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3. Sep 2021

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Lifestyle

Ob im Wasser, auf der Matte oder an Geräten: Bewegung wirkt bei Rückenschmerzen Wunder

Journalist: Katja Deutsch

Auch wenn der Rücken richtig weh tut sollte man runter vom Sofa. Wir stellen die besten Sportarten gegen Rückenschmerzen vor.

Drei von vier Berufstätigen leiden hierzulande an Rückenschmerzen – so das Ergebnis einer Analyse der DAK 2018, die dazu Daten ihrer zweieinhalb Millionen Versicherer ausgewertet hat. Vor fünfzehn Jahren war es erst jeder zweite, der sich so vor Schmerzen krümmte, dass er sich deshalb krankschreiben ließ.

Auch wenn Männer etwas häufiger krankgeschrieben werden als Frauen und ältere Berufstätige öfter als jüngere, leiden alle Altersgruppen unter der Krux mit dem Kreuz. Denn wer tagsüber acht bis zwölf Stunden starr vor dem Rechner sitzt und abends zur Entspannung am liebsten den Fernseher einschaltet, der tut weder seinem Skelett noch seinen Gelenken, Sehnen oder Muskeln Gutes.

Besonders häufig treten Schmerzen im unteren Bereich des Rückens auf, doch auch die Bandscheiben und der Nacken schmerzen oft so stark, dass die Betroffenen kaum arbeiten können – sich aber oft trotzdem ins Büro schleppen. Neben einem besseren Umgang mit dem in fast allen Branchen stark gestiegenen Zeitdruck und Arbeitsumfang helfen vor allem Bewegung, Bewegung und noch mal Bewegung dabei, die Schmerzen besser in den Griff zu bekommen oder dauerhaft los zu werden. Gesünder als abends wieder nur zu sitzen ist es, zwei- bis dreimal pro Woche Sport zu machen. Hoch wirksam gegen die Schmerzen an der Körperrückseite wirken richtiges Schwimmen, Yoga und gezielte Fitness-Übungen.

Im Wasser kann man gut zur Ruhe kommen und Stress und Sorgen regelrecht wegspülen. Dabei verwechseln viele allerdings schwimmen mit baden. Um seinen eigenen Schwimmstil kontrollieren zu lassen, lohnt sich ein Besuch in einer Schwimmschule. Denn wer weiß schon, welche Bewegungen man wirklich unter Wasser macht? Schwimmbewegungen, die man als Kind gelernt hat, führt man als Erwachsener selten noch korrekt aus und Brustschwimmen mit durchgedrücktem Hohlkreuz, falschem Beinschlag und komischen Armbewegungen kann Rückenschmerzen sogar noch verstärken. Nur wer seinen Kopf bei jedem Zug unter die Wasseroberfläche bringt und beim Ausatmen schräg nach vorne blickt, hält seinen Nacken gerade. Wichtig ist zudem ein gutes Zusammenspiel aus Arm- und Beinbewegungen. Um den „Flow“ zu erlangen und leicht wie ein Fisch durchs Wasser zu gleiten, zieht man seinen Körper gleichmäßig zusammen und auseinander. Das stärkt Rumpf, Oberarme, Schultern, Arme und Beine – und macht Brustschwimmen zu einem tollen und entspannten Erlebnis.

Wer Kraulen kann, ist klar im Vorteil, denn hier liegt der Körper gestreckt im Wasser, wobei Kopf und Körper eine Linie bilden. Auch hier lohnt sich der kritische Blick vom Schwimmprofi, denn viele heben ihren Kopf beim Atmen zu stark über das Wasser und zeigen zu wenig Beinarbeit. Der Kopf sollte beim Ausatmen ebenfalls schräg nach vorne zeigen und nicht nach hinten.

Hilfreich bei Rückenschmerzen ist natürlich vor allem das Rückenschwimmen. Doch genauso wie Kraulen ist Rückenschwimmen in den oftmals überfüllten Schwimmbecken schwierig umzusetzen. Man sollte darauf achten, sein Kinn nicht auf der Brust abzulegen und nicht den Po abzuknicken – und natürlich den Beckenrand und die anderen Schwimmer im Blick haben.

Yoga bekämpft Rückenschmerzen in zweierlei Hinsicht: Es beruhigt und führt zu aktiver Entspannung, gleichzeitig lockert, stärkt und dehnt es die Muskulatur. Anfänger sollten eine Yogaschule besuchen, um neben der richtigen Durchführung der Haltungen und Bewegungsabläufe auch die dazugehörige Atmung zu lernen. Denn das richtige Atmen und bewusste Halten der Yogastellungen ist für die Harmonisierung von Körper und Geist sehr wichtig. Regelmäßiges Yoga führt zu körperlicher Geschmeidigkeit und vitaler Kraft, durch Yoga kräftigt man nicht nur Muskeln, sondern auch Organe. Jeden Morgen ein paar Mal das Sonnengebet zu machen ist ein guter Anfang, um gut durch den Tag zu kommen, doch wer bereits an starken Rückenschmerzen leidet, muss mehr dagegen tun. Für Schmerzen besonders in der Lendenwirbelsäule bietet Yoga extrem wirksame Übungen, um die verkürzten Bereiche zu dehnen und zu entkrampfen. Der unschlagbare Vorteil an Yoga ist die einfache Durchführbarkeit an so ziemlich allen Orten der Welt: Ob zuhause, im Büro, am Strand, selbst in einer Flugzeugtoilettelassen sich viele Übungen ausführen.

