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3. Apr 2021

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Lifestyle

Nachhaltigkeit gibt es nur mit dem Markt, nicht gegen ihn

Journalist: Christoph Minhoff

Kennen Sie noch einen alten Vegetarierwitz? Motten Sie in ein! Heute ist überhaupt nichts Ungewöhnliches daran, Vegetarier zu sein. Im Gegenteil: Immer mehr Verbraucher verzichten auf Fleisch oder greifen zu pflanzlichen Alternativprodukten. Selbst Veganer sind im Mainstream angekommen, Supermarktketten umwerben sie in Fernsehspots! 

Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer des Lebensmittelverbands Deutschland; Foto: Santiago-Engelhardt

Das Beispiel zeigt, wie schnell sich gesellschaftliche Realitäten ändern können. Aber auch, wie konsequent die Lebensmittelwirtschaft auf die Anforderungen und Wünsche der Verbraucher eingeht. Sie bietet das an, was gekauft wird. Und was keiner kauft, verschwindet aus den Regalen. Das Prinzip von Angebot und Nachfrage funktioniert: Der mündige Bürger weiß am besten, was er will und zu welchem Preis. Genauso verhält es sich mit dem Thema Nachhaltigkeit, das uns seit ein paar Jahren intensiv beschäftigt und das bei vielen Verbrauchern einen hohen Stellenwert genießt. Nachhaltiges Wirtschaften liegt von jeher im ureigenen Interesse jedes ökonomischen Handelns und ist damit auch für die Lebensmittelwirtschaft von größter Bedeutung. Allerdings wird Nachhaltigkeit oft zu kurz gedacht und allein mit ökologischem Wirtschaften gleichgesetzt. Tatsächlich verbindet der Gedanke der Nachhaltigkeit wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit ökologischer Verantwortung und sozialer Gerechtigkeit. Nur wenn alle drei Komponenten in einem ausgeglichenen Verhältnis zueinanderstehen, ist Nachhaltigkeit wirklich um-gesetzt. Übrigens gibt es einen gewaltigen Unterschied zwischen einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion und einem „nachhaltigen Ernährungssystem“, von dem man hier und da liest. Bei letzterem schwingt nicht selten der Wunsch mit, die Ernährungsweise der Bürger in eine bestimmte Richtung zu lenken. Wir als Lebensmittelverband lehnen alle Versuche der politischen Beeinflussung ab. Der Verbraucher soll selbst entscheiden, was ihm schmeckt. Durch sein Einkaufsverhalten entscheidet er darüber, wie unsere Nahrungsmittel hergestellt werden. Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit hat die Lebensmittelwirtschaft viel investiert und große Erfolge erzielt. Beispiele dafür zeigen wir bei unserer Tour „Zukunft schmeckt“ (siehe www.zukunftschmeckt.de). Aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Den Durchbruch zu noch mehr Nachhaltigkeit erzielen wir nicht gegen den Markt, sondern mit ihm.

29. Apr 2026

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Lifestyle

Sommermomente in Nah und Fern – Ein Beitrag von Lena Martin (@inspirationdelavie), Reisebloggerin und Content Creatorin

Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Städtereisen sind dabei für viele längst zu einer der liebsten Formen geworden, kurze Auszeiten zu nehmen: Rund 34 Millionen Menschen in Deutschland zieht es jedes Jahr in eine Stadt. Dabei geht der Blick immer häufiger weg von den großen Klassikern wie Berlin oder Paris und hin zu Orten, die leiser erzählen, aber oft länger nachklingen. Städte wie Brügge mit ihren verwunschenen Gassen und stillen Grachten oder die Küstenregionen Andalusiens mit ihren weiten Ausblicken, kleinen Hafenstädten und dem lebendigen Málaga zeigen, wie viel Charme abseits der bekannten Routen steckt. Neben bekannten Sehnsuchtsorten wie Marseille oder Bremen stehen auf meiner persönlichen Bucket-List Städte wie Kopenhagen, Porto oder Gent. Orte, die Kultur, entspanntes Lebensgefühl und kulinarische Vielfalt auf ganz eigene Weise verbinden und genau deshalb im Gedächtnis bleiben. Innerhalb Deutschlands zeigt sich, wie unterschätzt viele Destinationen noch immer sind! Ob Regensburg, Bamberg oder Pottenstein im Süden, Jena und Dresden im Osten, Lüneburg und Lübeck im Norden oder Saarburg, Wiesbaden und Baden-Baden im Westen – jede Region hat ihre eigenen „Perlen“, die es zu entdecken gilt. Gerade diese Orte sind perfekt für den Trend des Slow-Travels: durch Altstädte schlendern, architektonische Details entdecken und zwischendurch immer wieder innehalten, um regionale Spezialitäten zu genießen. >Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Denn Kulinarik ist einer der wichtigsten Bestandteile moderner Städtereisen. Besondere Märkte, kleine Cafés, lokale Restaurants und kreative Food-Konzepte prägen das Erlebnis ebenso wie Sehenswürdigkeiten. Regionale Produkte, saisonale Gerichte und authentische Küche schaffen eine Verbindung zum Reiseziel, die weit über das Visuelle hinausgeht. Genau diese Mischung aus Entdecken und Genießen macht den Reiz vieler kleinerer Städte aus. Auch für Kurztrips und verlängerte Wochenenden bieten sich unzählige Möglichkeiten: Naturregionen wie das Fichtelgebirge, der Pfälzerwald oder der Schwarzwald verbinden Natur, kleine Wanderungen und Erholung mit kulinarischen Highlights. Ergänzt wird dieses Angebot durch charmante Kleinstädte und Ausflugsziele, die sich ideal für spontane Reisen eignen. Auch in unseren Nachbarländern zeigt sich dieses neue Reisegefühl ganz deutlich. Städte wie Straßburg, Dinant, Luxemburg oder Groningen stehen sinnbildlich für eine Art des Reisens, bei der es weniger um Größe oder Bekanntheit geht, sondern um Atmosphäre, Lebensgefühl und diese kleinen, unerwarteten Details, die einen Ort unverwechselbar machen. Der Sommer lädt dazu ein, Bekanntes neu zu entdecken und vor allem Unbekanntem eine Chance zu geben. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Die schönsten Reiseerlebnisse entstehen oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet – abseits der Touristenpfade, irgendwo zwischen kleinen Gassen, regionalen Köstlichkeiten und dem Gefühl, genau im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.