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28. Mär 2025

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Lifestyle

Wer hier gewinnt, wird zur Legende – mit Raymond Loretan, Präsident des GPHG

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: Tima Miroshnichenko/pexels, G. Maillot

Einmal im Jahr blickt die Welt im November nach Genf: Die Preisverleihung Grand Prix d'Horlogerie de Genève (GPHG) zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen für Uhrenhersteller. Hier konkurrieren grosse Marken und kleine Manufakturen um die Goldene Nadel. Ein Interview mit Raymond Loretan, Präsident des GPHG, über Trends, Nachhaltigkeit und Wertsteigerungen bei Uhren.

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Raymond Loretan, Präsident des GPHG

Welche unerwarteten Trends haben Sie unter den Gewinnern des GPHG 2024 beobachtet? Die Ausgabe 2024 zeigte eine leichte Zunahme umweltfreundlicher Uhrmacher und Materialinnovationen. Mehrere Marken präsentierten Modelle, die recycelte oder nachhaltige Materialien integrieren, ohne dabei die hohe Uhrmacherkunst zu beeinträchtigen. Darüber hinaus überrascht die unabhängige Uhrmacherei weiterhin mit kühnen Designs, was die aussergewöhnliche Vielfalt und Kreativität der Branche bestätigt.

Die Auswirkungen eines GPHG-Preises auf den Marktwert und die Nachfrage von Sammlern nach einer Uhr sind immens. Der Gewinn eines GPHG-Preises ist ein bedeutendes Anerkennungsmerkmal, das sofort die Bekanntheit eines Modells steigert. Oft beobachten wir ein erhöhtes Interesse von Sammlern und Uhrenliebhabern sowie eine Wertsteigerung auf dem Sekundärmarkt für preisgekrönte Modelle. Dieses Phänomen ist besonders bei unabhängigen Marken ausgeprägt, da sie durch diese Auszeichnung an internationaler Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit gewinnen. Für junge Marken ist es ein wahrer Karrierebooster.

Der Gewinn eines GPHG-Preises ist ein bedeutendes Anerkennungsmerkmal, das sofort die Bekanntheit eines Modells steigert.

Hat die Einführung der Kategorie „Eco-Innovation“ die Marken dazu motiviert, nachhaltigere Praktiken zu verfolgen? Bisher trägt sie nur bescheiden dazu bei. Wir beobachten jedoch ein wachsendes Interesse an verantwortungsbewussten Praktiken, und diese Kategorie soll Marken ermutigen, ihre Bemühungen im Hinblick auf Nachhaltigkeit hervorzuheben. Der Einfluss beschränkt sich nicht nur auf die Finalisten und Gewinner: Die Hervorhebung solcher Initiativen trägt zu einem allgemeinen Bewusstseinswandel und zur Beschleunigung positiver Entwicklungen in der gesamten Branche bei.

Wie stellt der GPHG sicher, dass sowohl große Uhrenhäuser als auch unabhängige Uhrmacher fair in der Konkurrenz vertreten sind? Unabhängigkeit und Unparteilichkeit sind für den GPHG essenziell. Im Jahr 2020 haben wir eine internationale Akademie mit mittlerweile über 1.000 Mitgliedern ins Leben gerufen. Bestehend aus Experten, Uhrmachern, Sammlern und Journalisten, die eine ausgewogene Bewertung sicherstellen. Darüber hinaus ermöglichen die Vorauswahl und die unterschiedlichen Kategorien, dass unabhängige Uhrmacher auf Augenhöhe mit großen Marken konkurrieren, wobei Talent und Kreativität im Vordergrund stehen.

Mechanische Uhrmacherei bewahrt einen hohen kulturellen und materiellen Wert, der durch ihre Seltenheit und ihr handwerkliches Können gestärkt wird.

Wie sehen Sie die Entwicklung mechanischer Uhren als Investitionsobjekte in den nächsten zehn Jahren im Vergleich zu digitalen Vermögenswerten? Mechanische Uhrmacherei bewahrt einen hohen kulturellen und materiellen Wert, der durch ihre Seltenheit und ihr handwerkliches Können gestärkt wird. Im Gegensatz zu digitalen Vermögenswerten, basiert sie auf einem greifbaren Erbe und einer langfristigen Wertschätzung. Während Spekulationen schwanken können, bleibt die Nachfrage nach außergewöhnlichen Stücken bestehen, und einige Uhren werden weiterhin sichere Investitionen sein – insbesondere in Zeiten, in denen Anleger nach stabilen Werten suchen.

