Diesen Artikel teilen:

5. Dez 2021

|

Business

„Wertebasiertes Investieren ist lukrativ“

Journalist: Armin Fuhrer

Gründer müssen an ihre Vision glauben und mit Leidenschaft und Eifer dafür kämpfen, dass sie erfolgreich sind, sagt Ex-Formel- 1-Weltmeister Nico Rosberg.

Bei Ihren Unternehmen stehen die Themen Nachhaltigkeit und Green Economy ganz oben. Warum?

Nachhaltige Technologien sind die Zukunft. Wir haben in vielen Bereichen und Industrien enormen Bedarf an effizienten Lösungen, die unseren Ressourcenverbrauch und CO2-Emissionen minimieren. Ich gehe aber noch einen Schritt weiter und investiere auch in Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften und dabei nicht nur die Umwelt, sondern auch soziale Aspekte berücksichtigen. Ich glaube, dass wertebasiertes und ökologisches Wirtschaften nicht nur möglich, sondern sogar äußerst lukrativ ist. 

Sehen Sie also in Investitionen auch eine Art Bekenntnis? Geht es um mehr als „nur“ um Geldverdienen?

Wenn ich nur Geld verdienen wollte, würde ich etwas anderes machen. Natürlich geht es mir um mehr als das, nämlich Impulse zu setzen für eine bessere Zukunft und Menschen dabei zu unterstützen, die diese Zukunft mitgestalten wollen. Bei nachhaltigen Technologien und Start-ups braucht man als Investor einen sehr langen Atem – an das schnelle Geld kommt man so nicht. Aber man trifft unheimlich viele Menschen mit Leidenschaft, die etwas Positives bewegen wollen – das ist sehr inspirierend. 

Wie wichtig ist es, dass Gründer hinter ihrer Idee stehen, wirklich für sie brennen?

Enorm wichtig. Ohne dieses Feuer kann man mutige Ideen nicht umsetzen. Man muss an seine Vision glauben und vor allem mit Leidenschaft und Eifer dafür kämpfen, dass aus dem Glauben dann auch erfolgreiche Wirklichkeit wird. Wenn man nicht komplett hinter seinen eigenen Ideen steht, dann tut das auch kein anderer, so einfach ist das. Als Investor spürt man, wenn Gründer dieses Feuer haben, und das zahlt sich dann auch aus. 

Welche Branchen sind für Gründer besonders attraktiv?

Das ist schwer zu beantworten, da es maßgeblich von den Gründern selbst abhängt. Ich persönlich denke, es ist wichtig, sich in einem Bereich zu engagieren, mit dem man sich gut auskennt, wo man Know-how, Erfahrung und Kontakte mitbringt und die Konkurrenz einschätzen kann. Dann hat man einen großen Vorsprung vor anderen und schafft es auch, Investoren und Partner von sich zu überzeugen. So oder so sollte man den Markt gut kennen und wissen, wo es Bedarf für Verbesserung und neue Produkte und Ideen gibt. Oft kommen Gründer aber auch eher zufällig auf eine Geschäftsidee, weil sie als Konsumenten selbst ein Manko entdecken und wissen, wie man es beheben könnte. So etwas finde ich immer toll. 

Was ist Ihnen ansonsten wichtig, wenn Sie sich für die Beteiligung an einem Start-up entscheiden?

Ich achte auf viele Details und bin nicht so risikofreudig wie manch anderer Investor. Deshalb schaue ich mir im Due Diligence Prozess immer genau an, welche Fallstricke es eventuell gibt, wo noch Kenntnisse, Schwächen im Team oder Produkt oder etwa Patente fehlen. Dafür arbeite ich mit meinem Team zusammen, die sich sehr eingehend mit den Gründern und der Geschäftsidee auseinandersetzen. Wichtig ist mir aber vor allem, dass das Start-up einen Mehrwert für Gesellschaft oder Umwelt bringt. Ich beteilige mich an Start-ups, die unsere Welt ein Stück besser machen. Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sind hier ein guter Wegweiser für mich. Das sind 17 Ziele in verschiedenen Wirklichkeit wird. 

