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4. Mär 2019

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Lifestyle

3 Abenteurer, die Geschichte schreiben

Andy Holzer

Blind auf den Mount Everest

Er ist von Geburt an blind. Mit drei Jahren stand Andy Holzer das erste Mal auf Skiern, mit fünf drängte er seine Eltern, ihm ein Fahrrad zu schenken. Und fuhr damit gegen das Gartentor. Doch er ließ sich nicht unterkriegen und übte weiter. Später war er im Ski-Langlauf, Windsurfen und Mountainbiken aktiv – und im Bergsteigen. Heute gehört er zu den wenigen Menschen, die alle „Seven Summits“, also die jeweils höchsten Berge der sieben Bergsteiger-Kontinente, bewältigt haben.

Am 21. Mai dieses Jahres hat sich der gelernte Heilmasseur und Heilbademeister seinen größten Traum erfüllt und den höchsten Berg der Welt bestiegen – als zweiter blinder Bergsteiger überhaupt und als erster blinder Bergsteiger über die schwierigere, aber vermeintlich sicherere Nordseite. Damit ist dem „Blind Climber“ gelungen, wovon viele träumen. „Das Ankommen auf dem Gipfel des Mount Everest stellt für mich den emotionalsten und symbolisch wichtigsten Moment in meinem Leben dar“, sagt der 50-jährige Österreicher, der dieses Abenteuer mit seinen Gefährten Wolfgang Klocker und Klemens Bichler erlebte. Seinen Eltern wird er für immer dankbar sein. Denn sie waren es, die ihn als „sehendes“ Kind erzogen. Heute geht es Andy Holzer selbst darum, den Sehenden die Augen dafür zu öffnen, wie viel möglich ist: „Man muss sich nur trauen und die Ressourcen nutzen. Auch wenn das bedeutet, dass man mal gesellschaftliche Regeln brechen muss.“


Foto: Predrag Vuckovic/Red Bull Content Pool

Matthias Dolderer

Herr der Lüfte

Seine ersten Flüge absolvierte er mit drei Jahren gemeinsam mit seinem Vater. „Fliegen war schon immer meine Leidenschaft und Inspiration. Ich habe mein ganzes Leben auf Flugplätzen, in Hangars und Cockpits verbracht“, sagt Matthias Dolderer, der bekannteste deutsche Sportpilot. Mit dem Gewinn der Red Bull Air Race Weltmeisterschaft 2016 schrieb er Geschichte. Auf dem Indianapolis Motor Speedway gewann er in der ultimativen Motorsportserie der Lüfte als erster deutscher Pilot ein Rennen und wurde der erste deutsche Weltmeister überhaupt. Es sind vor allem die Freiheit, die Technik, die Geschwindigkeit und das Lebensgefühl, die für den 47-Jährigen den Reiz des Fliegens ausmachen. Kenner vergleichen den Wettbewerb der 14 weltbesten Kunstflieger längst mit der Formel 1. Das Sportgerät des Champions ist ein absolutes Premiumprodukt der Technik, das auch dem Champion Respekt einflößt – das Wort Angst ist ihm jedoch fremd. Wer Angst habe, sei im Cockpit fehl am Platz, betont er. „Unser Job ist es, Risiken auszuschließen. Und unser Ansporn ist der Wettbewerb“, so Matthias Dolderer, der heute den Flugplatz der Familie in Tannheim leitet. Sein bislang größtes Abenteuer erlebte er allerdings nicht im Cockpit, sondern bei einem Bungee-Jump in Neuseeland: Da ging es aus 134 Metern ab in die Tiefe!