Fitness-Studiobetreiber wissen ebenfalls um die Probleme schlimmer Rückenschmerzen und bieten deshalb häufig Rückenkurse an beziehungsweise erweitern die „Bauch-Beine-Po“- Kurse zu „Bauch-Beine-Rücken-Po“-Kursen – für alldiejenigen, die nur trainieren, was sie sehen, also in erster Linie den Bauch und die Oberarme. Doch wer seine Bauchmuskulatur zum Sixpack formt, muss gleichzeitig an seine Rückenmuskulatur denken, sonst entsteht ein Ungleichgewicht, das seinerseits Schmerzen hervorrufen kann. In Fitness-Studios lässt sich die Rückenmuskulatur unter Anleitung mit Gewichten auf der Fläche sehr gut und effizient aufbauen, wer mehr Abwechslung möchte, besucht zusätzlich Kurse. Leicht zu Hause durchführen lassen sich Liegestützen, Arm- und Beinheben aus dem Vierfüßlerstand und Planking. Im Kraftraum können Rumpfheben, Reverse-Flys und seitliche Crunches beim gezielten Muskelaufbau helfen.

Bei schlimmen, akuten Schmerzen hilft eine vorsichtige Kombination aus Stretching, Mobilisation und Massage der schmerzenden Punkte. Kein Termin mehr frei beim Masseur? Dann holt man zwei Tennisbälle, legt sich diese unter den Rücken und rollt vorsichtig darauf hin und her. Auf Dauer ist der einzige Weg für ein Leben ohne Rückenschmerzen jedoch lebenslange, regelmäßige Bewegung. Welche, muss jeder für sich selbst herausfinden. Am besten kombiniert man richtiges Schwimmen, Yoga und Fitness.

