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17. Mär 2023

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Gesellschaft

Problemfaktor Zement für nachhaltigen Beton

Journalist: Theo Hoffmann

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Foto: Haneen Krimly/unsplash

Es ist vor allem der Zement, der die Klimabilanz des Betons so gewaltig senkt. Allein vier bis acht Prozent der CO2-Emissionen sind der Herstellung dieses Beton-Bestandteils geschuldet. Und die Frage, ob man besser ab-reißen und neu bauen oder Bestandsgebäude angesichts dieser Zahlen nicht lieber sanieren sollte, tritt immer häufiger auf. 

Es ist zum einen die enorme Energie, die bei der Zementklinker-Herstellung für die Drehofenrohre benötigt wird, aber auch die Entsäuerung von Kalkstein, trägt zu den hohen Werten bei. Aber Auswege sind in Sicht, denn angesichts des kontinuierlich steigenden Baubedarfs – vor allem in den Metropolen – und wegen der für die Hersteller dramatisch steigenden Preise für CO2-Zertifikate, wird gehandelt. Dabei stehen vor allem die Ofentechniken und Filteranlagen im Fokus. Zudem kommen mittlerweile nur noch circa 30 % fossile und 70 % alternative Brennstoffe zum Einsatz. Zu diesen alternativen Brennstoffen gehören sowohl Müll als auch Tiermehl und Klärschlamm. 


Weiter gekommen ist
die Forschung auch bei der Verwendung von Biomasse- und Wasserstoff-Brennstoffen. Die Industrie weiß um ihre große Verantwortung und verpflichtet sich selbst, bis 2030 den CO2-Ausstoß bei der Zementherstellung deutlich zu senken. Bis 2045 will man, dem Klimaschutzgesetz gerecht werdend, eine kohlenstoffdioxidneutrale Produktion des Bindemittels Zement erreichen. Bei all-dem darf ein bestimmter Anteil des Zementklinkers im Beton aus technischen Gründen nicht unterschritten werden. Deshalb forscht man auch daran, die Abscheidung und anschließend langfristige Speicherung von CO2 mit sogenannten Carbon-Capture-Technologien besser in den Griff zu bekommen.

18. Mär 2026

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Gesellschaft

Hören macht klug

Kaum läuft der Lieblingssong, wird aus dem Kinderzimmer eine Bühne. Es wird gehüpft, getanzt, gerappt und mitgesungen. Musik bringt positive Energien ins Leben – und kann noch viel mehr: Musik stärkt das Arbeitsgedächtnis von Kindern, also die Fähigkeit, Informationen kurzzeitig zu speichern und zu verarbeiten. Damit Kinder neue Inhalte verstehen und anwenden können, braucht das Arbeitsgedächtnis eine ausreichend große Kapazität. Ist diese noch nicht altersgemäß entwickelt, kann das Lernen zur Herausforderung werden. Musik wirkt da im Kopf wie Fitness. Als gezieltes Gedächtnistraining, mit der die geistige Leistungsfähigkeit, schon im Vorschulalter, gefördert und somit das spätere Lernen erleichtert wird. Hörspiele ergänzen diese Reise in die Klangwelt: Kinder konzentrieren sich auf das gesprochene Wort und lernen Geschichten aus Stimmen, Geräuschen und Musik zu visualisieren. Statt auf Bilder zu schauen, erschaffen sie diese selbst im Kopf. Das fördert die Fantasie, Sprachentwicklung und Konzentration. Auch Singen macht Sprache lebendig. Mit Reimen, Wiederholungen und eingängigen Melodien entdecken Kinder neue Wörter und Satzmuster ganz intuitiv. Dabei wächst nicht nur ihr Sprachgefühl, sondern auch das Wir-Gefühl: Beim gemeinsamen Singen hören sie aufeinander, reagieren im Takt und erleben echtes Miteinander. Wenn die Musik dann in Bewegung übergeht, wird aus Rhythmus Körpergefühl. Tanzen stärkt Motorik, Koordination und Selbstvertrauen. >Musik wird damit zum Sprachrohr für Gefühle. Sie bieten einen sicheren Raum, der Kinder ihre Emotionen erkennen, ausdrücken und verstehen lernen lässt. Was sich in den letzten Jahren deutlich verändert hat, ist die musikalische Sprache, in der all das passiert. Moderne Kinderlieder lösen sich zunehmend vom pädagogischen Zeigefinger und suchen die Nähe zur Popkultur. Statt bravem Gitarrenfolk vom Pädagogen in Latzhose mit Mitmachliedern übers Zähneputzen, erklingen Hip-Hop-Beats, Indiepop und Reggae-Grooves. Die Texte greifen Themen auf, die Kinder beschäftigen: Familienalltag, Freundschaft, kleine Wutanfälle oder erzählen vom Mut, das erste Mal auf dem Fahrrad zu fahren. Musik wird damit zum Sprachrohr für Gefühle. Sie bieten einen sicheren Raum, der Kinder ihre Emotionen erkennen, ausdrücken und verstehen lernen lässt. Und ja – wenn das Lieblingslied zum hundertsten Mal läuft, nervt es vielleicht ein bisschen weniger, wenn der Text nicht von Reimen auf Hände waschen handelt, sondern davon, dass Eltern auch nur Menschen sind. Was einen Song besonders „kindertauglich“ macht, ist trotzdem eine Wissenschaft. Laut einem Bericht der New York Post¹ haben Forschende aus Sheffield herausgefunden, dass dazu ein Tempo zwischen etwa 60 und 120 BPM gehört, also ein Rhythmus, bei dem es sich gut mitwippen lässt; eingängige Wiederholungen sowie eine klare, positive Klangstruktur. Kommt Ihnen bekannt vor? Das sind genau die Zutaten, die es für einen guten Ohrwurm braucht. ¹ New York Post: „‘Radio Ga Ga’ is scientifically proven to be a perfect kids song“, 6. August 2024.