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29. Sep 2026

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Wirtschaft

Warum Strom für den Mittelstand zur strategischen Ressource wird – mit Jochen Schneider, Geschäftsführer der Wattstor GmbH

Journalist: Katja Deutsch

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Foto: Wattstor GmbH, Andreas Jacob

Strom war für viele Unternehmen lange vor allem ein Kostenfaktor. Doch inzwischen wird die Energieversorgung zunehmend zu einer strategischen Frage, denn volatile Strompreise, Elektrifizierung, steigende Energiebedarfe und höhere Anforderungen an Nachhaltigkeit stellen mittelständische Unternehmen vor neue Herausforderungen. Gerade für energieintensive Betriebe können Stromkosten die Wettbewerbsfähigkeit spürbar beeinflussen, gleichzeitig wächst die Bedeutung einer zuverlässigen und planbaren Versorgung.

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Jochen Schneider, Geschäftsführer der Wattstor GmbH

Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und intelligentes Energiemanagement eröffnen neue Möglichkeiten. Sie ermöglichen es, Energie selbst zu erzeugen, Verbrauch und Erzeugung besser aufeinander abzustimmen und stärker auf Preisschwankungen zu reagieren. Wer seine Stromversorgung heute aktiv gestaltet, kann ohne Investitionskosten besser kalkulieren, Versorgungssicherheit erhöhen und langfristig Wettbewerbsvorteile schaffen.

Jochen Schneider ist Geschäftsführer der Wattstor GmbH. Im Interview erklärt er, weshalb Wattstor ein „Next Generation Stromanbieter“ ist – und warum gerade der Mittelstand davon nur profitieren kann.

Herr Schneider, Wattstor ist ein „Next Generation Stromversorger“. Was versteht man darunter? Unser Konzept lässt sich im Wesentlichen auf drei Begriffe reduzieren: lokale Stromerzeugung, smartes Energiemanagement und langfristige Partnerschaften. Lokale Stromerzeugung bedeutet, den Strom dort zu erzeugen, wo er dann auch verbraucht wird. Wir setzen dabei vor allem auf Photovoltaik kombiniert mit Batteriespeichern. Dadurch entsteht ein dezentrales Energiesystem, bei dem Strom möglichst direkt vor Ort erzeugt und genutzt wird. Leistungsfähige Software verbindet die Anlagen, Speicher und Verbraucher, steuert sie intelligent und sorgt dafür, dass alles optimal zusammenspielt. Unsere Anlagen sind individuell auf den Kunden zugeschnitten und auf eine langfristige Zusammenarbeit von 10, 15 oder 20 Jahren ausgelegt. So schaffen wir über viele Jahre einen nachhaltigen wirtschaftlichen Vorteil.

Wattstor verbindet Batteriespeicher, Photovoltaik und intelligente Energiemanagement-Software. Welchen Vorteil bringt diese Kombination? Unser Vorteil ist ein voll integriertes Gesamtsystem aus Photovoltaik, Batteriespeicher und intelligenter Software. Wir stimmen alle Komponenten aufeinander ab und übernehmen Planung, Bau, Finanzierung und Betrieb. Unsere Kund:innen beziehen den Strom, ohne selbst zu investieren oder technische Risiken tragen zu müssen, und gleichzeitig optimieren wir die Anlage laufend und sorgen für mehr Unabhängigkeit von Strompreisen und Marktschwankungen.

Unser Konzept lässt sich im Wesentlichen auf drei Begriffe reduzieren: lokale Stromerzeugung, smartes Energiemanagement und langfristige Partnerschaften.

Was ist der Unterschied zwischen Ihrem Price Protect und einem klassischen Stromvertrag? Wir verbinden das Beste aus zwei Welten: einen garantierten Preis mit einer festen Obergrenze – und gleichzeitig die Flexibilität eines dynamischen Tarifs. Für unsere Kund:innen bedeutet das Planungssicherheit nach oben und die Möglichkeit, von günstigen bzw. negativen Marktpreisen zu profitieren. So lassen sich Stromkosten langfristig kalkulieren, ohne auf die Vorteile eines flexiblen Strommarkts zu verzichten. Unser Modell ist besonders für Unternehmen interessant, die keine eigenen Ressourcen für Energieinfrastruktur und Energiemanagement aufbauen möchten.

Was ist Ihr größter Wettbewerbsvorteil? Unser größter Vorteil ist die integrierte Lösung aus einer Hand in einer langfristigen Partnerschaft. Wir übernehmen Technik, Finanzierung und Betrieb und stimmen alle Elemente intelligent aufeinander ab. Unsere Kund:innen haben somit nur einen Ansprechpartner, keinen organisatorischen Aufwand und kein finanzielles Risiko.

