Diesen Artikel teilen:

15. Mär 2021

|

Business

3 Fragen an Thorsten Klindworth

Journalist: Christian Litz

Der Experte erklärt, wie Start-ups das Finanzierungsinstrument nutzen können.

Thorsten Klindworth, CEO der A.B.S. Global Factoring AG, Foto: Presse

Wie funktioniert Factoring als Finanzierungsinstrument für Start-ups?

Factoring ist eine Working Capital Finanzierung, die Liquidität aus offenen Forderungen eines Unternehmens generiert. Die Forderungen werden fortlaufend an ein Factoring-Institut verkauft und vorfinanziert. Der Rechnungsbetrag wird sofort ausbezahlt. Man muss nicht auf Zahlungseingänge seitens der Debitoren warten.

Insbesondere, wenn lange Zahlungsziele verhandelt wurden – gerade bei Start-ups mit geringer Marktmacht und starken Abnehmern ein sehr häufiges Problem – ist das ein großes Plus für die Liquidität des Start-ups.

Als zusätzliches Add-On sind beim Full-Service Factoring weitere Pain Points vieler Start-ups inkludiert: Debitorenmanagement, Mahnwesen und eine Versicherung vor Forderungsausfall – das nimmt viele Sorgen ab und lässt die GründerInnen einfach ruhiger schlafen.

Kann ich als Start-up Factoring nutzen, wenn ich noch kein Produkt habe?

Voraussetzung ist, dass ich gewerbliche Kunden habe und starkes Wachstum anstrebe, also mit einem Jahresumsatz von mindestens 300.000 Euro rechne. Es darf sich nicht um Projektgeschäft, B2C oder Einzelforderungen handeln. Sind die Voraussetzungen erbracht, können Sie mit der ersten Rechnungsstellung Factoring nutzen.

Factoring stellt als Finanzierungsinstrument stark auf das Geschäftsmodell und die Zukunftsperspektive ab, weniger auf die Vergangenheit - und damit meine ich standardisierte Entscheidungen auf Basis von Jahresabschlüssen, wie das bei Bankkrediten der Fall ist.

Für Start-ups auch wichtig zu wissen: Factoring wächst automatisch umsatzkongruent. D. h. die Höhe der Finanzierung passt automatisch zu den Umsätzen – ohne Nachverhandeln – und ermöglicht so schnelles Wachstum.

Ich muss also auf einen Teil meiner Einnahmen von vornherein verzichten?

Im Gegenteil. Sie bekommen Ihr Geld früher, nach dem Forderungsverkauf 90 Prozent des Forderungsbeträge binnen 24 Stunden und nach dem Zahlungseingang durch den Kunden den 10-Prozent-Einbehalt. Die Kosten sind nur ein sehr kleiner Anteil und werden unabhängig in Rechnung gestellt.

2. Apr 2026

|

Business

Daten als Fundament moderner Wertschöpfung – mit Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich

![Andreas Wagner Atelier Schulte 4 Kopie Onlinejpg.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Andreas_Wagner_Atelier_Schulte_4_Kopie_Onlinejpg_ba179e5e36.jpg) ``` Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich ``` Moderne Wertschöpfungsnetzwerke bestehen aus eng verknüpften Prozessen in Planung, Beschaffung, Produktion und Logistik. Um diese komplexen Systeme besser steuern zu können, setzen Unternehmen zunehmend auf Plattformen, die Anwendungen, Daten und Prozesse über Organisationsgrenzen hinweg miteinander verbinden. So entstehen gemeinsame Datenräume, in denen Informationen aus unterschiedlichen Bereichen zusammengeführt und analysiert werden können. Zunehmend werden dafür standardisierte Datenprodukte aufgebaut, die Informationen strukturiert bereitstellen und für Analysen nutzbar machen. „Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild“, sagt Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich. Datenmodelle und analytische Systeme helfen dabei, Zusammenhänge sichtbar zu machen und mögliche Handlungsoptionen abzuleiten. „Die Herausforderung liegt heute weniger im Sammeln von Daten als darin, aus ihnen fundierte Entscheidungen zu entwickeln“, so Wagner. >Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild.

2. Apr 2026

|

Business

„Nachhaltigkeit wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor“ – mit Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria

![Michael Rauhofer_Büro Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Michael_Rauhofer_Buero_Online_6096b75223.jpg) ``` Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria ``` In der Logistik zahlt sich Nachhaltigkeit für die Unternehmen immer dann aus, wenn sie Kosten stabilisiert, Risiken reduziert und die Effizienz erhöht. Wer Emissionen senkt, reduziert oft auch Energie und Mautkosten und macht seine Lieferketten robuster. Entscheidend ist, Nachhaltigkeit als Business Case zu denken: etwa durch intermodale Konzepte und kombinierte Verkehre, die wirtschaftlich sind und gleichzeitig CO₂ sparen. Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. >Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. Für Unternehmen sind auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit drei Schritte entscheidend. Erstens Transparenz bei den Daten – etwa über Sendungen, Laufzeiten oder Emissionen. Zweitens eine klare Dekarbonisierungs Roadmap. Das umfasst Flotte, Modal Shift, aber auch die Einbindung von Partnern. Und drittens der verantwortungsvolle Einsatz von Digitalisierung und KI. Das heißt: saubere Daten, klar definierte Anwendungsfälle, geschulte Mitarbeitende und von Anfang an mitgedachte Compliance.