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4. Jul 2025

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Gesellschaft

Altersvielfalt als Erfolgsfaktor

Journalist: Julia Butz

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Foto: Presse, Amy Hirschi/unsplash

Umfangreiche Erfahrung, Zuverlässigkeit und wichtige Mentoren: Ohne die Erfahrung älterer Arbeitnehmender würden viele Unternehmen alt aussehen.

Das Thema Age Diversity ist längst nicht mehr nur ein gesellschaftspolitisches Anliegen, sondern eine zentrale Herausforderung für Unternehmen, insbesondere angesichts des demografischen Wandels und des sich verschärfenden Fachkräftemangels. Dass hier dringend Handlungsbedarf besteht, zeigt sich nicht nur an den Prognosen des Statistischen Bundesamts, sondern an der Realität vieler Unternehmen. Die „Baby-Boomer“ gehen in Rente und hinterlassen kritische Lücken, die sich selbst bei hohem Digitalisierungsgrad nicht rasch genug durch Nachwuchskräfte kompensieren lassen. Immer mehr Firmen können ihre offenen Stellen nicht besetzen.

Aber obwohl Menschen jenseits der 50 ein enormes Potenzial für den Arbeitsmarkt darstellen, werden sie im Recruiting oft übersehen oder sogar explizit ausgeschlossen. Viele Unternehmen rekrutieren nach wie vor bevorzugt junge Absolventen. Dabei werden die Vorteile, die ältere Fachkräfte bieten, noch immer weitgehend unterschätzt. Sie bringen jahrzehntelange Erfahrung, Fachwissen und wichtige Netzwerke mit und haben loyale langjährige Kundenbeziehungen aufgebaut. In Konfliktsituationen reagieren sie in der Regel mit ruhigerem Kopf und können als wichtige Mentoren auch das Wissen für manchmal schwer durchschaubare interne Strukturen und Abläufe im Unternehmen vermitteln.

Zu unflexibel, zu teuer, digital abgehängt, weniger lernbereit: in vielen Unternehmen bestehen weiterhin hartnäckige Vorurteile gegenüber Bewerbenden über 50 Jahren.

Geht es um das Thema Age Diversity ist Susanne Hüsemann als Geschäftsführerin des Queb Bundesverband für Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting e. V. eine zentrale Stimme im deutschsprachigen Diskurs rund um moderne Personalarbeit. Sie setzt sich für die Bedeutung von Diversity, insbesondere Age Diversity im Employer Branding und im Recruiting ein. Durch ihre Arbeit und öffentliche Präsenz fördert sie das Bewusstsein dafür, dass Unternehmen nicht nur auf junge Talente setzen sollten, sondern ältere Mitarbeitende aktiv einbinden müssen, um den Arbeitsmarkt langfristig stabilisieren und von den Vorteilen altersgemischter Teams zu profitieren.

Die Herausforderungen liegen vor allem in der Überwindung kulturell geprägter Altersstereotype: Zu unflexibel, zu teuer, digital abgehängt, weniger lernbereit: in vielen Unternehmen bestehen weiterhin hartnäckige Vorurteile gegenüber Bewerbenden über 50 Jahren. Um der als „Ageismus“ bezeichneten bewussten oder unbewussten Benachteiligung aufgrund des Alters zu begegnen braucht es ein Umdenken. Nicht als Projekt, sondern grundsätzliche Haltung. Durch eine gezielte Bewusstseinsbildung für Führungskräfte und ein geändertes Mindset von HR-Verantwortlichen; durch klare Leitfäden gegen Diskriminierung, Weiterbildungsprogramme, die altersübergreifend konzipiert sind und Mentoring-Programmen, die den Wissenstransfer zwischen den Generationen gezielt fördern. Der Einführung flexibler Arbeitsmodelle kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Sie ermöglichen es den Silver Workern, selbst nach dem Übergang in den Ruhestand weiterhin aktiv am Arbeitsleben teilzunehmen. Auch im Recruiting gilt es, neue Wege zu beschreiten: Mit Personalanzeigen, die bewusst auch ältere Gesichter zeigen und keine Begriffe verwenden, die jüngere Bewerbende bevorzugen könnten. Als sichtbares Zeichen einer zukunftsfähigen und altersdiversen Arbeitswelt.

