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3. Sep 2021

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Lifestyle

"So bleibt man auf dem Spielfeld des Lebens gesund."

Journalist: Katja Deutsch

Gesundheitsexpertin Charlotte Karlinder betrachtet Gesundheit als Fußballfeld – mit vier Eckpfeilern. 

Manche Menschen können mit Mitte 50 kaum noch Treppen steigen, andere treffen sich mit 60 Jahren täglich zum Joggen. Schicksal? „Nein!“, widerspricht Charlotte Karlinder, schwedisch-deutsche Gesundheitsexpertin und Fernsehmoderatorin. „Wenn man ein gutes Leben hat, bleibt man viele Jahre länger gesund und beweglich und braucht erst weitaus später Medizin.“ Doch was macht ein gutes Leben eigentlich aus? Wünscht sich nicht jeder ein gutes und gesundes Leben?

„Ich betrachte Gesundheit als eine Art Fußballfeld, als Feld mit den vier großen Eckpfeilern ‚Eat‘, ‚Move‘, ‚Relax‘ und ‚Connect‘, erklärt Charlotte Karlinder. 

„Man muss sich eigentlich nur innerhalb dieses Spielfelds bewegen, um gesund zu bleiben.“ Wer täglich diese vier Punkte berücksichtigt, also über seine Ernährung nachdenkt, sich bewegt, an regelmäßige Auszeiten denkt und seine sozialen Kontakte pflegt, stelle die Weichen für ein gesundes Alter in die richtige Richtung. Dass es manchmal nicht realistisch sei, alle vier Punkte gleichermaßen zu beachten, sei klar. „Doch man sollte nicht zu oft und zu weit über den Spielfeldrand hinausschießen, sonst wird es ungesund“, sagt die Moderatorin von „Gesünder mit Karlinder“ (Sat.1). 

Für viele sei Intervallfasten mit 16-stündiger Nahrungsunterbrechung ein gutes Mittel zur Vermeidung von Übergewicht, andere bräuchten auf jeden Fall ein Frühstück. Fest steht: Nimmt man mehr Kalorien auf, als man verbraucht, wird man übergewichtig und krank. 

Das Vermeiden zuckerhaltiger Getränke mag noch zu schaffen sein, doch was tun, wenn einen nach einem anstrengenden Arbeitstag abends regelmäßig der große Heißhunger befällt? „Dagegen empfehle ich Bitterstoffe: ‚Heidelbergers Sieben Kräuter‘, ein Pulver, von dem man dreimal am Tag einen Löffel voll einnimmt und diesen mit Wasser hinunterspült. Danach hat man wirklich keinen Hunger mehr“, schwärmt die 46-jährige. Ursprünglich sind diese Bitterstoffe ein Schutz, den die Pflanzen produzieren, um nicht gefressen zu werden.

Doch sie mindern nicht nur den Appetit gefräßiger Wald- und Wiesenbewohner, sondern auch den von uns Zweibeinern. Eine aus Fast Food bestehende Ernährung führt zu permanenter Übersäuerung und diese fördert Entzündungsreaktionen im Körper. Und nun erwähnt die lebensfrohe Moderatorin noch einen regelrechten Teufel, der den ganzen Körper kaputt macht: Transfette, gehärtete, pflanzliche Fette. Das Gemeine an ihnen ist, dass sie so gut schmecken, denn sie sind es, die unser Essen schön knusprig machen. Pommes Frites, Kekse, Fischstäbchen, all diese Dinge haben die Eigenschaft, die Zellmembran zu zerstören. Durch die giftigen Transfette verliert die Membran ihre Durchlässigkeit und wird starr, wodurch weder Nährstoffe aufgenommen noch Abfallstoffe ausgeschieden werden können. „Das macht den Körper krank“, warnt die zweifache Mutter. „Denn alles hängt zusammen: Durch Übersäuerung und Transfette wird der Körper schlecht versorgt und gleichzeitig setzen sich diese Fette in den Arterien ab und verstopfen diese. Das Ergebnis kann Krebs, Diabetes, Schlaganfall und Herzinfarkt sein.“ 

Die Gesundheitsexpertin kennt einen ganz einfachen und fast kostenlosen Trick für gesunde Arterien: Wer morgens und abends ein lauwarmes Glas Wasser trinkt, hält diese gesund. Und einen weiteren guten Tipp hat sie auch noch parat: Es ist auf Dauer leichter, komplett auf Zucker zu verzichten, als wenig davon zu essen, denn wer auf Zucker verzichtet, hat nicht das Problem des ständig wechselnden Blutzuckerspiegels. Bereits nach einer Woche ohne Zucker hat sich der Körper daran gewöhnt. 