Kategorien wie „Bezahlbare und saubere Energie“, „Nachhaltige Produktion“ oder „Gesundheit und Wohlergehen“. Wenn sich Start-ups mit diesen Themen beschäftigen und Lösungen anbieten, dann sind sie definitiv interessant für mich. 

Sie haben ja mit einer Reihe von Start-ups Kontakt, auch durch ihre Mitwirkung bei „Die Höhle der Löwen“. Welches sind die wichtigsten Ratschläge, die Sie jungen Gründern mit auf den Weg geben möchten?

Dranbleiben. Mut haben. Sich nicht unterkriegen lassen. Geduld mitbringen. Und vor allem reinbuttern, was das Zeug hält. Das sind alles Phrasen, aber ein Patentrezept für Erfolg gibt es nicht. Es gibt Gelegenheiten im Leben und am Markt, die muss man ergreifen. Trends erspüren und dann daran glauben, dass man es schaffen kann. Wichtig ist aber auch, dass man mit Fehlern und Enttäuschungen gut umgeht und nicht zu frustriert ist, wenn es beim ersten Anlauf nicht gleich klappt. Viele erfolgreiche Unternehmer haben vorher schon mal eine Pleite hingelegt. Das gehört auch dazu. 

Scheitern gehört dazu, ist in Deutschland aber verpönt. Brauchen wir hier eine andere Sichtweise wie zum Beispiel in der USA?

Auf jeden Fall. Unternehmerisches Denken braucht Mut und in unserer Gesellschaft sind wir viel zu negativ im Umgang mit dem Scheitern. Wir betrachten es ja gern als Schwäche. Dabei lernt man gerade aus Krisen unheimlich viel und oft gibt einem die Erfahrung des Scheiterns die entscheidende Kraft und den Kick für langfristigen Erfolg. Ich finde es bewundernswert, wenn Menschen sich etwas trauen. Ist es nicht besser, etwas versucht zu haben, als nie irgendetwas zu wagen?

Sie waren Formel 1-Weltmeister. Ein Rennen hat viele Runden, bevor der Sieger auf dem Treppchen steht. Können Sie aus ihrer aktiven Zeit Erkenntnisse für Ihre heutigen Aktivitäten gewinnen?

Klar, besonders im Hinblick auf das Scheitern. Wenn man in einem Rennen mal nach hinten fällt und schlecht abschneidet, kann man sich nicht in Selbstmitleid suhlen, sondern muss die Woche drauf gleich wieder neu angreifen und weiterkämpfen. Man lernt als Formel-1-Fahrer auf jeden Fall den Umgang mit Niederlagen. Aber auch Erfolg. Niemand gewinnt, wenn er sich allzu lange im eigenen Erfolg sonnt. Man muss weiter achtsam, diszipliniert und fleißig sein. Sonst wird das nichts.

2. Apr 2026

|

Business

Daten als Fundament moderner Wertschöpfung – mit Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich

![Andreas Wagner Atelier Schulte 4 Kopie Onlinejpg.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Andreas_Wagner_Atelier_Schulte_4_Kopie_Onlinejpg_ba179e5e36.jpg) ``` Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich ``` Moderne Wertschöpfungsnetzwerke bestehen aus eng verknüpften Prozessen in Planung, Beschaffung, Produktion und Logistik. Um diese komplexen Systeme besser steuern zu können, setzen Unternehmen zunehmend auf Plattformen, die Anwendungen, Daten und Prozesse über Organisationsgrenzen hinweg miteinander verbinden. So entstehen gemeinsame Datenräume, in denen Informationen aus unterschiedlichen Bereichen zusammengeführt und analysiert werden können. Zunehmend werden dafür standardisierte Datenprodukte aufgebaut, die Informationen strukturiert bereitstellen und für Analysen nutzbar machen. „Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild“, sagt Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich. Datenmodelle und analytische Systeme helfen dabei, Zusammenhänge sichtbar zu machen und mögliche Handlungsoptionen abzuleiten. „Die Herausforderung liegt heute weniger im Sammeln von Daten als darin, aus ihnen fundierte Entscheidungen zu entwickeln“, so Wagner. >Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild.