Gibt es denn Pläne zur Expansion der GPHG-Ausstellungen in neue Märkte, um die Sichtbarkeit der Uhrmacherei zu stärken? Absolut. Der GPHG setzt seine Mission fort, die Uhrmacherkunst weltweit zu fördern, indem er Ausstellungen in strategischen Märkten organisiert. Wir haben bereits fast alle Kontinente abgedeckt und besuchen jedes Jahr neue, vielversprechende Städte und Länder – 2024 etwa Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam und Bukarest in Rumänien. Dieses Jahr planen wir, in Shanghai präsent zu sein und neue Destinationen wie Istanbul zu erkunden, wo das Interesse an feiner Uhrmacherei stark wächst. Unser Ziel ist es, die Exzellenz der Uhrmacherkunst einem immer breiteren Publikum näherzubringen und die Anerkennung der Uhrmacherei als „12. Kunst“ durch die UNESCO zu fördern.

29. Apr 2026

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Lifestyle

Sommermomente in Nah und Fern – Ein Beitrag von Lena Martin (@inspirationdelavie), Reisebloggerin und Content Creatorin

Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Städtereisen sind dabei für viele längst zu einer der liebsten Formen geworden, kurze Auszeiten zu nehmen: Rund 34 Millionen Menschen in Deutschland zieht es jedes Jahr in eine Stadt. Dabei geht der Blick immer häufiger weg von den großen Klassikern wie Berlin oder Paris und hin zu Orten, die leiser erzählen, aber oft länger nachklingen. Städte wie Brügge mit ihren verwunschenen Gassen und stillen Grachten oder die Küstenregionen Andalusiens mit ihren weiten Ausblicken, kleinen Hafenstädten und dem lebendigen Málaga zeigen, wie viel Charme abseits der bekannten Routen steckt. Neben bekannten Sehnsuchtsorten wie Marseille oder Bremen stehen auf meiner persönlichen Bucket-List Städte wie Kopenhagen, Porto oder Gent. Orte, die Kultur, entspanntes Lebensgefühl und kulinarische Vielfalt auf ganz eigene Weise verbinden und genau deshalb im Gedächtnis bleiben. Innerhalb Deutschlands zeigt sich, wie unterschätzt viele Destinationen noch immer sind! Ob Regensburg, Bamberg oder Pottenstein im Süden, Jena und Dresden im Osten, Lüneburg und Lübeck im Norden oder Saarburg, Wiesbaden und Baden-Baden im Westen – jede Region hat ihre eigenen „Perlen“, die es zu entdecken gilt. Gerade diese Orte sind perfekt für den Trend des Slow-Travels: durch Altstädte schlendern, architektonische Details entdecken und zwischendurch immer wieder innehalten, um regionale Spezialitäten zu genießen. >Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Denn Kulinarik ist einer der wichtigsten Bestandteile moderner Städtereisen. Besondere Märkte, kleine Cafés, lokale Restaurants und kreative Food-Konzepte prägen das Erlebnis ebenso wie Sehenswürdigkeiten. Regionale Produkte, saisonale Gerichte und authentische Küche schaffen eine Verbindung zum Reiseziel, die weit über das Visuelle hinausgeht. Genau diese Mischung aus Entdecken und Genießen macht den Reiz vieler kleinerer Städte aus. Auch für Kurztrips und verlängerte Wochenenden bieten sich unzählige Möglichkeiten: Naturregionen wie das Fichtelgebirge, der Pfälzerwald oder der Schwarzwald verbinden Natur, kleine Wanderungen und Erholung mit kulinarischen Highlights. Ergänzt wird dieses Angebot durch charmante Kleinstädte und Ausflugsziele, die sich ideal für spontane Reisen eignen. Auch in unseren Nachbarländern zeigt sich dieses neue Reisegefühl ganz deutlich. Städte wie Straßburg, Dinant, Luxemburg oder Groningen stehen sinnbildlich für eine Art des Reisens, bei der es weniger um Größe oder Bekanntheit geht, sondern um Atmosphäre, Lebensgefühl und diese kleinen, unerwarteten Details, die einen Ort unverwechselbar machen. Der Sommer lädt dazu ein, Bekanntes neu zu entdecken und vor allem Unbekanntem eine Chance zu geben. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Die schönsten Reiseerlebnisse entstehen oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet – abseits der Touristenpfade, irgendwo zwischen kleinen Gassen, regionalen Köstlichkeiten und dem Gefühl, genau im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.