Foto: Pressefoto/Jebclouds

Jeb Corliss

Ein menschlicher Pfeil

Es ist eine der gefährlichsten Sportarten der Welt und zugleich die Erfüllung des menschlichen Traums vom Fliegen: Wingsuiting. Einer, der immer wieder mit spektakulären Flügen auf sich aufmerksam macht, ist Jeb Corliss. 2013 hat der Wingsuit-Pilot zum Beispiel mit mehr als 160 Stundenkilometern eine Schlucht am chinesischen Jianglang-Berg durchflogen, die an ihrer breitesten Stelle gerade einmal etwa 20 Meter misst. Nicht immer landete der US-amerikanische Extremsportler sicher: Millionenfach wurde bei YouTube ein Video angeklickt, das einen Unfall auf dem Tafelberg in Südafrika zeigt, bei dem er sich schwer verletzte. „Dass ich den Flug 2012 überlebt habe, war mein bislang größtes Abenteuer“, sagt der 41-Jährige, der schon als Kind fliegen wollte und als Basejumper anfing. Spektakulär waren seine Sprünge vom Eiffelturm, von der Golden-Gate-Brücke, dem Salto-Angel-Wasserfall in Venezuela oder den Petronas Towers in Kuala Lumpur. Am Anfang seiner Karriere ging er davon aus, aufgrund seines Sports nicht länger als fünf Jahre am Leben zu bleiben. Doch als er dann nach seinem Unfall im Krankenhaus lag, realisierte er, wie lebenswert das Leben ist und dass der Tod nicht so cool ist, wie er immer dachte. Weitergemacht hat er trotzdem. Grenzen, so sagt der „Birdman“, müsse man sich immer selbst setzen – egal, was andere dazu sagen.

29. Apr 2026

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Lifestyle

Sommermomente in Nah und Fern – Ein Beitrag von Lena Martin (@inspirationdelavie), Reisebloggerin und Content Creatorin

Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Städtereisen sind dabei für viele längst zu einer der liebsten Formen geworden, kurze Auszeiten zu nehmen: Rund 34 Millionen Menschen in Deutschland zieht es jedes Jahr in eine Stadt. Dabei geht der Blick immer häufiger weg von den großen Klassikern wie Berlin oder Paris und hin zu Orten, die leiser erzählen, aber oft länger nachklingen. Städte wie Brügge mit ihren verwunschenen Gassen und stillen Grachten oder die Küstenregionen Andalusiens mit ihren weiten Ausblicken, kleinen Hafenstädten und dem lebendigen Málaga zeigen, wie viel Charme abseits der bekannten Routen steckt. Neben bekannten Sehnsuchtsorten wie Marseille oder Bremen stehen auf meiner persönlichen Bucket-List Städte wie Kopenhagen, Porto oder Gent. Orte, die Kultur, entspanntes Lebensgefühl und kulinarische Vielfalt auf ganz eigene Weise verbinden und genau deshalb im Gedächtnis bleiben. Innerhalb Deutschlands zeigt sich, wie unterschätzt viele Destinationen noch immer sind! Ob Regensburg, Bamberg oder Pottenstein im Süden, Jena und Dresden im Osten, Lüneburg und Lübeck im Norden oder Saarburg, Wiesbaden und Baden-Baden im Westen – jede Region hat ihre eigenen „Perlen“, die es zu entdecken gilt. Gerade diese Orte sind perfekt für den Trend des Slow-Travels: durch Altstädte schlendern, architektonische Details entdecken und zwischendurch immer wieder innehalten, um regionale Spezialitäten zu genießen. >Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Denn Kulinarik ist einer der wichtigsten Bestandteile moderner Städtereisen. Besondere Märkte, kleine Cafés, lokale Restaurants und kreative Food-Konzepte prägen das Erlebnis ebenso wie Sehenswürdigkeiten. Regionale Produkte, saisonale Gerichte und authentische Küche schaffen eine Verbindung zum Reiseziel, die weit über das Visuelle hinausgeht. Genau diese Mischung aus Entdecken und Genießen macht den Reiz vieler kleinerer Städte aus. Auch für Kurztrips und verlängerte Wochenenden bieten sich unzählige Möglichkeiten: Naturregionen wie das Fichtelgebirge, der Pfälzerwald oder der Schwarzwald verbinden Natur, kleine Wanderungen und Erholung mit kulinarischen Highlights. Ergänzt wird dieses Angebot durch charmante Kleinstädte und Ausflugsziele, die sich ideal für spontane Reisen eignen. Auch in unseren Nachbarländern zeigt sich dieses neue Reisegefühl ganz deutlich. Städte wie Straßburg, Dinant, Luxemburg oder Groningen stehen sinnbildlich für eine Art des Reisens, bei der es weniger um Größe oder Bekanntheit geht, sondern um Atmosphäre, Lebensgefühl und diese kleinen, unerwarteten Details, die einen Ort unverwechselbar machen. Der Sommer lädt dazu ein, Bekanntes neu zu entdecken und vor allem Unbekanntem eine Chance zu geben. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Die schönsten Reiseerlebnisse entstehen oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet – abseits der Touristenpfade, irgendwo zwischen kleinen Gassen, regionalen Köstlichkeiten und dem Gefühl, genau im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.