2. Apr 2026

|

Business

„Nachhaltigkeit wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor“ – mit Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria

![Michael Rauhofer_Büro Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Michael_Rauhofer_Buero_Online_6096b75223.jpg) ``` Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria ``` In der Logistik zahlt sich Nachhaltigkeit für die Unternehmen immer dann aus, wenn sie Kosten stabilisiert, Risiken reduziert und die Effizienz erhöht. Wer Emissionen senkt, reduziert oft auch Energie und Mautkosten und macht seine Lieferketten robuster. Entscheidend ist, Nachhaltigkeit als Business Case zu denken: etwa durch intermodale Konzepte und kombinierte Verkehre, die wirtschaftlich sind und gleichzeitig CO₂ sparen. Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. >Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. Für Unternehmen sind auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit drei Schritte entscheidend. Erstens Transparenz bei den Daten – etwa über Sendungen, Laufzeiten oder Emissionen. Zweitens eine klare Dekarbonisierungs Roadmap. Das umfasst Flotte, Modal Shift, aber auch die Einbindung von Partnern. Und drittens der verantwortungsvolle Einsatz von Digitalisierung und KI. Das heißt: saubere Daten, klar definierte Anwendungsfälle, geschulte Mitarbeitende und von Anfang an mitgedachte Compliance.

2. Apr 2026

|

Business

Kein Roboter zum Gelddrucken, aber ein starker Wächter: KI bei Banken

Künstliche Intelligenz kann im Bankwesen schon ziemlich viel – aber eigenständig Geld drucken oder wundersam vermehren, das kann sie (noch) nicht. Banken setzen KI heute flächendeckend in mehreren Bereichen ein, allen voran in der Betrugsprävention, wo Fraud Detection mittlerweile Branchenstandard ist. KI-gestützte Systeme analysieren Transaktionen von Kundinnen und Kunden in Echtzeit, erkennen und stoppen auffällige Transaktionen und Zahlungsanweisungen in der Regel sofort, und reagieren innerhalb von Sekunden auf neue Angriffsszenarien. Gerade, weil sich Betrugsmaschen ständig weiterentwickeln, ist die Adaptionsgeschwindigkeit in diesem Bereich besonders hoch. Solche Systeme werden in Zukunft weiter optimiert werden, wodurch Banken Routineaufgaben mehr und mehr automatisieren können. Das eröffnet neue Möglichkeiten für personalisierte Kundenberatung, schnellere Analysen – etwa bei Kreditentscheidungen – und insgesamt bessere Kundenerlebnisse. Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen. Ziel ist es, Informationen effizienter zu nutzen und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Im Vergleich zur Betrugsprävention befindet sich dieser Bereich jedoch noch in einer stärkeren Wachstumsphase, auch wenn die Entwicklung hier aktuell sehr dynamisch verläuft. >Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Es gibt unzählige Anbieter von bankenspezifischer KI. Viele davon decken nur bestimmte Anwendungsfelder ab, weshalb Banken häufig mehrere KI-Systeme parallel einsetzen. Auch, wenn Banken langjährige Erfahrung im Umgang mit sensiblen Daten haben, kann die Auswahl passender KI-Tools herausfordernd sein, denn die Lösungen müssen regelkonform sein, Change Compliance- und Datenschutzrichtlinien beachten, außerdem sollten die Daten innerhalb Europas bleiben und nicht unkontrolliert in andere Rechtsräume fließen. Erhöht KI im Bankwesen nun die Sicherheit – oder eher das Risiko für Betrug und Verlust? Grundsätzlich beides. Denn einerseits verbessert KI die Fähigkeit, Betrug frühzeitig zu erkennen und zu verhindern, andererseits entstehen neue Gefahren, insbesondere durch autonome KI-Agenten. Je mehr Entscheidungsfreiheit diese Systeme erhalten, desto größer ist das Risiko, dass sie Sicherheitsvorgaben umgehen oder manipuliert werden. Deshalb gewinnt das Prinzip „Human in the Loop“ beziehungsweise „Human in the Lead“ an Bedeutung: Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Auch im Finanzmarkt insgesamt sind automatisierte Prozesse kein neues Phänomen. Mechanismen wie algorithmischer Handel oder Stop-Loss-Orders können bereits heute Kettenreaktionen auslösen. KI könnte solche Effekte künftig verstärken, stellt aber nicht die ursprüngliche Ursache dar. Wohin wird sich KI im Bankwesen entwickeln? Eigenständig Geld drucken wird sie hoffentlich niemals – doch sie wird als umfassendes System im Hintergrund immer besser in den Bankenalltag integriert werden. Der Mensch wird im Bankwesen jedoch in zentralen Bereichen immer die Oberhand behalten, besonders bei der letzten Kontrolle und beim direkten Kundenkontakt – denn hier können aufmerksame Bankangestellte besser als jede KI als Sicherheitsschranke wirken, die ihre betagten Kundinnen davor schützen, auffällige Transaktionen hoher Summen vorzunehmen. >Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen.

