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16. Dez 2025

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Gesellschaft

München ist digitale Hauptstadt – mit Sven Wagner, Interessenverband bitkom e. V.

Journalist: Hauke Brost

Sven Wagner ist im Interessenverband Bitkom e. V. für den „Smart City Index“ verantwortlich, mit dem jährlich der Stand der Digitalisierung in deutschen Großstädten ermittelt wird.

svenwagnerbildb4000x3000px (1) Online.jpg Sven Wagner, Referent Smart City beim Branchenverband bitkom e. V.

Herr Wagner, welche deutsche Stadt ist am Digitalsten, und welche sind sonst noch ziemlich „smart“?

Im Bitkom Smart City Index zeigt sich auch in diesem Jahr ein klares Bild. München führt das Ranking erneut an, gefolgt von Hamburg und Stuttgart. Interessant ist vor allem, wie stark sich das Gesamtfeld entwickelt hat. Neben den großen Metropolen schaffen es inzwischen auch Städte wie Heidelberg, Ulm oder Regensburg dauerhaft in die Spitzengruppe. Entscheidend ist weniger die Größe, sondern eine klare Strategie und eine konsequente Umsetzung.

Was macht München, was andere Städte nicht machen?

München arbeitet seit Jahren sehr systematisch an seiner Digitalisierung. Die Stadt setzt nicht nur auf neue Projekte, sondern baut zentrale Angebote wie Mobilität, Datenmanagement und Beteiligung aus. Ein Beispiel ist die digitale Beteiligungsplattform, über die Rückmeldungen aus der Stadtgesellschaft in konkrete Prozesse einfließen.

Salzgitter liegt auf dem letzten Platz. Warum?

Ein Platz am Ende des Rankings bedeutet nicht, dass in Salzgitter nicht digitalisiert wird. Die Stadt arbeitet an vielen Themen, allerdings entwickeln sich andere Städte derzeit schneller. Der Smart City Index bildet relative Entwicklungen ab.

Wie steht Deutschland im internationalen Vergleich da?

Im Bereich Smart City ist Deutschland noch kein Vorreiter. Viele Städte machen Fortschritte, aber im internationalen Vergleich fehlt es häufig an Geschwindigkeit und einer durchgängigen digitalen Verwaltungs- und Dateninfrastruktur.

Warum sind uns so viele skandinavische und baltische Staaten in Sachen Digitalisierung überlegen?

Viele skandinavische und baltische Staaten haben deutlich früher verbindliche Grundlagen geschaffen. Dazu gehören flächendeckende digitale Identitäten, einheitliche Interoperabilitätsstandards und vollständig digitalisierte Verwaltungsprozesse. Dadurch können digitale Angebote dort durchgängig funktionieren und sehr schnell in die Fläche gebracht werden.

Warum ist Digitalisierung so wichtig, abgesehen davon, dass man als Bürger nicht mehr so oft zur Behörde und dort eine Marke ziehen muss?

Digitalisierung ist deshalb so wichtig, weil sie die Grundlage moderner Daseinsvorsorge bildet. Viele zentrale Aufgaben von Städten und Gemeinden in den Bereichen Mobilität, Krisenschutz oder Raumplanung lassen sich künftig nur zuverlässig und effizient bewältigen, wenn Daten systematisch genutzt und Prozesse digital gesteuert werden können. Das entscheidet direkt über die Leistungsfähigkeit, aber auch über die Resilienz einer Kommune. Zugleich hilft Digitalisierung dabei, Ressourcen gezielt einzusetzen und Verwaltungen trotz Fachkräftemangel handlungsfähig zu halten.

Wo sehen Sie Deutschlands Digitalisierung in 20 Jahren?

