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11. Jun 2026

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Gesellschaft

Stadt, Rad, Freiheit

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: Alessandro Santoro/unsplash

Die City der Zukunft fährt leiser: Warum E-Bikes urbane Mobilität einfacher und alltagstauglicher machen.

Wer morgens durch deutsche Innenstädte fährt, merkt schnell: Mobilität verändert sich. Wer morgens durch Berlin, Hamburg oder Köln fährt, sieht weniger das Ende des Autos als den Beginn einer neuen Mischung: Bahn, Bus, Sharing, Fußweg und E-Bike greifen ineinander. Entscheidend ist nicht, womit man theoretisch am schnellsten wäre, sondern was im Alltag funktioniert. Genau hier gewinnt das Fahrrad wieder an Selbstverständlichkeit. Es braucht wenig Platz, verursacht lokal keine Emissionen und macht aus dem Arbeitsweg keinen täglichen Kampf gegen Stau, Parkplatzsuche und Zeitverlust.

Dass dieser Wandel kein Nischenthema mehr ist, zeigen die Zahlen. Der Zweirad-Industrie-Verband beziffert den Bestand an Fahrrädern und E-Bikes in Deutschland für 2025 auf 90,6 Millionen Stück. Der E-Bike-Bestand ist seit 2020 um fast zehn Millionen auf 17,2 Millionen gestiegen. Fast ein Viertel der EU-Bevölkerung fährt mindestens einmal pro Woche Rad. Urbane Mobilität wird elektrischer und stärker auf individuelle Wege zugeschnitten. Städte investieren in Radwege, Abstellanlagen und neue Mobilitätskonzepte. Gleichzeitig wächst der Wunsch vieler Menschen, unabhängiger von festen Fahrplänen und vollen Straßen zu werden.

Für viele liegt der Reiz des E-Bikes darin, dass es die Verkehrswende unaufgeregt in den Alltag übersetzt. Kein Blick auf den Fahrplan, kein Warten auf den Anschluss und oft auch keine Parkplatzsuche. Einkäufe, Kita, Büro oder Verabredung: Strecken zwischen wenigen und zehn Kilometern gehören zu den häufigsten Wegen im Stadtverkehr. Zu weit für einen Spaziergang, oft zu kurz für ein Auto, das sich durch dichten Verkehr bewegt. Ein E-Bike verändert Gewohnheiten. Es nimmt Gegenwind und Steigungen ihren Schrecken und macht das Fahrrad auch für Menschen attraktiv, die nicht in Sportkleidung zur Arbeit fahren möchten.

Wer morgens pünktlich ins Büro, zur Schule oder zum nächsten Termin kommen muss, sucht nach Verkehrsmitteln, die unabhängig von Staus und Parkplatzsuche funktionieren.

Dabei geht es längst nicht mehr nur um Nachhaltigkeit. Für viele Pendler zählt inzwischen vor allem eines: Verlässlichkeit. Wer morgens pünktlich ins Büro, zur Schule oder zum nächsten Termin kommen muss, sucht nach Verkehrsmitteln, die unabhängig von Staus und Parkplatzsuche funktionieren. Moderne Fahrräder und E-Bikes werden deshalb zunehmend als vollwertige Verkehrsmittel wahrgenommen. Sie verbinden Flexibilität mit einem überschaubaren Platzbedarf und lassen sich unkompliziert mit Bus und Bahn kombinieren. Gerade jüngere Menschen betrachten Mobilität immer weniger als Besitzfrage, sondern als Teil eines flexiblen Alltags.

Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Gesundheit. Wer regelmäßig kurze Wege mit dem Fahrrad zurücklegt, integriert Bewegung ganz selbstverständlich in den Alltag. Anders als beim geplanten Sport entsteht körperliche Aktivität nebenbei. Das macht das Rad für viele Menschen attraktiv, die im Berufsleben wenig Zeit für zusätzliche Bewegung finden und dennoch aktiv bleiben möchten.

Die Veränderungen wirken unscheinbar. Ihre Wirkung im Alltag ist trotzdem groß. Die Zukunft der Innenstadt wird nicht allein durch neue Technologien entschieden. Sie entsteht dort, wo Menschen morgens ohne große Planung loskommen. Wo Radwege sicher sind, Wege unkompliziert zurückgelegt werden können und Mobilität nicht zur Belastung wird. Wenn Städte lebenswerter werden sollen, brauchen sie genau solche einfachen Lösungen. Nicht als große Revolution, sondern als praktische Antwort auf eine alltägliche Frage: Wie komme ich heute möglichst unkompliziert durch die Stadt?

22. Apr 2026

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Gesellschaft

Green Fishing – mit Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF

![Josef_Bild_2 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Josef_Bild_2_Online_bfe4ca7f26.jpg) ``` Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF ``` **Was kann die Angel-Community dazu beitragen, unsere Gewässer langfristig schützen?** „Jeder Angler sollte seinen Platz besser hinterlassen, als er ihn vorgefunden hat, also auch Müll anderer mitnehmen und Auffälligkeiten melden. Die Sensibilität dafür ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Viele Angler engagieren sich aktiv für saubere Gewässer. Mein Freund Jan Ebel organisiert z. B. mit seinem Verein „Spreepublik“ regelmäßig Clean-ups in Berlin, bei denen Elektroscooter und anderer Schrott aus der Spree gefischt werden. Solche Aktionen zeigen, wie wichtig das Engagement der Angler für den Gewässerschutz ist. Mit der wachsenden Zahl an Hobbyfischern steigt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit noch mehr, und viele Marken reagieren darauf, z. B. mit umweltfreundlicheren Angelködern. Beim Raubfischangeln mit Kunstködern nimmt die Nachfrage nach phthalatfreien Gummimischungen zu. Catch & Release (C&R), also das Fangen und Freilassen hingegen ist in ein kontroverses Thema. Mir ist wichtig, den gefangenen Fisch zu verwerten und der Angelei damit einen Sinn zu geben – das ist auch das Konzept unseres YouTube-Kanals BROSEF: Wir fangen Fisch zum Verzehr und zeigen, wie einfach und lecker man ihn zubereiten kann. C&R hat jedoch seine Berechtigung, um Fische, die dem regionalen Schonmaß unterliegen, wieder in das Gewässer zu geben. Wie es beispielsweise die „Müritzfischer“ nicht nur bei kleinen, auch bei großen Fischen mit starken Genen praktizieren und somit die Produktivität des Gewässers aufrechterhalten. Wichtig beim Release ist natürlich der schonende Umgang: kurze Luftzeiten und befeuchtete Hände, um die Schleimhaut der Fische nicht zu beschädigen. Solche Grundlagen lernt jeder Angler bereits in der Prüfung.“