2. Apr 2026

|

Business

Arbeiten im Update-Modus

Die Spielregeln der Wirtschaft verändern sich rasant und mit ihnen die Frage, was Unternehmen heute wirklich erfolgreich macht: Neue Software wird eingeführt, Abläufe werden neu zugeschnitten, Entscheidungen stärker datenbasiert getroffen. Prioritäten verschieben sich spürbar im Tagesgeschäft, neue Produkt- und Serviceverständnisse entstehen und vertraute Routinen lösen sich auf. Hinzu kommen wachsende regulatorische Anforderungen: mehr Nachweise, klarere Regeln im Umgang mit Daten, Systemen und Verträgen. Was bislang informell funktionierte, muss nun sauber dokumentiert sein. Selbst scheinbar alltägliche Schritte im digitalen Raum können plötzlich Compliance-relevant sein. >Selbst scheinbar alltägliche Schritte im digitalen Raum können plötzlich Compliance-relevant sein. In dieser Verdichtung von Veränderungen wird deutlich, wie stark der Arbeitsalltag unter Druck steht. Nicht durch einen großen Umbruch, sondern vielmehr durch die vielen kleinen, kontinuierlichen Veränderungen, die parallel passieren. Und ja – ein großer Teil davon liegt auf den Schultern der Mitarbeitenden. Umso wichtiger ist es, dass klar wird, warum sich Dinge verändern und welche Rolle jede und jeder Einzelne dabei spielt. Erst dann entsteht aus vielen Maßnahmen ein stimmiges Gesamtbild. Wofür war noch gleich die nächste E-Learning-Schulung gut? Warum ist auch das nächste Compliance-Training wirklich wichtig? Die ehrliche Antwort: Weil Lernen heute einfach dazugehört. Nicht als Selbstzweck, sondern damit Orientierung entsteht, Sicherheit wächst und sich Arbeit eben nicht wie ein undurchdringlicher Regel-Dschungel anfühlt. Wenn Klarheit, Verantwortung und Wissen nicht bei Wenigen hängen bleiben, sondern von allen getragen werden, entsteht daraus etwas Positives: ein gemeinsames Verständnis und die Fähigkeit, Veränderungen nicht nur zu bewältigen, sondern aktiv mitzugestalten. >Wenn Klarheit, Verantwortung und Wissen nicht bei Wenigen hängen bleiben, sondern von allen getragen werden, entsteht daraus etwas Positives.