Städte und Gemeinden werden ihre Infrastrukturen dann datenbasiert steuern und Verwaltungsleistungen ohne Medienbrüche anbieten. Unsere aktuelle Befragung zur Smart Country Convention zeigt, dass sich Menschen aller Altersgruppen mehr digitale Angebote wünschen. Digitale Teilhabe wird damit zu einem zentralen Anspruch an einen modernen Staat und Formate wie der Digitaltag, der das nächste Mal am 26. Juni 2026 stattfindet, leisten einen wichtigen Beitrag, weil sie Menschen an digitale Anwendungen heranführen und Kompetenzen stärken.

Interessanter Fakt:

Für den Smart City Index wird der Stand der kommunalen Digitalisierung von allen deutschen Großstädten in fünf Kategorien mit 37 Indikatoren und 163 Parametern ermittelt. Dafür werden über 13.500 einzelne Daten erfasst. Der Branchenverband Bitkom e. V. hat das Ziel, die Digitalisierung in Deutschland voranzutreiben.

29. Dez 2025

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Gesellschaft

Vorsorge ab 50 – Sicherheit für Körper und Konto – Ein Beitrag von Uwe-Matthias Müller, Vorstand des Bundesverbands Initiative 50Plus Europa

Mit dem Älterwerden verändert sich nicht nur der Blick auf das Leben, sondern auch die Verantwortung für die eigene Zukunft. Menschen ab 50 stehen oft mitten im Leben – beruflich erfahren, familiär gefestigt, mit einem klareren Verständnis für das, was wirklich zählt. Gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Vorsorge zu treffen: für die Gesundheit und für die Finanzen. **Gesundheit: Früher erkennen, besser leben** Ab 50 steigt das Risiko für chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Leiden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Wer rechtzeitig handelt, kann Lebensqualität erhalten und Folgeerkrankungen vermeiden. Auch Impfungen, Zahnvorsorge und Krebsscreenings sind wichtige Bausteine. Prävention bedeutet nicht nur Kontrolle, sondern auch aktives Gestalten: Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit sind entscheidende Faktoren für ein vitales Altern. >Mit 50 beginnt eine Phase der Stabilität – aber auch der Weichenstellung. Wer jetzt handelt, profitiert von Zeit, Übersicht und Entscheidungsfreiheit. Vorsorge ist kein Zeichen von Angst, sondern von Verantwortung. **Finanzen: Klarheit schafft Freiheit** Finanzielle Vorsorge ist ebenso zentral. Die gesetzliche Rente allein reicht oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Wer frühzeitig private Altersvorsorge betreibt – sei es durch Immobilien, Versicherungen oder Fonds – schafft sich Spielraum für die Zukunft. Auch das Thema Pflege sollte nicht verdrängt werden: Eine Pflegezusatzversicherung oder ein klarer Vorsorgeplan kann im Ernstfall Entlastung bringen. Wichtig ist, regelmäßig zu prüfen: Sind alle Unterlagen aktuell? Gibt es eine Patientenverfügung oder ein Testament? Wer vorbereitet ist, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch Angehörige. **Warum jetzt?** Mit 50 beginnt eine Phase der Stabilität – aber auch der Weichenstellung. Wer jetzt handelt, profitiert von Zeit, Übersicht und Entscheidungsfreiheit. Vorsorge ist kein Zeichen von Angst, sondern von Verantwortung. Sie schafft Sicherheit, Selbstbestimmung und die Möglichkeit, das Leben auch im Alter aktiv zu gestalten. ## Fazit Vorsorge ab 50 ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Sie bedeutet, das Leben bewusst in die Hand zu nehmen – für mehr Gesundheit, finanzielle Stabilität und innere Ruhe. Wer heute vorsorgt, lebt morgen entspannter.

23. Dez 2025

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Gesellschaft

Warum es so wichtig ist, konsequent nachhaltig zu bauen – Ein Beitrag von Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand DGNB e.V.