Fakten:

Laut Statistischem Bundesamt gaben 42 Prozent der Befragten über 50, die bereits von Altersdiskriminierung betroffen waren, an, dass ihnen Aufgaben unterhalb ihres Anforderungsprofils zugeteilt wurden.

23. Jun 2026

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Gesellschaft

Tiergesundheit: Ein wichtiger Schritt für mehr Tierschutz – Ein Beitrag von Judith Schönenstein, Vizepräsidentin Deutscher Tierschutzbund e. V.

Ein Haustier aufzunehmen ist eine wunderbare Entscheidung: Tiere schenken uns Gesellschaft, Freude und oft auch Trost. Sie bereichern unser Leben auf vielfältige Weise und werden für viele Menschen zu echten Familienmitgliedern. Als treue Begleiter verdienen Tiere nicht nur Liebe, Fürsorge, Pflege und eine artgerechte Haltung, sondern auch unseren Schutz. Denn Tiere haben keine Stimme und können sich nicht selbst gegen Vernachlässigung oder nicht tiergerechte Haltungsbedingungen wehren. Trotz der Verankerung des Tierschutzes als Staatsziel im Grundgesetz leiden tagtäglich zahlreiche Tiere. Der illegale Tierhandel mit zu jungen und oft kranken Hundewelpen floriert, Straßenkatzen kämpfen ohne menschliche Hilfe ums Überleben und Millionen Tiere – darunter auch Katzen und Hunde und vor allem Nager – werden jährlich in Versuchslaboren „verbraucht“. Auch bestimmte Zuchtpraktiken verursachen unnötiges Tierleid: Um bei der Zucht optische Merkmale wie Kulleraugen, kurze Schnauzen, Faltohren oder Farbvariationen im Fell zu erreichen, werden Auswirkungen auf die Tiergesundheit in Kauf genommen. Dabei ist ein Verbot solcher Qualzuchten längst im Tierschutzgesetz verankert – doch die Umsetzung bleibt unzureichend. Um den Tierschutz wirksam zu stärken, braucht es klare gesetzliche Rahmenbedingungen. Dazu zählt ein Verbot des Onlinehandels mit Tieren – denn viele Haustiere werden unüberlegt über das Internet gekauft, wo Welpen aus unseriösen Zuchten zigfach zum Kauf angeboten werden. Eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen könnte die Anzahl der Straßenkatzen und damit ihr Leid verringern und – in Kombination mit einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen und Hunde – auch überfüllte Tierheime entlasten. Das Qualzuchtverbot muss konkretisiert und erweitert werden. Und es braucht eine Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen. Nur, wenn wir Tiere als fühlende Lebewesen anerkennen und ihren Schutz konsequent verfolgen, können wir dem Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Am Ende liegt es an uns allen, für das Wohl der Tiere einzutreten. >Nur, wenn wir Tiere als fühlende Lebewesen anerkennen und ihren Schutz konsequent verfolgen, können wir dem Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Am Ende liegt es an uns allen, für das Wohl der Tiere einzutreten. Dazu gehört auch, sich umfassend zu informieren, wenn man ein Haustier aufnehmen möchte. Wer versteht, wie Tiere fühlen, was sie brauchen und wie sich Krankheiten frühzeitig erkennen lassen, leistet einen wertvollen Beitrag – für das einzelne Tier ebenso wie für das große Ziel: mehr Tierschutz, mehr Tiergesundheit, mehr Mitgefühl. Ein verpflichtender Sachkundenachweis vor der Tieranschaffung könnte helfen, Fehler aus Unwissenheit zu vermeiden. Auch die Kosten, die für Haustiere anfallen – etwa für tiermedizinische Behandlungen – sollten nicht unterschätzt werden. Routinemäßige als auch unvorhergesehene Tierarztbesuche können bisweilen tausende Euro für eine OP oder Behandlung verursachen. Es ist daher ratsam, sich rechtzeitig über eine Tierkrankenversicherung zu informieren. Wer nicht nur einem Tier in Not helfen möchte, sondern auch einen wichtigen Beitrag für den Tierschutz leisten will, sucht im Tierheim nach dem passenden tierischen Mitbewohner. Tausende Tiere warten hier auf ein neues Für-immer-Zuhause und eine zweite Chance. „Adoptieren statt kaufen“ lautet das Motto!