursache herauszufinden.

Sexualität ist keine Frage des Alters – sondern eine Frage von Gesundheit, Aufklärung und ärztlicher Zuwendung. Universitätsprofessor für Männergesundheit Dr. med. Frank Sommer forscht aktiv im Bereich der Therapie und Heilung von Erektionsstörungen und betreut seine Patienten bei deren sexualmedizinischen Themen. – © Viatris Gruppe Deutschland

Daher erhielt der Patient ein maßgeschneidertes Diagnostikprogramm. Dazu gehörten:

  • eine individuelle, strukturierte Anamnese-Erhebung,
  • die Auswertung validierter Fragebögen,
  • spezielle diagnostische Verfahren, um organische Ursachen zu identifizieren und
  • eine ausführliche ärztliche Beratung

Erektionsstörungen können verschiedene Gründe haben. Oft spielen körperliche Ursachen eine Rolle: beispielsweise wenn die Nervenbahnen beeinträchtigt sind, das Penisgewebe sich ungünstig verändert hat oder Durchblutungsstörungen auftreten. Auch wenn die Beckenboden- und/oder Potenzmuskulatur zu schwach ist, die ringförmig den Beckenanteil des Penis umgeben, kann es zu Erektionsstörungen kommen.

Der häufigste Grund für Erektionsstörungen ist allerdings ein ungesunder Lebensstil. Bei Bewegungsmangel, schlechter Ernährung und zunehmendem Bauchfett kann der Testosteronwert sinken. Niedrige Testosteronwerte können Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, verminderte Libido, depressive Verstimmungen oder Erektionsstörungen verursachen. Aber mehr Testosteron bedeutet nicht automatisch mehr Potenz, und Männer mit normalen Werten profitieren nicht davon, diesen zu erhöhen. Nur durch präzise Messungen und eine genaue Diagnose lässt sich bestimmen, was im konkreten Fall verantwortlich ist. Der Patient in dieser Patientengeschichte entschied sich für eine mehrstündige persönliche Untersuchung.

Auf Basis der Ergebnisse wurde speziell für ihn eine individuelle Therapie erarbeitet:

  • Unterstützung durch ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel,
  • gezieltes Beckenbodentraining mit Übungen zur Stärkung der Potenzmuskulatur,
  • eine Anpassung seines Lebensstils (Bewegung – u. a. das 3x3x3-Programm3, Ernährung).

Diese gezielte Herangehensweise ist entscheidend – denn unbehandelt schreitet eine erektile Dysfunktion in vielen Fällen fort. Die Erektionsfähigkeit nimmt ab, bis sie im schlimmsten Fall vollständig verloren geht. Ziel der Therapie ist es daher, die zugrundeliegenden körperlichen Veränderungen wieder in Richtung Norm zu bringen. Positiv war in diesem Fall, dass die Partnerin des Patienten sehr unterstützend war. Die offene Kommunikation über das Thema erektile Dysfunktion tat beiden sehr gut und stärkte am Ende die Beziehung.

Mit freundlicher Unterstützung der Viatris-Gruppe Deutschland (Viatris Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe.

Fazit:

Lebensqualität kennt kein Alter Die Lebensqualität des Patienten verbesserte sich erheblich. Nach erfolgreicher Therapie berichtete er von mehr Selbstvertrauen, einer gesteigerten Partnerschaftszufriedenheit und einer aktiveren Lebensgestaltung. Sexualität ist keine Frage des Alters – sondern eine Frage von Gesundheit, Aufklärung und ärztlicher Zuwendung. Männer verdienen eine Medizin, die sie ernst nimmt – und ihnen dabei hilft, ein erfülltes Leben zu führen. Die idealen Voraussetzungen für eine erektile Vitalität bis ins hohe Alter sind eine regelmäßige Vorsorge, die Optimierung des Lebensstils, eine rechtzeitige Diagnostik sowie eine gut vernetzte Versorgung zwischen Hausarzt, Urologe und gegebenenfalls Sexualtherapeuten.

Das 3x3x3-Minuten-Workout***

Beim 3-Minuten-Workout handelt es sich um ein einfaches, effektives Trainingsprogramm für Menschen mit wenig Zeit. Das Programm sieht vor, dass an 3 Tagen pro Woche jeweils 3 Übungen für je 3 Minuten trainiert werden. Es werden dabei nahezu alle Muskeln innerhalb kürzester Zeit angesprochen. Das 3x3x3-Minuten-Workout wurde von Prof. Dr. Frank Sommer entwickelt. Weitere Informationen sind unter www.franksommer.com zu finden.***

Quellen: *Braun M, Wassmer G, Klotz T, Reifenrath B, Mathers M, Engelmann U. Epidemiology of erectile dysfunction: results of the ‘Cologne Male Survey’. Int J Impot Res. 2000;12(6): 305–311. doi:10.1038/sj.ijir.3900622.

** Feldman H, et al. Impotence and its medical and phycological correlates results of the Massachusetts male ageing study. The Journal of Urology, 1994;151: 54–61.

*** Männergesundheit, 3x3x3, das 3-Minuten-Workout für Erfolgreiche: https://www.franksommer.com/de/3-minuten-workout (Zugriff: September 2026).

23. Sep 2026

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Gesundheit

Weit verbreitet, aber oft übersehen: Postpartale Depression – mit Dr. Christiane Sommer, Medical Lead Alzheimer-Erkrankung und Postpartale Depression bei Biogen

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Dr. Christiane Sommer, Medical Lead Alzheimer-Erkrankung und Postpartale Depression bei Biogen

Niedergeschlagenheit, Angst, starke Überforderung oder Schwierigkeiten, eine Bindung zum Kind aufzubauen: Etwa jede siebte Mutter in Deutschland ist von einer Postpartalen Depression (PPD) betroffen.

Jährlich erkranken rund 85.000 Frauen daran. Dabei geht es nicht um den sogenannten Babyblues, der viele Frauen in den ersten Tagen nach der Geburt betrifft und meist nach ein bis zwei Wochen wieder abklingt. Eine PPD ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Die Symptome können bereits während der Schwangerschaft auftreten oder sich erst nach der Entbindung entwickeln. Sie können über Monate, in manchen Fällen sogar über Jahre andauern und das Leben der Betroffenen sowie ihrer Familien erheblich beeinträchtigen.

Trotzdem bleibt die Erkrankung häufig unsichtbar und ist noch immer tabuisiert. Aus Scham oder Angst vor Verurteilung sprechen viele nicht darüber. „Eine Postpartale Depression bleibt oft unerkannt – nicht, weil sie selten ist, sondern weil zu wenig darüber gesprochen wird. Viele Frauen wissen nicht, dass das, was sie fühlen, eine Erkrankung ist – und dass es Hilfe gibt“, betont Dr. Christiane Sommer, Medical Lead Alzheimer-Erkrankung und Postpartale Depression bei Biogen. Umso wichtiger ist es, Bewusstsein zu schaffen, Vorurteile abzubauen und den Zugang zu Unterstützung zu stärken. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, da die Erkrankung behandelbar ist und unterschiedliche therapeutische Ansätze existieren. Keine Mutter sollte mit einer PPD allein bleiben.

Eine Postpartale Depression bleibt oft unerkannt – nicht, weil sie selten ist, sondern weil zu wenig darüber gesprochen wird.