Nachhaltiges Bauen bedeutet weit mehr als energieeffiziente Gebäude oder den Einsatz ökologischer Materialien. Es beschreibt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Gebäude über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg betrachtet werden: von der Planung über den Bau und die Nutzung bis hin zu Umbaumaßnahmen oder den Rückbau. Ziel ist es, Umweltbelastungen zu minimieren, Ressourcen zu schonen, Menschen gesunde und lebenswerte Räume zu bieten und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvolle Lösungen zu schaffen. Stand heute ist der Bausektor nach wie vor für einen erheblichen Teil der globalen CO2-Emissionen, den Verbrauch natürlicher Ressourcen und den zunehmenden Verlust der Biodiversität verantwortlich. Gleichzeitig verbringen wir den Großteil unseres Lebens in geschlossenen Räumen, die unser Wohlbefinden stärken sollen, ohne dabei die Zukunft unseres Planeten zu gefährden. Zudem leben immer mehr Menschen in der Stadt. Der Bedarf an attraktiven und dazu noch klimaresilient gestalteten Freiräumen wächst. Nachhaltige Architektur bietet einen ganzheitlichen Ansatz, um die Klimakrise zu bekämpfen, soziale Gerechtigkeit zu fördern und langfristige wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten. Wie ein Perspektivwechsel in diese Richtung gelingen kann, zeigen wir noch bis zum 28. Januar 2026 mit der ersten DGNB Ausstellung „What If: A Change of Perspective“ in der Berliner Architekturgalerie Aedes. Die Ausstellung fordert Besucherinnen und Besucher dazu auf, gewohnte Denkmuster zu hinterfragen und die Themenvielfalt des nachhaltigen Bauens neu und unvoreingenommen auf sich wirken zu lassen. >Nachhaltige Architektur bietet einen ganzheitlichen Ansatz, um die Klimakrise zu bekämpfen, soziale Gerechtigkeit zu fördern und langfristige wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten. Anhand gebauter Beispiele wird deutlich, dass viele Lösungen bereits existieren. So erfährt der Besuchende anschaulich, wie Gebäude klima- und ressourcenschonend geplant werden können, indem Materialien im Kreislauf geführt, Energie effizient genutzt oder sogar erzeugt wird und der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes berücksichtigt bleibt. Ebenso thematisiert werden Klimaanpassung und Resilienz: durch kluge Gestaltung, Begrünung und Freiräume können Gebäude und Städte besser mit Hitze, Starkregen oder Trockenperioden umgehen. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Menschen. Nachhaltiges Bauen stellt das Wohlbefinden, die Gesundheit und das soziale Miteinander in den Mittelpunkt. Architektur kann Begegnung fördern, Identität stiften und bezahlbaren Wohnraum schaffen, ohne dabei die Umwelt aus dem Blick zu verlieren. Auch der verantwortungsvolle Umgang mit bestehenden Gebäuden spielt eine zentrale Rolle. Sanieren, Umnutzen und Weiterbauen im Bestand werden als Strategien gezeigt, um Flächen zu schützen und Ressourcen zu sparen. Nicht zuletzt wird klar, dass Nachhaltigkeit keine Kostenspirale sein muss. Ganzheitlich geplante Gebäude sind oft wirtschaftlicher, weil sie langfristig Betriebskosten senken, Risiken minimieren und ihren Wert erhalten oder steigern. Nachhaltiges Bauen ist kein abstraktes Expertenthema und schon gar keine Zukunftsvision, sondern eine konkrete Chance. Für lebenswerte Städte, für gesunde Räume und für eine gebaute Umwelt, die den Herausforderungen unserer Zeit gewachsen ist. Als inhaltlich getriebener Non-Profit-Verein begreifen wir das nachhaltige Bauen seit unserer Gründung vor 18 Jahren als gesellschaftliche Aufgabe, nach der wir unser Handeln ausrichten. Mit der Ausstellung laden wir jeden einzelnen ein, genauer hinzusehen, weiterzudenken und selbst Teil des Wandels zu werden. Weitere Informationen gibt es unter www.dgnb.de/aedes