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4. Jun 2024

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Gesellschaft

Mulesing, Sheap Dipping & Co: Der Gründer von Nordwolle über Schafquälerei – Marco Scheel

Das Hochleistungsmerinoschaf, welches in Südafrika, Südamerika, Australien und Neuseeland gehalten wird, ist eine Qualzucht.

1.jpgMarco Scheel, Geschäftsführer M.S. Nordwolle GmbH

Schafzüchter wollen so viel Wolle wie möglich auf möglichst kleinen Tieren, die weniger Platz im Stall und weniger Futter benötigen. Also züchten sie Hautfalten an. Wenn das extrem gemacht wird, dann sind diese Hautfalten auch im After und das Schaf bekommt Probleme mit dem Koten. Um einen Befall mit Schmeißfliegenmaden in den kotigen Hautfalten zu verhindern, wird jungen Lämmern ohne Narkose die Haut rund um den Schwanz weggeschnitten. Diese Mulesing genannte Methode ist insbesondere in Australien weit verbreitet. Und eine ähnliche Tierquälerei wie das brutale Sheep Dipping, welches in vielen Ländern aus demselben Grund angewendet wird. Hierbei werden Schafe vom Kopf bis zu den Hufen in ein Wasserbad mit chemischen Desinfektionsmitteln gedrückt, um sie vor parasitärem Befall zu schützen. Das Hochleistungs-Merinoschaf kann in Deutschland gar nicht gehalten werden. Weil deren feine Wollfasern im Verhältnis zu ihrem Volumen eine riesige Oberfläche hat, sind Merinoschafe für feuchte klimatische Verhältnisse nicht gemacht. Ich habe hier aber auch schon Schafe gesehen, die ihr eigenes Gewicht nicht mehr halten konnten und zusammengebrochen sind unter ihrer vollgesaugten Wolle. Wer artgerecht gehaltene Wolle haben möchte, muss Produkte aus Landschafwolle kaufen.

23. Jun 2026

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Gesellschaft

Tiergesundheit: Ein wichtiger Schritt für mehr Tierschutz – Ein Beitrag von Judith Schönenstein, Vizepräsidentin Deutscher Tierschutzbund e. V.

Ein Haustier aufzunehmen ist eine wunderbare Entscheidung: Tiere schenken uns Gesellschaft, Freude und oft auch Trost. Sie bereichern unser Leben auf vielfältige Weise und werden für viele Menschen zu echten Familienmitgliedern. Als treue Begleiter verdienen Tiere nicht nur Liebe, Fürsorge, Pflege und eine artgerechte Haltung, sondern auch unseren Schutz. Denn Tiere haben keine Stimme und können sich nicht selbst gegen Vernachlässigung oder nicht tiergerechte Haltungsbedingungen wehren. Trotz der Verankerung des Tierschutzes als Staatsziel im Grundgesetz leiden tagtäglich zahlreiche Tiere. Der illegale Tierhandel mit zu jungen und oft kranken Hundewelpen floriert, Straßenkatzen kämpfen ohne menschliche Hilfe ums Überleben und Millionen Tiere – darunter auch Katzen und Hunde und vor allem Nager – werden jährlich in Versuchslaboren „verbraucht“. Auch bestimmte Zuchtpraktiken verursachen unnötiges Tierleid: Um bei der Zucht optische Merkmale wie Kulleraugen, kurze Schnauzen, Faltohren oder Farbvariationen im Fell zu erreichen, werden Auswirkungen auf die Tiergesundheit in Kauf genommen. Dabei ist ein Verbot solcher Qualzuchten längst im Tierschutzgesetz verankert – doch die Umsetzung bleibt unzureichend. Um den Tierschutz wirksam zu stärken, braucht es klare gesetzliche Rahmenbedingungen. Dazu zählt ein Verbot des Onlinehandels mit Tieren – denn viele Haustiere werden unüberlegt über das Internet gekauft, wo Welpen aus unseriösen Zuchten zigfach zum Kauf angeboten werden. Eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen könnte die Anzahl der Straßenkatzen und damit ihr Leid verringern und – in Kombination mit einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen und Hunde – auch überfüllte Tierheime entlasten. Das Qualzuchtverbot muss konkretisiert und erweitert werden. Und es braucht eine Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen. Nur, wenn wir Tiere als fühlende Lebewesen anerkennen und ihren Schutz konsequent verfolgen, können wir dem Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Am Ende liegt es an uns allen, für das Wohl der Tiere einzutreten. >Nur, wenn wir Tiere als fühlende Lebewesen anerkennen und ihren Schutz konsequent verfolgen, können wir dem Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Am Ende liegt es an uns allen, für das Wohl der Tiere einzutreten. Dazu gehört auch, sich umfassend zu informieren, wenn man ein Haustier aufnehmen möchte. Wer versteht, wie Tiere fühlen, was sie brauchen und wie sich Krankheiten frühzeitig erkennen lassen, leistet einen wertvollen Beitrag – für das einzelne Tier ebenso wie für das große Ziel: mehr Tierschutz, mehr Tiergesundheit, mehr Mitgefühl. Ein verpflichtender Sachkundenachweis vor der Tieranschaffung könnte helfen, Fehler aus Unwissenheit zu vermeiden. Auch die Kosten, die für Haustiere anfallen – etwa für tiermedizinische Behandlungen – sollten nicht unterschätzt werden. Routinemäßige als auch unvorhergesehene Tierarztbesuche können bisweilen tausende Euro für eine OP oder Behandlung verursachen. Es ist daher ratsam, sich rechtzeitig über eine Tierkrankenversicherung zu informieren. Wer nicht nur einem Tier in Not helfen möchte, sondern auch einen wichtigen Beitrag für den Tierschutz leisten will, sucht im Tierheim nach dem passenden tierischen Mitbewohner. Tausende Tiere warten hier auf ein neues Für-immer-Zuhause und eine zweite Chance. „Adoptieren statt kaufen“ lautet das Motto!