Viele Menschen können zwar mit den beiden Eckpfeilern Ernährung und Bewegung etwas anfangen, vernachlässigen aber den Punkt der Entspannung. Gerade Berufsanfänger schuften oft im wahrsten Sinne des Wortes bis zum Umfallen, weil sie mit so viel Energie und Engagement in den ersten Job starten. Doch wenn man den Punkt „Relax“ nicht beachtet, kann man direkt in den Burnout schlittern – der teilweise irreparabel ist. „Meditation ist ein probates Mittel zur Vorbeugung, doch das ist vielen zu abstrakt“, sagt Charlotte Karlinder. „Aber sich ruhig hinzusetzen und sich eine Minute lang auf nichts als auf seine Atmung zu konzentrieren, das kann jeder schaffen.“ Das lässt sich sogar im stressigen Büroall-tag umsetzen – für den die Moderatorin zu einem kleinen Trick rät: Einfach mal häufigere und längere Toilettenpausen einlegen, wenn man das Gefühl hat, dass einem alles zu viel wird. 

Menschen, die gesund und glücklich alt werden, verfügen auch über genügend Sozialkontakte in der nahen Umgebung. „Es macht sich auf die Jahre gesehen deutlich bemerkbar, wenn man am Stein schleift. Schon Kleinigkeiten machen einen Unterschied, um am Ende glücklicher zu sein. Glück ist kein Ort, an dem man lebt. Glück ist eine Insel, die man besucht. Und solange wir das ein paar Mal am Tag machen, ist man ein glücklicher Mensch.“

