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11. Dez 2019

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Gesellschaft

„Man muss nicht mit der Komplettlösung anfangen“

Journalist: Armin Fuhrer

Interview mit Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands Deutschen Baugewerbes

Wo steht das Baugewerbe bei der Digitalisierung?

Viele Unternehmen sind bereits intensiv dabei: Angefangen von der Nutzung diverser Apps auf der Baustelle, beispielsweise zur Zeiterfassung, für den Bautagesbericht oder für Fotoaufmaße bis hin zur 3D-Maschinensteuerung sowie dem digitalen Zwilling des Gebäudes werden die Betriebe zunehmend digital. Von der Digitalisierung versprechen wir uns unter anderem eine bessere Planbarkeit von Projekten und effizientere Abläufe auf der Baustelle.

Welche Maßnahmen seitens der Politik wären wünschenswert?

Gerade im ländlichen Raum ist das Breitbandnetz ein großes Problem, das dringend angegangen werden muss. Das beste digitale Tool ist nutzlos, wenn die Baustelle im Funkloch liegt. Außerdem müssen wir einheitliche Standards und Schnittstellen definieren, damit unterschiedliche Anwendungen auch kombiniert werden können. Und wir braucht es transparente rechtliche Regelungen zum Umgang mit Daten und Datenschutz.

Wie können Unternehmen die Chancen der Digitalisierung nutzen?

Der digitale Fortschritt kann zu großen Produktivitäts- und Qualitätszuwächsen führen. Daher ist es wichtig, sich der Herausforderung zu stellen. Diese muss nicht mit der Komplettlösung anfangen; schon mit einzelnen Schritten kann die Digitalisierung im Unternehmen vorangetrieben werden. Wichtig ist, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren und sich in den Verbänden zu vernetzen. 

22. Apr 2026

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Gesellschaft

Green Fishing – mit Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF

![Josef_Bild_2 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Josef_Bild_2_Online_bfe4ca7f26.jpg) ``` Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF ``` **Was kann die Angel-Community dazu beitragen, unsere Gewässer langfristig schützen?** „Jeder Angler sollte seinen Platz besser hinterlassen, als er ihn vorgefunden hat, also auch Müll anderer mitnehmen und Auffälligkeiten melden. Die Sensibilität dafür ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Viele Angler engagieren sich aktiv für saubere Gewässer. Mein Freund Jan Ebel organisiert z. B. mit seinem Verein „Spreepublik“ regelmäßig Clean-ups in Berlin, bei denen Elektroscooter und anderer Schrott aus der Spree gefischt werden. Solche Aktionen zeigen, wie wichtig das Engagement der Angler für den Gewässerschutz ist. Mit der wachsenden Zahl an Hobbyfischern steigt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit noch mehr, und viele Marken reagieren darauf, z. B. mit umweltfreundlicheren Angelködern. Beim Raubfischangeln mit Kunstködern nimmt die Nachfrage nach phthalatfreien Gummimischungen zu. Catch & Release (C&R), also das Fangen und Freilassen hingegen ist in ein kontroverses Thema. Mir ist wichtig, den gefangenen Fisch zu verwerten und der Angelei damit einen Sinn zu geben – das ist auch das Konzept unseres YouTube-Kanals BROSEF: Wir fangen Fisch zum Verzehr und zeigen, wie einfach und lecker man ihn zubereiten kann. C&R hat jedoch seine Berechtigung, um Fische, die dem regionalen Schonmaß unterliegen, wieder in das Gewässer zu geben. Wie es beispielsweise die „Müritzfischer“ nicht nur bei kleinen, auch bei großen Fischen mit starken Genen praktizieren und somit die Produktivität des Gewässers aufrechterhalten. Wichtig beim Release ist natürlich der schonende Umgang: kurze Luftzeiten und befeuchtete Hände, um die Schleimhaut der Fische nicht zu beschädigen. Solche Grundlagen lernt jeder Angler bereits in der Prüfung.“