Sie sind seit 25 Jahren in der Energiebranche unterwegs. Was hat Sie zu Wattstor gezogen? In den rund 20 Jahren, in denen ich mich bereits mit Themen der Energiewende beschäftige, habe ich gelernt, dass die Zukunft in der integrierten Betrachtung von Technologie, Software, Finanzierung und Energieversorgung liegt. Genau diesen Ansatz setzen wir bei Wattstor um. Wir haben schon mehr als 200 Projekte in ganz Europa umgesetzt und die Wattstor GmbH ist bereits das vierte Unternehmen, das ich aufbaue.

Wer sollte sich jetzt an Sie wenden? Unsere Zielgruppe sind Geschäftsführer:innen im Mittelstand, die sich nicht jedes Jahr aufs Neue mit dem Thema Strom beschäftigen wollen. Sie möchten ihre Energieversorgung langfristig lösen, auf lokal erzeugte, grüne Energie setzen und sich damit unabhängiger von Marktschwankungen machen.

In den rund 20 Jahren, in denen ich mich bereits mit Themen der Energiewende beschäftige, habe ich gelernt, dass die Zukunft in der integrierten Betrachtung von Technologie, Software, Finanzierung und Energieversorgung liegt.

29. Sep 2026

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Wirtschaft

Energiekurs Deutschland – Ein Beitrag von Tim Meyer, Energieexperte, Speaker und Berater

Wer heute erfolgreich durch die Energiewelt navigieren will, kommt mit alten Landkarten nicht weit. Zum einen hat sich die geopolitische Tektonik verschoben: Spätestens seit 2021 wissen wir, dass Versorgungssicherheit über Erdgas nur noch mit hohen Kosten und Preisrisiken zu haben ist – seit dem Konflikt an der Straße von Hormus gilt das auch für Kraftstoffe. Wichtiger noch: Die Welt steckt in einer elektrotechnologischen Revolution, die weit über die Energieversorgung hinausreicht. Mobilität, Wärme, industrielle Prozesse und die Fertigung von morgen werden weitgehend elektrisch. Die Märkte haben sich bereits massiv verschoben – nicht nur die deutsche Autoindustrie leidet unter Absatzverlusten einst erfolgreicher Produkte. Treiber ist der globale Boom bei erneuerbaren Energien: Mit ihnen ist Strom so günstig und verfügbar wie nie, und der Preisverfall bei Batteriespeichern gleicht Schwankungen von Wind, Sonne und Verbrauch immer besser aus. Ergebnis: Allein in diese Technologien und den Ausbau der Stromnetze fließen weltweit Investitionen von über 1,3 Billionen US-Dollar pro Jahr – etwa fünfmal so viel wie in neue Gas-, Kohle- und Atomkraftwerke. Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. So anstrengend diese Gleichzeitigkeit wirkt: Für Menschen und Unternehmen in Deutschland liegen darin große Chancen. Zwei Dinge sind gewiss: Erstens gibt es kein Zurück – geopolitische Spannungen verschwinden nicht, und der technologische Fortschritt bei Clean Tech lässt sich nicht zurückdrehen. Zweitens sind diese Entwicklungen global: Technologien, die wir ohnehin für den Heimatmarkt entwickeln müssen, sind weltweit gefragt und können zur zentralen Säule des dringend nötigen wirtschaftlichen Aufschwungs werden. >Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. Umgekehrt gilt: Wer an alten Plänen und alter Technologie festhält – und sei es neu verpackt als „hocheffiziente Verbrenner“ oder „Grüngas“ –, landet auf dem wirtschaftlichen Abstellgleis. Industrielle Revolutionen kann man nicht aufhalten. Man kann sich nur entscheiden, auf der Gewinner- oder Verliererseite stehen zu wollen. China macht das seit Jahren zur Industriepolitik: vom Abnehmer deutscher Maschinen zum aggressiven Wettbewerber, inklusive Sicherung von Rohstoffen und Lieferketten. Heute ist China globaler Marktführer bei Wind- und Solarenergie, Batterietechnik und E-Mobilität – weitere Angriffe auf deutsche Märkte sind angekündigt, auch bei Wärmepumpen. Es gilt also, aus der Not eine Tugend zu machen: Absicherung gegen fossile Preisrisiken, Investition in Zukunftsmärkte, europäische Resilienz und Klimaschutz sind dabei ein und dasselbe. Die Politik muss diese neue Realität in eine verständliche Energielandkarte übersetzen: Elektrifizierung unserer Volkswirtschaft als verankertes Ziel, politisch gemanagt und mit Investitionen hinterlegt – vor allem durch schnellere Modernisierung der Energieinfrastruktur, also Digitalisierung, effizientere Organisation und Ausbau der Stromnetze. Doch auch ohne den großen politischen Wurf gibt es Lösungen, die sich schon heute lohnen und in die unternehmerische Zukunft weisen. „Energiekurs Deutschland“ zeigt diese Richtungen auf. Je mehr Unternehmen sie jetzt nutzen, desto mehr profitiert die Allgemeinheit – denn Deutschland hat alle Voraussetzungen, sich neu zu erfinden. Wir müssen es nur wollen und anpacken.