27. Mär 2026

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Lifestyle

Zwischen Feinschliff und Neuanfang

![Helen Briem_(c)_Frank Föhlinger (2) Online.JPG](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Helen_Briem_c_Frank_Foehlinger_2_Online_23388c2dce.JPG) Helen Briem (20) ist eine der größten Hoffnungsträgerinnen im deutschen Golfsport. Nach ihrer Zeit als Weltranglistenerste bei den Amateuren und beeindruckenden Auftritten auf der Ladies European Tour schlägt sie nun bereits in ihrer zweiten Profi-Saison auf der prestigeträchtigen LPGA-Tour ab. **Welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihrer Vorbereitung?** Ich möchte wieder mehr Konstanz in mein langes Spiel bringen, vor allem aus der Tee Box. Daher arbeite ich intensiv an meinem Schwung. Aber auch das Putten steht im Fokus. Zudem werde ich ein paar Tage früher zum ersten Turnier anreisen, um dort auf Rasen und unter Turnierbedingungen den letzten Feinschliff zu bekommen. **Worauf sind Sie mit Blick auf die kommenden Monate gespannt?** Ich freue mich auf meine erste Saison auf der LPGA, werde aber auch das ein oder andere LET-Turnier spielen. Das ist jedoch recht schwer zu planen. Daher bin ich gespannt, welche Turniere ich schlussendlich spielen werde und, ob es vielleicht sogar für das ein oder andere Major reicht. **Was gibt Ihnen auf dem Platz Vertrauen?** Ich versuche, mich auf meinen Rhythmus zu fokussieren. Ich weiß auch, dass es meist einen nächsten Tag gibt, an dem es wieder besser laufen kann. Außerdem stehen auf der Scorekarte keine Bilder – der Ball muss ins Loch, nicht jeder Schlag muss perfekt aussehen. Genau das rate ich auch Amateurgolfern: den Fokus auf den Rhythmus legen und sich nicht auf perfekte, sondern auf effektive Schläge konzentrieren. ![Nicolai von Dellingshausen_(c)_Frank Föhlinger Online .jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Nicolai_von_Dellingshausen_c_Frank_Foehlinger_Online_c8e56cb3d7.jpg) Nicolai von Dellingshausen (33) absolviert dieses Jahr seine vierte volle Saison auf der DP World Tour. Im vergangenen Jahr feierte er in Österreich seinen Premierensieg in der europäischen Eliteklasse und krönte die Spielzeit als bester Deutscher im Gesamtranking. **An welchen Details arbeiten Sie jetzt besonders, um sich optimal auf die Turniere einzustellen?** Ich arbeite vor allem daran, eine bessere Balance zwischen Belastung und Regeneration zu finden. Ich versuche, dieses Jahr bewusster zu planen und gleichzeitig die spielerischen und mentalen Fortschritte aus 2025 weiterauszubauen. **Welche Erwartungen haben Sie für diese Saison?** In der Vergangenheit haben meine Erwartungen selten zu etwas Positivem geführt. Daher versuche ich mich davon zu lösen. Wichtiger sind für mich die Standards, die ich mir über die Zeit erarbeitet habe – sowohl im spielerischen als auch im mentalen Bereich. Diese möchte ich nicht nur halten, sondern weiterentwickeln. **Wie gelingt es Ihnen, in entscheidenden Momenten fokussiert zu bleiben?** Es hilft mir, meine Gefühle in dem Moment bewusst wahrzunehmen und ehrlich zu mir zu sein. Dieses Annehmen von Druck oder Nervosität sorgt für Klarheit und gibt mir das Vertrauen, auch in schwierigen Momenten die richtigen Entscheidungen zu treffen. ![Max Kieffer_(c)_Frank Föhlinger_U (1) Kopie Online.JPG](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Max_Kieffer_c_Frank_Foehlinger_U_1_Kopie_Online_8aacbd4d7b.JPG) Max Kieffer (35) zählt seit über einem Jahrzehnt zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Golfsports. Nachdem der Düsseldorfer beeindruckende 13 Jahre ununterbrochen auf der DP World Tour aktiv war, nutzt er die Erfahrungen einer herausfordernden vergangenen Saison nun als Ansporn für einen fokussierten Neustart im kommenden Jahr. **Welche Themen stehen im Vordergrund?** Aktuell liegt mein Fokus vor allem darauf, mein Eisenspiel und mein Putten wieder auf ein höheres Level zu bringen. Im Eisenspiel ist es eine Mischung aus gezieltem Techniktraining und dem Übertragen der technischen Anpassungen auf den Platz. **Was nehmen Sie sich für diese Saison vor?** Ergebnistechnisch ist mein klares Ziel, mir die Tour-Karte der DP World Tour zurückzuholen. Gleichzeitig möchte ich mein Spiel weiterentwickeln und wieder auf ein hohes Level bringen. **Was hilft Ihnen, nach Rückschlägen den Kopf wieder freizubekommen?** Golf darf man nicht zu ernst nehmen. Rückschläge gehören dazu. Und mir hilft es, bewusst aus der Turnier-Bubble herauszukommen und Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Das rate ich auch Hobbygolfern: sich von schlechten Runden nicht zu sehr mitnehmen zu lassen und den Spaß am Spiel zu bewahren. ![Alexandra Försterling_(c)_Frank Föhlinger_2 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Alexandra_Foersterling_c_Frank_Foehlinger_2_Online_d89ae6c7c0.jpg) Alexandra Försterling (26) zählt zu den erfolgreichsten deutschen Golferinnen der vergangenen Jahre. Die Berlinerin startete 2023 als Profi durch, konnte seitdem bereits viermal auf der Ladies European Tour gewinnen und durfte bei den olympischen Spielen für das Team Deutschland antreten. **Woran arbeiten Sie in Ihrer Vorbereitung auf die neue Saison besonders?** Aktuell arbeite ich intensiv an meinem Schwung, da sich dafür die Saisonpause am besten eignet. Gleichzeitig lege ich großen Wert auf körperliche Regeneration, um nach meiner Verletzung 2025 wieder mein volles Potenzial zu erreichen. **Mit welchen Zielen gehen Sie in diese Saison?** Mein Ziel ist es, wieder im Siegerkreis zu stehen. Gleichzeitig möchte ich in jedem Turnier mein Bestes geben, geduldig bleiben, meinem Spiel vertrauen und die Freude am Golf bewahren. **Was hilft Ihnen, in Drucksituationen ruhig zu bleiben?** In Drucksituationen hilft mir die Konzentration auf meine Bauchatmung. Das beruhigt mich und senkt den Puls. Zudem lenke ich mich kurz ab, etwa durch ein lockeres Gespräch mit meinem Caddie. Das können auch Freizeitgolfer übernehmen: Ruhig atmen, im Moment bleiben und sich nicht von der Situation überwältigen lassen.