29. Dez 2025

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Gesundheit

Gesund & Aktiv im Alter

### Pilates – tiefenwirksame Praxis Ideal für Best Ager: Das sanfte, gelenkschonende Ganzkörpertraining kann nicht nur mit eingeschränkter Beweglichkeit praktiziert werden, sondern wirkt auch altersbedingten Beschwerden entgegen. In jeder Pilates-Stunde werden neben Muskelkraft, Stabilität und Mobilität auch Koordination und Gleichgewicht trainiert. Die Übungen lassen sich im Sitzen, Stehen oder Liegen durchführen und werden an Fitnesslevel und Leistungsstand angepasst. Es werden dabei gezielt die tiefliegenden Muskeln in Bauch, Rücken und Beckenboden angesprochen – jene Muskulatur, die für Stabilität, Gleichgewicht und Sturzprävention wichtig ist. Regelmäßiges Training sorgt so für erhöhte Beweglichkeit, eine verbesserte Körperhaltung und Balance und kann sogar dauerhaft den Blutdruck senken. Um die richtige Atemtechnik zu erlernen, sollte unbedingt ein Einstiegskurs in dieser Altersgruppe besucht werden. Bei körperlichen Einschränkungen finden sich unter den rund 500 unterschiedlichen Bewegungsmuster immer genügend Ausweichübungen. ![pexels-roodzn-34314432 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_roodzn_34314432_ONLINE_01d8168c42.jpg) ### Schwimmen – schwerelos sporteln Auch diese Sportart kann Senioren uneingeschränkt empfohlen werden – bei konkreten Gelenkschmerzen fallen lediglich einzelne Schwimmstile ins Wasser beziehungsweise sollten durch andere ersetzt werden. Das Besondere: Im Wasser wird das Körpergewicht um ein Vielfaches aufgehoben. Bedingt durch die Schwerelosigkeit werden die Gelenke geschont und die Muskeln sanft trainiert – und zwar alle großen Muskelgruppen. Schwimmen ist quasi ein Allrounder, denn die Aktivität verbessert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Regelmäßiges Training stärkt das Herz-Kreislauf-System, regt den Stoffwechsel an und kann sogar die Cholesterinwerte senken. Es kommt sogar noch besser: Das Immunsystem wird gestärkt, Stress abgebaut und die Koordination verbessert. Von den komplexen Bewegungsabläufen profitieren übrigens auch die kognitiven Fähigkeiten: Studien belegen, dass regelmäßiges Schwimmen das Demenzrisiko senken beziehungsweise einen Demenzverlauf positiv beeinflussen kann. Wer mit sämtlichen Schwimmstilen Schwierigkeiten hat, kann es mit Aqua-Fitness versuchen. ![pexels-pavel-danilyuk-6874403 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pavel_danilyuk_6874403_Online_a2532ecc8e.jpg) ### Nordic Walking – echter Selbstläufer Die gelenkschonende Alternative zum Joggen gehört wahrscheinlich zu den beliebtesten Best Ager-Sportarten. Kein Wunder: Nordic Walking ist einfach umzusetzen, stärkt die Muskulatur, verbessert die Koordination und Körperhaltung und fördert die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Durch den Stockeinsatz wird nicht nur der Bewegungsapparat entlastet, sondern zusätzlich Arm-, Schulter- und Rückenmuskulatur trainiert. Das ursprünglich für finnische Skilangläufer entwickelte Sommertraining reguliert den Blutdruck und trainiert die Herzgefäße: Das Herz wird kräftiger durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Darüber hinaus aktiviert regelmäßige Praxis den Hormonhaushalt, stärkt das Immunsystem und beugt Osteoporose und Altersdiabetes vor. Die koordinierte Bewegung festigt die Balance und fördert die koordinativen Fähigkeiten des Gehirns. Darüber hinaus wirkt sich die Bewegung in der freien Natur positiv auf die Psyche aus: Stress kann abgebaut und depressiven Verstimmungen entgegenwirkt werden. Wer nicht allein walkt, hat auch im sozialen Bereich einen echten Lauf. ![pexels-pack2ride-85580365-8934510 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pack2ride_85580365_8934510_ONLINE_ca5f7bad72.jpg) ### Radfahren – läuft wie geschmiert Für das Fahrrad ist man im Grunde nie zu alt. Bei moderatem Tempo ist die gelenkschonende Aktivität ein optimales Ausdauertraining, welches das Herz-Kreislauf-System auf sanfte Weise in Schwung bringt. Neben Herz und Lunge werden eine Reihe von Muskelgruppen (insbesondere die Beinmuskulatur) gestärkt. Darüber hinaus kräftigt Radfahren das Immunsystem und beeinflusst das vegetative Nervensystem positiv. Es ist zudem eine herrliche Schulung für Koordination und Gleichgewicht: Eine Studie belegt bei aktiven älteren Fahrradfahrenden weniger Stürze im Alltag. Ein weiteres Plus für Best Ager: Biken trainiert die Gehirnleistung und stärkt kognitive Funktionen. Auch die mentale Gesundheit profitiert, denn die Kombination aus Bewegung und Naturerlebnis wirkt stressabbauend und stimmungsaufhellend. Studien betonen zudem eine Stärkung sozialer Kontakte durch den erweiterten Aktivitätsradius, welche sich ebenfalls positiv auf die Psyche auswirkt.

29. Dez 2025

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Gesundheit

Warum die Zukunft pflanzlich isst – mit Katrin Kasper, PR-Expertin für pflanzliche Ernährung und Foodtrends

![Katrin Kasper_credit_Dennis Williamson Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Katrin_Kasper_credit_Dennis_Williamson_Online_358773f745.jpg) ``` Katrin Kasper, PR-Expertin für pflanzliche Ernährung und Foodtrends ``` Immer mehr Menschen essen weniger Fleisch, Wurst und Milchprodukte. Sie ernähren sich pflanzlicher – nicht, weil sie müssen, sondern weil sie können. Sogar Discounter eröffnen heute eine vielfältige, genussvolle Welt an pflanzlichen Lebensmitteln. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Es geht nicht um Verzicht, sondern um eine Bereicherung: Neue Aromen, neue Texturen, neue Möglichkeiten – die pflanzliche Küche ist längst dort angekommen, wo Genuss, Gewissen und Gesundheit zusammenfinden. Das Bewusstsein dafür wächst, wie sehr uns diese Ernährungsform guttut. Viele spüren bereits nach kurzer Zeit, wie sich mehr Leichtigkeit, Energie und Wohlbefinden einstellen. Pflanzlich zu essen wird zu einer Form von Selbstfürsorge und Wertschätzung – für den eigenen Körper ebenso wie für die Natur, unsere Mitgeschöpfe und die Gesellschaft. Nur ein Beispiel: Die internationale Forschungsgruppe Zero Carbon Analytics rechnet vor, wie weniger Fleischkonsum unser Gesundheitssystem entlasten würde: In Deutschland könnten 1,9 Milliarden Euro für Medikamente und Behandlung eingespart werden – genug, um 36.500 Pflegekräfte zu beschäftigen. Doch im Kern geht es um etwas anderes: um eine neue Idee von Luxus. Nicht stur am Gestern festhalten, sondern das Bessere entdecken. Eine pflanzenbetonte Ernährung öffnet Türen, statt sie zu schließen. Pflanzlicher zu essen bedeutet deshalb kein radikales Umdenken. Sondern die Einladung, Neues auszuprobieren – und direkt zu spüren, wie gut es tut. Mein Tipp: Essen Sie neugierig!